Ankündigung: Großer Aktionstag im Rahmen der Kampagne „Stoppt Affenqual in Tübingen“

Seit Januar 2009 haben Ärzte gegen Tierversuche e.V. und die Antispeziesistische Aktion Tübingen in Kooperation die Kampagne Stoppt Affenqual in Tübingen gestartet. Sie richtet sich gegen Versuche mit Primaten, die in Tübingen an drei Instituten1 durchgeführt werden. Seitens der Experimentatoren scheint kein Bedarf zu bestehen, der Öffentlichkeit Einblick in die angeblich Leben rettende Hirnforschung zu gewähren. Auf die Bitte, das Labor des Forschers Andreas Nieder zu besuchen und die Versuche anzusehen, erhielten weder wir noch die Ärzte gegen Tierversuche eine Antwort. Hintergründe zu den Versuchen, welche Ärzte gegen Tierversuche recherchiert haben, und zur Kampagne gibt es hier.
Die Antispeziesistische Aktion Tübingen organisierte am Samstag, dem 17. Januar 2009, und am Freitag, dem 27. Februar, jeweils ab 14 Uhr Aktionstage im Rahmen der Kampagne, um über die Versuche zu informieren. Berichte und Bilder von den Aktionstagen gibt es hier und hier.
In der Woche vom 24. April, dem Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche, wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Für den 18. April ist deshalb ein weiterer Aktionstag mit Großdemonstration geplant.

Programm:
11.00-17.00 Uhr: Infostände auf dem Marktplatz
12.00-14.00 Uhr: Demozug durch die Innenstadt
14.00-16.00 Uhr: Kundgebung auf dem Marktplatz
ab 20.00 Uhr: Antispe-Party im Keller des Wohnprojekts Hegelstraße 7
Es werden unter anderem Dr. Bernhard Rambeck, Vorstandsmitglied der Ärzte gegen Tierversuche e.V., und Andreas Item von der Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner AGSTG sprechen. Fidl Kunterbunt wird mit Akustikgitarre und kritischen Texten für das musikalische Rahmenprogramm sorgen. Er wird nach Trashedy auch abends bei der Party noch einmal spielen.

  1. Abteilung Kognitive Neurologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Ottfried-Müller-Str. 27, 72076 Tübingen; Labor für Primaten-Neurokognition, Abteilung für Tierphysiologie, Institut für Zoologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen; Max-Planck-Institut (MPI) für Biologische Kybernetik, Spemannstraße 38, 72076 Tübingen. [zurück]

1 Antwort auf „Ankündigung: Großer Aktionstag im Rahmen der Kampagne „Stoppt Affenqual in Tübingen““


  1. 1 Administrator 18. Juni 2009 um 15:01 Uhr

    21. Januar 2009, „Schwäbisches Tagblatt“:

    Protest gegen Tierversuche mit Affen an der Uni

    Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ will in Tübingen eine Kampagne gegen Versuche an Rhesusaffen starten. In Baden-Württemberg würden an drei Instituten Rhesusaffen auf „unerträgliche Weise gequält“, kritisiert der Verein. Alle drei Institute sind in Tübingen, heißt es in einer Pressemitteilung.
    Deshalb wollen die Ärzte gegen Tierversuche gemeinsam mit dem Landesverband Menschen für Tierrechte und der AntiSpe am 18. April in Tübingen gegen die Tierversuche demonstrieren. Der Ärzteverein ruft zu einer breiten Beteiligung auf. Unter anderem können vorbereitete Postkarten an den Landwirtschaftsminister Peter Hauk verschickt werden.
    Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Ärzteverein, kritisiert die Experimente als besonders qualvoll: „Die Tiere werden durch Durst gezwungen, über Jahre Dinge auszuhalten, die Menschen als unerträglich empfinden würden.“
    „Überdies sind die Versuche für die Behandlung menschlicher Krankheiten vollkommen nutzlos“, sagt die Biologin. Der Verein fordert ein sofortiges Ende dieser Art der Affen-Forschung in Tübingen.

