Ankündigung: Kundgebung auf dem Holzmarkt

Für Mittwoch, den 2.2., hat das alternative Hausprojekt Liebig14 in Berlin-Friedrichshain den offiziellen Räumungsbescheid erhalten. Die Liebig14 versteht sich als ein selbstverwaltetes Wohnprojekt mit dem Anspruch, herrschaftsfreie Strukturen zu schaffen. Das Projekt soll die Möglichkeit bieten, selbstverwaltet in bezahlbarem Wohnraum zu leben, soll Raum bieten für unkommerzielle Kultur sowie für linke und linksradikale Politik und Vernetzung. Mit selbstorganisierten und unkommerziellen Veranstaltungen (wie Vorträgen, Konzerten, Workshops, Vernetzungs-Treffen) und Platz für politische Gruppen und Organisation stellt die Liebig14 einen Raum für emanzipatorische Praxis und selbstverwaltete Kultur dar. Mit ihrer 20-jährigen Geschichte ist die Liebig14 nicht nur ein wichtiger Bestandteil der linken Szene, sondern auch im Stadteil verwurzelt. Gerade in Friedrichshain werden die Veränderungen in den Stadtvierteln sichtbar: Immobilien werden durch Luxus-Sanierungen aufgewertet, die Mieten steigen, Räume, die nicht „profitabel“ sind – oder sein wollen –, und Menschen mit wenig Geld werden verdrängt und müssen einer schick gemachten Konsum-Szenerie weichen. Diese kapitalistischen Veränderungsprozesse, die sich in Stadteilplanung und -entwicklung widerspiegeln, werden unter dem Begriff Gentrifizierung zusammengefasst. Im Kapitalismus wird tendenziell alles zur Ware, so auch Wohnraum. Wohnräume werden deshalb nicht nach den Bedürfnissen der Menschen beurteilt und gestaltet, sondern danach, wie sie möglichst viel Profit abwerfen. Die Liebig14 hat sich als Teil des „Wir bleiben alle“-Bündnisses aktiv in die Diskussion und Kämpfe gegen Gentrifizierungs-Prozesse eingebracht. In ihrer Struktur und Organisation verweigert sich das selbstverwaltete Hausprojekt den Verwertungszwängen im Kapitalismus. Deshalb ist die drohende Räumung kein Zufall, sondern dient der Durchsetzung wirtschaftlicher und politischer Interessen. Die Räumung ist zudem kein Einzelfall: Besetzte Häuser, Wohnprojekte, autonome und soziale Zentren in aller Welt sehen sich mit Repression und Verdrängung konfrontiert. Die Räumung der autonomen Zentren „Ex-Steffi“ und „Obw9″ in Karlsruhe und Stuttgart haben in Süddeutschland selbstverwaltete Räume zunichte gemacht. Viele andere Projekte sind von der Räumung bedroht. Es macht uns traurig und wütend, dass mit der drohenden Räumung der Liebigstraße 14 ein weiterer Ort vernichtet werden soll, in dem versucht wird, nicht kaptitalismuskonform zu leben. Unsere Solidarität gilt nicht nur den BewohnerInnen, die ihr Zuhause verlieren, sondern allen Menschen und Projekten, die von Verdrängung und Repression betroffen sind.

Solidarität mit der Liebig14 und allen anderen bedrohten Projekten!

Kundgebung: Mittwoch, 2.2., 18 Uhr, Tübingen, Holzmarkt

liebig14.blogsport.de
wba.blogsport.de





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