ESCADA beendet Pelzhandel

ESCADA Campaign

Nur ein Tag nach der Veröffentlichung unseres Offenen Briefes, in dem wir das größte Modehaus Tübingens und einige Tübinger Boutiquen bitten, auf den Verkauf von Echtpelz zu verzichten, gibt der Modekonzern ESCADA, der seit 2007 Ziel der Escada-Campaign war, bekannt, den Echtpelzverkauf komplett aufzugeben. Als Teil der OGPI haben auch wir im Rahmen der Kampagne seit 2007 lokal vor allem vor den Escada-Filialen in Metzingen und in Stuttgart demonstriert, überregional bei der Teilnahme an Veranstaltungen wie beispielsweise „Wiesbaden Pelzfrei“ am 19. Januar 2008 oder der Antispe-Großdemo am 15. November 2008 in Berlin, die unter dem Motto „Animal Liberation! Escada aus dem Pelzhandel kicken!“ stand.
Nachdem ESCADA im Juni angekündigt hatte, „keine Zuchtpelze mehr“ zu verwenden, wird der Luxusgüterkonzern ab Januar 2011 komplett auf die Verwendung von Echtpelz verzichten. Eine entsprechende Mitteilung wurde in der Branchenkreisen verbreitet. Im Wortlaut heißt es: „Mit der Frühjahr/Sommer 2011 Kollektion, die ab Januar 2011 in den Geschäften erhältlich sein wird, verwendet ESCADA keine Pelze mehr. Nachdem ESCADA bereits mit der Prefall 2010 Kollektion, die ab Mai dieses Jahres verkauft wurde, keine Zucht- bzw. Edelpelze mehr eingesetzt hatte, verzichtet das Unternehmen nun komplett auf Pelze, also auch auf Kaninchen und Karakul. Diese Entscheidung ist unbefristet.“
ESCADA war seit Oktober 2007 Ziel einer Tierrechts- und Tierbefreiungskampagne des Global Network Against the Fur Industry. Die Kampagne richtete sich gegen den Verkauf von Echtpelzwaren. Der Modekonzern hatte bereits im Juni angekündigt, ab der Herbstsaion 2010 auf die Verwendung von „Zuchtpelzen“ zu verzichten. Auf Nachfragen, welche Fellarten diese „Pelzfreiheit“ einschließe, reagierte der Konzern ausweichend oder gar nicht. Klar wurde jedoch bald: Felle bestimmter Tierarten, wie z.B. Kaninchenpelze, sollten weiterhin Teil der Kollektionen des Münchner Unternehmens sein. Die Escada-Campaign rief daraufhin zu einer Wiederaufnahme der Proteste und zu einem internationalen Aktionswochenende gegen den Pelzverkauf des Unternehmens vom 15. bis 17. Oktober auf. Zahlreiche Gruppen weltweit hatten bereits Aktionen angekündigt und gefordert, dass das Unternehmen alle Fellarten, einschließlich Kaninchen- und Karakulfelle, aus dem Sortiment nimmt. Mit der Entscheidung, auch auf die Verwendung von Kaninchenfell und das von der Pelzindustrie verarbeitete persische Lammfell (Karakul) zu verzichten, sieht die Escada-Campaign die Forderungen an das Unternehmen als vollständig erfüllt und die Kampagne als erfolgreich beendet an. Es wird daher dazu aufgerufen, die geplanten Proteste am Aktionswochenende und in den kommenden Wochen einzustellen. Escada-Campaign und Global Network Against the Fur Industry danken allen, die sich in der Vergangenheit mit Aktionen an der Kampagne beteiligt haben oder diese anderweitig unterstützt haben.
Wir, die Antispeziesistische Aktion Tübingen, hoffen, dass wir auf lokaler Ebene genauso erfolgreich sein werden und die Tübinger Modehäuser davon überzeugen können, fortan keine Echtpelzprodukte mehr zu führen.


4 Antworten auf „ESCADA beendet Pelzhandel“


  1. 1 Mausflaus 16. Oktober 2010 um 10:16 Uhr

    ich traue Escada nicht – immer wenn sie druck kriegen machen sie kleine zugeständnisse, sodass protestaktionen abgesagt werden. aber nach einer weile hängt der pelz immer noch in den läden und escada erfindet neue ausreden. ich glaube erst dass escada pelzfrei ist wenn ich im winter keine pelzmäntel mehr im schaufenster hängen sehe.