    (Quelle: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/nachrichten-newsticker_artikel,-Protest-gegen-Tierversuche-mit-Affen-an-der-Uni-_arid,68588.html)

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    28. Februar 2009, „Reutlinger Generalanzeiger“:

    Protest gegen Tierversuche

    TÜBINGEN. »Befreit mich! Ich bin hier festgeschnallt und kann mich kaum bewegen!«, ruft der Mann mit Affen-Maske und wedelt hilflos mit den Händen. »Unterschreibt, damit ich hier rauskomme.« Passanten bleiben stehen, gehen zum Stand, fragen nach.
    »Wir sind gegen jede Art von Tierversuchen«, sagt Matthias Rude, der mit anderen von der Tübinger Anti-Spe-Gruppe an diesem Freitag den Stand betreut, Unterschriften sammelt und Flugblätter verteilt. »Stoppt Affenqual in Tübingen« verlangt auch die Organisation Ärzte gegen Tierversuche, deren Info-Material ausliegt.
    »In Baden-Württemberg wird an drei Instituten am Hirn von Rhesusaffen experimentiert. In Berlin, Bremen und München wurden vergleichbare Versuche untersagt«, schreibt die Initiative. Die Tübinger Labors zu besichtigen, sei ihnen verwehrt worden, lässt Presse-Sprecherin Silke Bitz wissen. Der Nutzen für kranke Menschen bei diesen Experimenten sei gleich Null, betont sie.
    Für 18. April haben die Tierschützer in Tübingen eine Kundgebung und Demonstration angekündigt. Die Aktion auf dem Holzmarkt soll wiederholt werden. (-jk)

    (Quelle: http://www.gea.de/region+reutlingen/tuebingen/protest+gegen+tierversuche.493570.htm)

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    18. April 2009, „Schwäbisches Tagblatt“:

    Im Blickpunkt
    Hunderte waren gegen Tierversuche auf der Straße

    Nichts lässt den Menschen so emotional werden wie das Thema Tiere. Laut und leidenschaftlich so protestierten am Samstag etwa 400 Demonstranten gegen Tierversuche an Tübinger Instituten. – Wolfgang Albers.
    „Ihr seid Mör-der!“ lautete die klare Ansage. Als am Samstagmittag etwa 400 Tierversuchsgegner vom Marktplatz aus durch die Innenstadt zogen, war das kein Schweigemarsch. Im Gegenteil: Trommeln, Trillerpfeifen und immer wieder Sprechchöre hämmerten die Botschaft unmissverständlich raus: „Tierversuche gehören abgeschafft!“ Und fast jeder Demonstrant hatte eine Hand an einem Transparent, trug ein Schild am Stiel oder wenigstens ein kleines selbst gemaltes Plakat: Das Bild eines Affenbabys etwa mit dem Slogan: „It’s my life.“
    Wie nicht nur die vielen Schilder, die sich die Demonstranten ausleihen konnten, zeigten: Das war eine effektiv organisierte Kundgebung von Leuten, die wissen, wie man Druck auf der Straße macht. Organisiert wurde die Demo vom Verein „Ärzte gegen Tierversuche“. Seit 30 Jahren gibt es ihn, 300 Mitglieder hat er, und seit zwei Jahren hat er auch die Versuche an Affen im Visier.
    Das hat den Verein jetzt nach Tübingen geführt. „An drei Tübinger Instituten werden abstruse Versuche an Affen gemacht“, leitete Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei den Ärzten gegen Tierversuchen, die Demo ein: „Deshalb ist Tübingen im Fokus, weil hier immer noch nicht angekommen ist, dass solch eine brutale Hirnforschung an Affen ethisch nicht tragbar ist.“
    Und sinnlos, sagt Bernhard Rambeck, der stellvertretende Vorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche. Der Münchener, der im Bielefelder Epilepsiezentrum die Abteilung für klinische Pharmakologie leitet, engagiert sich seit 25 Jahren gegen Tierversuche aller Art: „Ich habe viele Medikamente gesehen, die im Tierversuch vielversprechend waren und am Menschen dann gar nichts gebracht haben. Ich weiß von keinem einzigen Affenversuch, der einem Menschen genützt hätte.“
    Mit Wissenschaftlern, die Tierversuche machen, tauscht sich Bernhard Rambeck schon lange nicht mehr aus: „Die nehmen uns nicht ernst und wir die auch nicht. Einen Dialog zu führen ist unmöglich.“ So haben die Kampagnen der Ärzte gegen Tierversuche auch einen anderen Ansprechpartner: die Öffentlichkeit. Und das mit Erfolg, bilanziert Rambeck die letzten Jahre: „In etlichen Städten sind Versuche an Affen verboten, und selbst dort, wo Tierversuche genehmigt werden, gehen die Versuchskommissionen kritischer und restriktiver damit um.“
    Tübingen sei noch einer der wenigen Standorte mit Affenversuchen. Und da wollen die Ärzte nun Druck aufbauen, damit die Politik dem einen gesetzlichen Riegel vorschiebt. „Baden-Württemberg hinkt anderen Ländern hinterher!“ rief Silke Bitz den Demonstranten zu. Den Protest jedenfalls haben die Ärzte gegen Tierversuche gut vernetzt. Der Marktplatz war mit Infoständen fast so voll wie an einem Markttag. Rund 15 Organisationen waren dort vertreten. Silke Bitz dazu: „Wir sind froh, alle Schattierungen der Tierschutzszene zu vereinen.“
    Aus der Schweiz waren 13 Aktivist(inn)en von der Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner angereist. Und auch eine eher neue Tübinger Gruppe hatte am Samstag ihren ersten großen öffentlichen Auftritt: die Antispeziesistische Aktion. Das ist eine offene Gruppe von zehn bis fünfzehn Leuten, meist Studierende der Naturwissenschaften, die den herrschaftskritischen Ansatz aus der linken Politiktheorie auf das Verhältnis zum Tier übertragen.
    In eigenen Worten: „Speziesismus legitimiert, dass Tiere von Menschen ausgebeutet werden dürfen. Fühlende und leidensfähige Individuen werden entrechtet, gefangen gehalten, gequält und getötet.“ Ein Emblem signalisiert Kampfentschlossenheit dagegen: eine Faust und eine Tierpfote vor einem fünfzackigen Stern. Und fett gedruckt fordert ein Flugblatt: „Nieder mit Fleisch-, Eier- Milch- und Pelzfabriken!“ Wie sagte doch eine Frau am Stand: „Wir sind scho ein bisschen anarchistisch.“
    Emotion auch andernorts. Vor einer Plakatwand echauffierten sich zwei Biologie-Studentinnen und eine Ethik-Lehrerin, die der Mehrheitsmeinung trotzten: „Das ist alles verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen!“ Gemeint waren Berichte aus der Datenbank der Ärzte gegen Tierversuche. Sie enthält 4000 Berichte über Tierversuche.
    Das Tübinger Hertie-Institut für klinische Hirnforschung wurde zitiert mit dem Bericht: „Welcher Hirnbereich ist zuständig für Hand- und Augenbewegungen der Affen?“ Zu lesen war vom Aufbohren der Schädeldecke, von Elektroden im Gehirn, vom Einsatz des Trinkens zur Belohnung – und auch das: „Nach Experimentende wurden die Affen getötet und ihr Gehirn in Scheiben geschnitten.“ Für Rambeck ist deshalb die Situation klar. In einer Rede an die Demonstranten geißelte er Tierversuche als grausame, unethische und unwissenschaftliche Methode: „Medizinischer Fortschritt ist wichtig. Aber Tierversuche sind der falsche Weg!“

    (Quelle: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/nachrichten-newsticker_artikel,-Protest-gegen-Tierversuche-mit-Affen-an-der-Uni-_arid,68588.html)

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    20. April 2009, „Reutlinger Generalanzeiger“:

    Abschaffung gefordert

    Am Samstag hatten verschiedene Verbände und Organisationen Informationsstände auf dem Tübinger Marktplatz aufgebaut und zu einem Demonstrationszug durch die Altstadt aufgerufen. Trotz strömenden Regens beteiligten sich rund fünfhundert Tierversuchsgegner an der Veranstaltung. Dem Zug folgten Theaterstücke, Musik- und Redebeiträge.
    Corinna Gericke von »Ärzte gegen Tierversuche« forderte »die Abschaffung aller Tierversuche zugunsten einer fortschrittlichen Medizin«. Diese Art von Forschung sei »altertümlich, grausam, ethisch nicht haltbar und medizinisch völlig abwegig«. In anderen Bundesländern würden Versuche, wie sie in Tübingen gemacht werden, mangels Nutzens nicht mehr genehmigt.
    Herbert Lawo vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg verdeutlichte, dass die Affen hochintelligente Tiere sind. »Aufgrund ihrer ausgeprägten sozialen Fähigkeiten gibt es Probleme, den verhaltens- und umweltbedingten Bedürfnissen unter Laborbedingungen gerecht zu werden.« Auch Millionen von Mäusen, Ratten, Meerschweinchen und Kaninchen würden in grausamen Versuchen sterben. »Die Ergebnisse sind jedoch oft irreführend und nicht auf den Menschen übertragbar.«
    Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner und verschiedene bundesweite Tierrechtsinitiativen schlossen sich dem Protest an und verwiesen auf alternative Forschungsmethoden in ihren (Bundes-)Ländern. Im Vorfeld zu dem Demonstrationstag hatte (wie berichtet) die Uni mitgeteilt, dass es »bislang keine Techniken gibt, die Tierversuche vollständig ersetzen können«. Insbesondere in der Forschung über Rehabilitation von Patienten nach Schlaganfällen oder bei Querschnittsgelähmten spielten Versuche mit nichthumanen Primaten eine wichtige Rolle. (GEA)

    (Quelle: http://www.gea.de/region+reutlingen/tuebingen/abschaffung+gefordert.490634.htm)

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    18. Juni 2009, „Schwäbisches Tagblatt“, Leserbrief:

    Sind Tierversuche an Affen verzichtbar? Weiter in der Debatte.
    „Leben unter Qualen“

    Die Experimentatoren haben sich inzwischen gegenseitig widersprochen und selbst diskreditiert. Bereits am Tag der Demonstration für die Abschaffung von Tierversuchen im April suggerierte die Neurowissenschaftliche Gesellschaft in einer Anzeige im TAGBLATT, die Alzheimer-Forschung sei auf Versuche mit Affen angewiesen. „Dieser Eindruck ist nicht richtig“, erklärte daraufhin der Alzheimer-Spezialist Prof. Mathias Jucker vom Hertie-Institut, selbst Tier-Experimentator, im Interview mit dem TAGBLATT.
    Nun hat das ZDF-Magazin „Frontal 21“ sich des Themas angenommen. In einem Beitrag vom 19. Mai, „Tierversuche: Opfer der Forschung“ (http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inalt/12/0,1872,7589036,00.html), leugnet Prof. Nikos Logothethis, Direktor des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik, schlicht, dass die Affen leiden. Der Tierarzt für Versuchstierkunde Dr. Franz Gruber dagegen kommt beim Betrachten der Versuchsaufnahmen zum Schluss, dass schon alleine das Fixieren im „Primatenstuhl“ für einen Affen erhebliches Leid bedeutet. (…)
    Nachdem das ZDF auf Erhebungen der Akademie für Tierschutz München hingewiesen hat, die zeigen, dass die absolute Mehrheit von Tierversuchen keinen Nutzen für den Menschen bringt, urteilt es: „Es geht um viel Geld, wissenschaftliches Prestige und Karrieren. Für die Affen und all die anderen Tiere um ein ganzes Leben unter Qualen – für die zweckfreie Forschung!“
    Matthias Rude, Antispeziesistische Aktion / Tierrechtstreffen, Tübingen

    (Quelle: http://www.tagblatt.de/Home/leserportal/leserbriefe_artikel,-Leben-unter-Qualen-_arid,62525.html)

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