Ankündigung: Aktionstag mit Demo am 5. Juni

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Am 5. Juni findet in Kooperation mit Ärzte gegen Tierversuche in Tübingen wieder ein großer Aktionstag im Rahmen der Kampagne „Stoppt Affenqual in Tübingen“ statt:

Ab 11 Uhr: Info- und Essensstände auf dem Marktplatz
Ab 12 Uhr: Großdemonstration
Ab 13.30 Uhr: Bühnenprogramm auf dem Marktplatz


2 Antworten auf „Ankündigung: Aktionstag mit Demo am 5. Juni“


  1. 1 Administrator 21. Juni 2010 um 9:14 Uhr

    7. Juni 2010, „Reutlinger Generalanzeiger“:

    Vorwurf: Forscher-Neugier tötet Affen

    TÜBINGEN. An Ständen werden Falafel gebacken, junge Männer und Frauen in Batik-Hemden und mit Rasta-Locken belagern den Tübinger Marktplatz. Dazwischen eine ausgestopfte Katze, die brutal in ein Schraubgestell eingespannt ist. Man merkte am Samstagmittag erst auf den zweiten Blick, dass es sich hier um kein Alternativen-Fest handelt, sondern um eine Protestaktion gegen Tierversuche. Dann aber wurden die ersten Schilder hoch gehalten, ein Protestzug mit etwa 200 Beteiligten bildete sich und marschierte los, einmal durch die Stadt.
    Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche und die AntiSpe Tübingen, ein Verein gegen die Diskriminierung nichtmenschlicher Lebewesen, hatten zur Aktion aufgerufen. Der konkrete Hintergrund: In Tübingen wird an drei Instituten Grundlagenforschung an Affen betrieben. Die Affen werden dabei zum Beispiel über lange Zeit annähernd bewegungsunfähig gefesselt und kriegen nur alle paar Stunden ein paar Tropfen Apfelsaft. Und das auch nur, wenn sie die gewünschte Reaktion zeigen.

    Anderswo verboten
    Grundlagenforschung bedeute dabei auch, so die demonstrierenden Ärzte, dass keine Medikamente oder Behandlungsmethoden durch die Versuche entstehen. Der Vorwurf der protestierenden Mediziner: Die Versuche dienten allein der Befriedigung der Neugier der Forscher. Dabei könne man die Forschung auch auf andere Weise, vor allem ohne Versuch am Tier voranbringen. Die ethische und auch wissenschaftliche Problematik dieser Forschung habe schon dazu geführt, dass ähnliche Projekte in Berlin, Bremen und München politisch untersagt worden seien.

    Weitere Informationen gab es an Ständen und bei vier öffentlichen Vorträgen auf dem Marktplatz. (mce)

    (Quelle: http://www.gea.de/region+reutlingen/tuebingen/vorwurf+forscher+neugier+toetet+affen.1388734.htm)

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    19. Juni 2010, „Reutlinger Generalanzeiger“, Leserbrief:

    »Für eine befreite Gesellschaft«

    Anders als unsere Kooperationspartner »Ärzte gegen Tierversuche« sind wir zwar kein Verein, wie es in Ihrem Artikel heißt, aber dass Antispe-Gruppen sich gegen Diskriminierung, auch von nichtmenschlichen Tieren, einsetzen, stimmt. Die politische Tierbefreiungsbewegung sieht sich als logische Fortsetzung der großen historischen Emanzipationsbewegungen.
    Als »Querschnitt durch den Gesellschaftsbau der Gegenwart« benutzte der Philosoph Max Horkheimer in einem Text von 1934 einmal die Metapher eines »Wolkenkratzers«, eines Hauses, dessen Keller ein Schlachthof und dessen Dach eine Kathedrale sei. Dieses Haus »gewährt in der Tat aus den Fenstern der oberen Stockwerke eine schöne Aussicht« – wir sollten unsere Augen aber vor dem Blick nach unten nicht verschließen.
    Dabei kann sich unsere Solidarität nicht nur auf andere Menschen beschränken, genauso wenig, wie unser Bestreben sich nicht nur auf das Wohl nichtmenschlicher Tiere richten sollte, da wir damit jeweils nur Teilaspekte des Ausbeutungsapparates im Auge hätten. AntispeziesistInnen üben Kritik an jeglicher Art der Unterdrückung, kämpfen gegen Ausbeutung, auch gegen die nichtmenschlicher Tiere, aber ohne die Befreiung der Menschen aus dem Auge zu verlieren.
    Der Begriff »Speziesismus« wurde gebildet, um die »Artenarroganz« des Menschen gegenüber anderen Spezies auszudrücken. Speziesismus kann analog zum Rassismus oder Sexismus als ein Zusammenhang von Vorurteilen und Klischees angesehen werden, der die Unterdrückung einer Gruppe aufgrund der Hervorhebung von Andersartigkeiten proklamiert.
    Der im gesellschaftlichen Denken tief verankerte Mensch-Tier-Dualismus stellt alle anderen Tierarten zusammengefasst dem Menschen gegenüber.
    Die Arbeit von Anti-SpeziesistInnen richtet sich in theoretischer Hinsicht darauf, dieses soziale Konstrukt, durch welches die Ausbeutung der Tiere legitimiert wird, zu dekonstruieren, in praktischer Hinsicht richtet sie sich gegen die materielle Basis der Ausbeutung. Letztlich kämpfen wir für eine befreite Gesellschaft; diese muss die Befreiung der Tiere beinhalten.
    Matthias Rude für die Antispeziesistische Aktion Tübingen.

    (Quelle: http://www.gea.de/leser/leserbriefe/+fuer+eine+befreite+gesellschaft.1412034.htm)

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    21. Juni 2010, „Schwäbisches Tagblatt“, Leserbrief:

    Zahllose Versuche
    Ergänzendes zum Bericht über die Demonstration gegen Affenversuche in Tübingen vom 7. Juni.

    Im Bericht über unseren Aktionstag am 5.6. heißt es über das Max-Planck-Institut, dieses sei „eines von drei Instituten in der Unistadt“, das „Tiere bei Forschungsarbeiten einsetzt“. Hierbei handelt es sich um eine fatale Fehlinformation! Tatsächlich werden in Tübingen zahllose Tierversuche betrieben – „datenbank-tierversuche.de“ findet unter der Stichwortsuche „Tübingen“ aktuell 185 Publikationen über Studien, zu deren Durchführung an Tieren experimentiert wurde.
    Richtig wäre gewesen, zu schreiben, dass in Tübingen momentan an gleich drei Instituten Versuche mit Rhesusaffen durchgeführt werden, wie sie bereits in München, Berlin und Bremen verboten worden sind. Gegen sie richtet sich die Kampagne „Stoppt Affenqual in Tübingen“ – in Kooperation haben Ärzte gegen Tierversuche und die Antispeziesistische Aktion Tübingen diese 2009 initiiert.
    Abgeschirmt von der Öffentlichkeit geht inmitten unserer sich kultiviert nennenden Gesellschaft, wie es die Philosophen Horkheimer und Adorno einmal ausgedrückt haben, „verkannt als bloßes Exemplar“ Versuchstier nach Versuchstier „durch die Passion des Laboratoriums“, ziehen ExperimentatorInnen „verstümmelten Tierleibern“ hinter verschlossenen Türen den „blutigen Schluß“ ab. Viele in Tübingen sind sich überhaupt nicht darüber bewusst, dass diese „scheußlichen physiologischen Laboratorien“ sich in ihrer unmittelbaren Umgebung befinden, was uns dazu bewogen hat, in unserem Aufruf zu einer offenen Aktionsphase gegen Tierversuche (asatue.blogsport.de) die „Universitätsstadt“ Tübingen zur „Tierversuchsstadt“ zu erklären, um Bewusstsein für diese Problematik in der Öffentlichkeit zu schaffen.
    Matthias Rude, Antispeziesistische Aktion, Tübingen.

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