Archiv für März 2010

Aktionsaufruf: Tierversuchsstadt Tübingen

„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“
– Kurt Tucholsky.

Aufruf zu einer offenen Aktionsphase gegen Tierversuche

Noch immer werden in Tübingen zahllose Tierversuche betrieben. Speziell gegen die Versuche an Rhesusaffen, die in Tübingen gleich an drei Instituten durchgeführt werden,1 richtet sich seit Januar 2009 die Kampagne „Stoppt Affenqual in Tübingen“; in Kooperation haben Ärzte gegen Tierversuche und die Antispeziesistische Aktion Tübingen diese Kampagne initiiert. In ihrer ersten Bilanz, welche sie nach einem Jahr zogen, klagen „Ärzte gegen Tierversuche“ die Verantwortlichen in der Politik an, sich noch immer ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Tier zu entziehen und weiterhin zuzulassen, dass in Tübingen nach wie vor Affen für völlig zweckfreie Forschung gequält werden. Sie fordern den sofortigen Ausstieg aus den Affenversuchen und eine Forschung frei von Tierversuchen. „Solange sich die Politik schützend vor die einflussreiche Tierversuchslobby stellt, anstatt sich klar zu einer tierversuchsfreien Forschung zu bekennen, dürfen wir mit dem öffentlichen Druck nicht nachlassen“, appellieren sie an die Bevölkerung.
Ergänzend möchten wir, die Antispeziesistische Aktion Tübingen, ebenfalls dazu aufrufen, Druck auf allen Ebenen auszuüben. In einer neuen, offenen Aktionsphase gegen Tierversuche in Tübingen sollen die Verantwortlichen dazu bewegt werden, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Hierzu soll zunächst das idyllische Image der Stadt als grüne Universitätsstadt im öffentlichen Bewusstsein dekonstruiert werden.
Abgeschirmt von der Öffentlichkeit geht inmitten unserer sich kultiviert nennenden Gesellschaft, wie es die Philosophen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno einmal ausgedrückt haben, „verkannt als bloßes Exemplar“ tagtäglich Versuchstier nach Versuchstier „durch die Passion des Laboratoriums“, ziehen ExperimentatorInnen „verstümmelten Tierleibern“ den „blutigen Schluß“ ab, ohne dass dies der Großteil der Menschen überhaupt mitbekommt. So sind sich viele Menschen, die in Tübingen leben, überhaupt nicht darüber bewusst, dass solche „scheußlichen physiologischen Laboratorien“ sich in ihrer unmittelbaren Umgebung befinden. In Tübingen werden – nach zahlreichen bereits beendeten Versuchen mit Affen – momentan nicht nur gleich an drei Instituten ähnliche Versuche mit Rhesusaffen durchgeführt, wie sie bereits in München, Berlin und Bremen in den letzten Jahren aus ethischen Gründen von den Behörden nicht mehr erlaubt wurden – die „Datenbank Tierversuche“ findet unter der Stichwortsuche „Tübingen“ aktuell 181 wissenschaftliche Publikationen über Studien, zu deren Durchführung an Tieren experimentiert wurde.
Was hinter den Türen Tübinger Institute, finanziert durch öffentliche Gelder, geschieht, würde, geschähe es beim Menschen, Folter und Mord genannt werden. Mit moderner, verantwortungsbewusster Forschung hat das unserer Ansicht nach nichts zu tun, weshalb wir die „Universitätsstadt“ Tübingen hiermit zur „Tierversuchsstadt“ erklären, um Bewusstsein für die Problematik von Tierversuchen in der Öffentlichkeit zu schaffen.
Wir rufen alle dazu auf, sich an der offenen Aktionsphase gegen Tierversuche in Tübingen zu beteiligen. Jede und jeder Einzelne und jede Gruppe von Menschen hat viele Möglichkeiten, dem gefühlten Protest öffentlich Ausdruck zu verleihen. Wir freuen uns zwar über jede Unterschrift, die z.B. im Rahmen unserer Infostände abgegeben wird, möchten aber auch auf das zusätzliche Potential anderer Aktionsformen aufmerksam machen. Dieses kann nicht nur durch das Informieren des Bekanntenkreises, das Verfassen von LeserInnenbriefen oder durch persönliche Anfragen bei den experimentierenden Institutionen, sondern auch durch weitergehenden kreativen Protest zum Ausdruck gebracht werden.
Protest auf allen Ebenen erachten wir als notwendig und unabdinglich. Tierquälerei im Dienste der Forschung darf keine Akzeptanz finden, darum tragt eure Meinung und euren Protest nach außen!
Das Ortsschild-Motiv „Tierversuchsstadt Tübingen“ steht frei zur kreativen Verwendung!

Hier gibt es den Aufruf als PDF.

  1. Abteilung Kognitive Neurologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Ottfried-Müller-Str. 27, 72076 Tübingen; Labor für Primaten-Neurokognition, Abteilung für Tierphysiologie, Institut für Zoologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen; Max-Planck-Institut (MPI) für Biologische Kybernetik, Spemannstraße 38, 72076 Tübingen. [zurück]

Antispe-Party

Donnerstag, 18.3., 20 Uhr, Tübingen, Ludwigstr. 15, Keller:

Antispe-Hausbar mit veganer Vokü, Konzert und Cocktail-Bar.
20 Uhr: Vegane Vokü: BBQ-Spieße
21 Uhr: Konzert: Konny (Liedermacher, Berlin)
danach: Party mit Cocktail-Bar
Eintritt frei!




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