Queer-Wagen auf dem Christopher-Street-Day in Stuttgart 2010

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Christopher Street Day – It all started with a riot…
Seit es am 28.06.1969 in New York zum ersten bekannt gewordenen Aufstand „sexueller Minderheiten“ gegen Polizeiwillkür und Diskriminierung kam, ist der „Christopher Street Day“ ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von LGBTs (Lesbisch Schwul Bisexuell Transgender) in aller Welt. In Deutschland dienten und dienen die „Polit-Paraden“ der Community häufig der Forderung nach (bürgerlichen) Rechten und Gleichberechtigung für schwul-lesbische Lebensformen. Zudem manifestiert sich in den Paraden, aus kritischen und/oder queeren Blickwinkeln, ein medienwirksames Bild einer an Kommerzialität und Konformität kaum zu überbietenden feiernden Szene der Oberflächlichkeiten.

Break out!
Als Judith Butler, Philosophin und Queer-Theoretikerin, am diesjäjhrigen Berliner CSD mit ihrer Ablehnung des Zivilcourage-Preises für einen „Eklat“ sorgte, gab sie gleichzeitig den Anstoss, die CSD-(Protest)-Kultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn was als kämpferischer Aufstand begann, scheint mittlerweile kommerzialisiert, instrumentalisiert und ausgrenzend (gegenüber Intersexuellen, Transgendern, Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Betroffenen von Mehrfach-Diskriminierung). Zudem wagt sich der CSD kaum, Unterdrückungs- und Herrschaftsmechanismen zu thematisieren oder zu kritisieren: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Transphobie (auch innerhalb der schwul-lesbischen Szene), Intersexualität oder Repression gegen queere Aktivist*innen bleiben thematisch unangetastet und werden ausgeklammert.

Create new!
Wir haben uns für die Beteiligung am CSD in Stuttgart entschieden, um bewusst queere, emanzipatorische, kritische Inhalte auf den CSD zu tragen. An eine zweigeschlechtliche Welt können wir nicht glauben, an Mainstream und Kommerz sind wir nicht interessiert, Nazis können uns gestohlen bleiben und auf Krieg, Repression und Rassismus haben wir keinen Bock. Lust haben wir auf viele Geschlechter und Identitäten, die sich jede*r selbst gestalten kann und auf Selbstbestimmung und Freiräume, in denen wir unsere Träume Wirklichkeit werden lassen können.

Deshalb:
Que(e)rfeld ein auf den CSD nach Stuttgart! Beteiligt euch am Wagen der Libertären Queerulant*innen! Gegen Heteronormativität und Rassismus!

Treffpunkt für die Parade ist am 31. Juli 2010 um 16 Uhr in der Böblinger Straße, Stuttgart.


1 Antwort auf „Queer-Wagen auf dem Christopher-Street-Day in Stuttgart 2010“


  1. 1 Kim 15. Juli 2010 um 22:41 Uhr

    Liebe Menschen,

    …also dass Transphobie nicht als Thema vorkommen würde, kann man beim CSD 2010 in Stuttgart nicht sagen. Es wird sogar zwei Veranstaltungen zu diesem Thema geben – am 27. Juli in der Weissenburg in Stuttgart zum Thema „sind transsexuelle Menschen wirklich geisteskrank“ und dann nochmal am 30. Juli im Stuttgarter Theaterhaus mit Film+Diskussion zum Thema „was ist Transhobie?“.

    Als Organisatorin bzw. Mitorganisatorin dieser beiden Veranstaltungen möchte ich sagen, dass die Möglichkeit in Stuttgart zum Thema „Transphobie“ etwas zu machen auf gute Unterstützung durch verschiedenste Gruppen gestossen ist. Ohne die Bereitschaft und ein gutes Entgegenkommen z.B. der Verantwortlichen der Veranstaltungsorte und ohne deren ehrenamtliches Engagement gäbe es diese beiden Veranstaltungen gar nicht.

    Liebe Grüsse,

    Kim
    Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.

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