  2. 2 Administrator 19. Oktober 2010 um 14:18 Uhr

    18. Oktober 2010, „Neues Deutschland“:

    Escada ohne Pelz: Tierschützerkampagne erfolgreich

    Eigentlich wollten sie an diesem Wochenende demonstrieren. Doch dann ist das Modeunternehmen Escada den Pelzgegnern zuvor gekommen. Der Konzern erklärte, ab nächstem Jahr auf Pelze zu verzichten.
    Drei Jahre haben die Pelzgegner auf diesen Moment gewartet: Das Modeunternehmen Escada will die Verarbeitung von Pelzen beenden. Die Tierfreunde freuen sich über ihren »großen Erfolg«.
    Escada möchte in der Modekollektion, die ab Januar erhältlich ist, keinen Pelz mehr anbieten. Im Sommer hatte es bereits eine ähnliche Ankündigung gegeben, damals war aber nur von Zuchtpelz die Rede. Da in der damaligen Kollektion kein Pelz zu finden war, hatten die Tierschützer ihre Kampagne vorübergehend eingestellt – bis sie dann vor einem Monat feststellten, dass weiterhin bestimmte Pelzarten verkauft wurden, zum Beispiel von Kaninchen.
    Nun aber wolle Escada »komplett auf Pelze verzichten«, so das Unternehmen mit Sitz in München. Die Entscheidung sei unbefristet. Erklärt wurde sie mit dem geringen Umsatz, der mit dem Pelzverkauf erzielt werde. Es ist aber anzunehmen, dass die Proteste der Tierschützer dazu beitrugen.
    Im Herbst 2007 hatten Gruppen aus mehreren Ländern eine Kampagne gegen Escadas Pelzgeschäft gestartet, inzwischen sind auf der Internetseite rund 1000 Aktionen dokumentiert – von der Mahnwache bis zur Blockade von Escadafilialen. Der Ruf des Luxusunternehmens dürfte darunter gelitten haben, auch wenn das offiziell nie zugegeben wurde.
    In Deutschland ist Escada nicht das erste Unternehmen, das nach Protesten von Tierschützern auf Pelze verzichtet. Auch Karstadt-Quelle, Peek & Cloppenburg sowie C & A tun das. »Modehersteller verzichten nicht freiwillig auf Echtpelzprodukte«, sagt Michael Stern von der deutschen Tierschützerkampagne »Offensive gegen die Pelzindustrie«. Hierfür bedürfe es »entschiedener Proteste«. Die Entscheidung Escadas sei auch Signal an andere Unternehmen: »Wer Pelz verkauft, wird früher oder später Ziel von Anti-Pelz-Kampagnen.«

    (Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/182050.escada-ohne-pelz.html)

    ------------------------------------------------------------------------------------------

    19. Oktober 2010, „FashionUnited“:

    Escada beugt sich Tierschützern

    Das Modeunternehmen Escada scheint sich nach seiner Insolvenz und im Zuge seiner Bemühungen um ein besseres Image dem zunehmenden Druck seitens diverser Tierschutzorganisationen zu beugen und künftig auf den Verkauf von Pelzen zu verzichten.
    Nachdem die Proteste gegen Escada und andere Modeanbieter bereits im Jahr 2007 begonnen hatte und nach Angaben der Organisatoren von der „Offensive gegen die Pelzindustrie“ 900 Aktionen hervorgebracht hatte, scheinen sie nun von Erfolg gekrönt zu sein. Ab dem Frühjahr des kommenden Jahres soll der Handel mit Pelzen bei Escada endgültig eingestellt werden. In einem Schreiben des Unternehmens an die Tierschützer bestätigt Escada-Sprecher Frank Elsner: „Mit der Frühjahr/Sommer 2011 Kollektion, die ab Januar 2011 in den Geschäften erhältlich sein wird, verwendet Escada keine Pelze mehr. Nachdem Escada bereits mit der Prefall 2010 Kollektion, die ab Mai dieses Jahres verkauft wurde, keine Zucht- bzw. Edelpelze mehr eingesetzt hatte, verzichtet das Unternehmen nun komplett auf Pelze, also auch auf Kaninchen und Karakul.“
    Die Protestler wähnen sich nun endlich am Ziel und berichten stolz, dass sich die unzähligen Aktionen, Kundgebungen, Demonstrationen der vergangenen drei Jahre schließlich doch auszahlen. Kampagnen gegen Warenhäuser und Modeunternehmen seien eben ein strategisches Mittel zur Erreichung des Ziels „die Pelzindustrie als eine von zahlreichen Tierausbeutungsindustrien abzuschaffen“, so die Tierrechtler. Michael Stern, Pressesprecher der Offensive gegen die Pelzindustrie, sieht in zielgerichteten Kampagnen gar ein effektives Mittel, um die Pelzindustrie mittelfristig zu beenden: „Modehersteller verzichten nicht freiwillig auf Echtpelzprodukte“, so der Stern. Hierfür bedürfe es entschiedener Proteste von Pelzgegnern und Pelzgegnerinnen. Und er gibt sich weiter kämpferisch: „Mit jeder gewonnenen Kampagne schwinden die Absatzmärkte der Pelzindustrie. Gleichzeitig ist jede gewonnene Kampagne ein Zeichen an die gesamte Bekleidungsindustrie: Wer Pelz verkauft, wird früher oder später Ziel von Anti-Pelz-Kampagnen.“
    Man darf also gespannt sein, wer als nächstes ins Fadenkreuz der Protestler gerät. Zumindest dürften die entsprechenden Unternehmen gewarnt sein. Die bislang meist wöchentlich abgehaltenen Kundgebungen und teils blutigen Aktionen vor diversen Escada-Filialen in Berlin, Hamburg oder Frankfurt haben das Münchener Modehaus zermürbt. Für Escada bleibt indes zu hoffen, dass sich der Pelzverzicht aufgrund steigender Image-Werte doch noch auszahlt.

    (Quelle: http://www.fashionunited.de/News/Leads/Escada_beugt_sich_Tiersch%FCtzern_201010198400/)

  1. 1 Erklärung: Unbedingte Solidarität mit von Repression betroffenen AktivistInnen « Antispeziesistische Aktion Tübingen Pingback am 19. Januar 2011 um 19:33 Uhr
  2. 2 Unbedingte Solidarität mit von Repression betroffenen AktivistInnen | Bite Back Germany | Time for Resistance Pingback am 25. Januar 2011 um 0:37 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: