Archiv für April 2011

Ankündigung: Veranstaltung „Brauchen wir Tierversuche?“

Das Tübinger Aktionsbündnis gegen Tierausbeutung und der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche laden am Donnerstag, dem 05. Mai 2011 um 20 Uhr, zu einem Vortrag über Tierversuche, insbesondere über die Tübinger Hirnforschung an Affen, in den Kupferbau in Tübingen ein.
Der Vortrag von Tierärztin Dr. med. vet. Hiltrud Straßer, aktives Mitglied der Ärztevereinigung, ist Teil der Kampagne gegen die Affenversuche in Tübingen, die Ärzte gegen Tierversuche und die Antispeziesistische Aktion Tübingen im Jahr 2009 ins Leben gerufen haben. In den Jahren 2009 und 2010 hatten die Organisationen Großdemonstrationen in Tübingen als Protest gegen die Hirnforschung an Affen organisiert. Dr. Straßer gibt in ihrem Vortrag kritische Einblicke in die tierexperimentelle Forschung, insbesondere in die in Tübingen praktizierte zweckfreie Grundlagenforschung am Hirn von Affen, und zeigt die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung auf. Gabriele Busse vom Tübinger Bündnis gegen Tierausbeutung berichtet über ihre Zeit als Diplomandin am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen (MPI). Sie schildert ihre Erfahrungen und gibt Einblick in den Umgang mit Affen und auch Menschen am MPI.
Am 21. Mai 2011 lädt das Bündnis gegen Tierausbeutung zudem von 14-16 Uhr auf dem Tübinger Holzmarkt zu einem Infostand zum Thema Affenversuche ein, an dem interessierte Bürger sich über die Problematik der Hirnforschung an Affen sowie der Tierversuche grundsätzlich informieren können.
Die Kampagne gegen die Tübinger Affenhirnforschung wurde ins Leben gerufen, da in Baden-Württemberg an drei Instituten, die sich alle in Tübingen befinden,1 noch immer Tierversuche am Hirn von Rhesusaffen stattfinden, wie sie in anderen Bundesländern seit Jahren nicht mehr genehmigt wurden. So wurden in München, Berlin und Bremen vergleichbare Versuche von den Genehmigungsbehörden aus ethischen Gründen und mangels medizinischen Nutzens abgelehnt. Damit wurde auch dem im Grundgesetz verankerten Tierschutz Rechnung getragen. „Wir setzen auf die neue grün-rote Landesregierung endlich einen Schlussstrich unter diese brutale und zweckfreie Forschung am Affenhirn zu ziehen“, so Dipl.-Biol. Silke Bitz von der Ärztevereinigung. Die bisherige schwarz-gelbe Landesregierung hatte vehement an der altertümlichen tierexperimentellen Forschung festgehalten, wohingegen die Grünen und die SPD wichtige Ziele zur Stärkung der tierversuchsfreien Forschung in ihren Wahlprogrammen sowie auch jetzt im Koalitionsvertrag festgeschrieben haben.

  1. Abteilung Kognitive Neurologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Universität Tübingen, Ottfried-Müller-Str. 27, 72076 Tübingen; Labor für Primaten-Neurokognition, Abteilung für Tierphysiologie, Institut für Zoologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen; Max-Planck-Institut (MPI) für Biologische Kybernetik, Spemannstraße 38, 72076 Tübingen. [zurück]

„Tierversuchsstadt Tübingen“: Staatsschutz ermittelt

Nachdem am gestrigen Dienstag im Reutlinger Generalanzeiger lediglich berichtet wurde, dass die Animal Liberation Front nach eigenen Angaben zum Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April auf Tierversuche in Tübingen hinweisen wolle, indem sie in der Nacht zum Montag auf den Tübingern Ortsschildern die „Universitätsstadt“ zur „Tierversuchsstadt“ gemacht habe (zum BekennerInnenschreiben), heißt es heute im Schwäbischen Tagblatt: „Angeblich soll die so genannte ‚Tierbefreiungsfront‘ (‚Animal Liberation Front‘) die Schilder überklebt haben, um auf Tierversuche in Tübingen aufmerksam zu machen. Die aus England stammende Bewegung ist in kleinen Gruppen organisiert und auch für Brandanschläge etwa auf Jägersitze bekannt. Wegen des offenbar politischen Hintergrunds ermittelt das Dezernat Staatsschutz. ‚Wir haben noch keine Hinweise‘, sagte Polizeisprecher Josef Hönes. Die Beamten bitten, dass sich Zeugen der Klebe-Aktion unter Telefon 0 70 71 /█ ██ ██ ██ melden.“

Die Animal Liberation Front ist eine nicht organisierte Bewegung, es gibt keine Mitgliedschaft im herkömmlichen Sinn, es gibt nur unabhängig voneinander agierende autonome Kleingruppen, die sich das Label ALF geben. Jede Gruppe oder auch Einzelperson, die sich mit den Zielen der ALF identifiziert, kann sich als Teil der ALF bezeichnen und in ihrem Namen Aktionen durchführen. Die vier Grundsätze der ALF sind:

1. Die Befreiung von Tieren aus den Stätten, in denen sie gequält werden, z.B. Laboratorien, Tierfabriken, Pelzfarmen etc. Die Tiere müssen in ein gutes Zuhause übergeben werden, wo sie frei von Leiden bis zu ihrem natürlichen Ende leben dürfen.

2. Das Zufügen ökonomischer Schäden für all jene, die von der Not und der Ausbeutung der Tiere profitieren.

3. Das Aufzeigen der Gewalt, denen Tiere hinter verschlossen Türen ausgesetzt sind, mit Hilfe von gewaltfreien, direkten Aktionen und Befreiungen.

4. Das Ergreifen aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen, damit weder Mensch noch Tier durch die Aktionen Schaden nehmen.

Eine kurze Einführung zur Animal Liberation Front findet sich hier.

„Tierversuchsstadt Tübingen“: BekennerInnenschreiben der A.L.F.

Heute erreichte uns folgendes anonyme BekennerInnenschreiben:

WIR HABEN IN DER NACHT AUF DEN 18. APRIL 2011 AUF DEN TÜBINGER ORTSSCHILDERN DIE ‚UNIVERSITÄTSSTADT‘ ZUR ‚TIERVERSUCHSSTADT‘ GEMACHT.

DIES GESCHAH ANLÄSSLICH DES BEVORSTEHENDEN INTERNATIONALEN TAGS ZUR ABSCHAFFUNG VON TIERVERSUCHEN. WIR WOLLEN DARAUF AUFMERKSAM MACHEN, DASS IN TÜBINGEN ZAHLLOSE EXPERIMENTE AN TIEREN DURCHGEFÜHRT WERDEN.

GESCHÄHE ES BEIM MENSCHEN, IHR WÜRDET ES FOLTER UND MORD NENNEN.

ANIMAL LIBERATION FRONT A.L.F.

Wir hatten in unserem Aufruf zu einer offenen Aktionsphase gegen Tierversuche in Tübingen dazu aufgefordert, Druck auf allen Ebenen auszuüben. In dem Aufruf hieß es, um die Verantwortlichen dazu zu bewegen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, solle „zunächst das idyllische Image der Stadt als grüne Universitätsstadt im öffentlichen Bewusstsein dekonstruiert werden“. Weiter hieß es: „Was hinter den Türen Tübinger Institute, finanziert durch öffentliche Gelder, geschieht, würde, geschähe es beim Menschen, Folter und Mord genannt werden. Mit moderner, verantwortungsbewusster Forschung hat das unserer Ansicht nach nichts zu tun, weshalb wir die ‚Universitätsstadt‘ Tübingen hiermit zur ‚Tierversuchsstadt‘ erklären, um Bewusstsein für die Problematik von Tierversuchen in der Öffentlichkeit zu schaffen. Wir rufen alle dazu auf, sich an der offenen Aktionsphase gegen Tierversuche in Tübingen zu beteiligen. Jede und jeder Einzelne und jede Gruppe von Menschen hat viele Möglichkeiten, dem gefühlten Protest öffentlich Ausdruck zu verleihen. Wir freuen uns zwar über jede Unterschrift, die z.B. im Rahmen unserer Infostände abgegeben wird, möchten aber auch auf das zusätzliche Potential anderer Aktionsformen aufmerksam machen. Dieses kann nicht nur durch das Informieren des Bekanntenkreises, das Verfassen von LeserInnenbriefen oder durch persönliche Anfragen bei den experimentierenden Institutionen, sondern auch durch weitergehenden kreativen Protest zum Ausdruck gebracht werden. Protest auf allen Ebenen erachten wir als notwendig und unabdinglich. Tierquälerei im Dienste der Forschung darf keine Akzeptanz finden, darum tragt eure Meinung und euren Protest nach außen! Das Ortsschild-Motiv ‚Tierversuchsstadt Tübingen‘ steht frei zur kreativen Verwendung!“

stoppt affenversuche

Speziell gegen die Experimente mit Rhesusaffen, die in Tübingen gleich an drei Instituten durchgeführt werden, richtet sich eine Kampagne; in Kooperation haben Ärzte gegen Tierversuche e.V. und die Antispeziesistische Aktion Tübingen diese im Januar 2009 initiiert. Inzwischen hat sich in Tübingen ein breiteres lokales Aktionsbündnis gegen die Versuche gebildet, an dem sich mehrere Initiativen und zahlreiche Einzelpersonen beteiligen, und das nun auch seine eigene Internetpräsenz hat: www.affenversuche.de.
Die nächste größere Veranstaltung im Rahmen der Kampagne findet am 5. Mai um 20 Uhr im Hörsaal 24 des Kupferbaus statt; es handelt sich um einen Vortrag mit dem Thema „Brauchen wir Tierversuche? Experten diskutieren Fakten unter besonderer Berücksichtigung der Versuche an Affen in Tübingen“ von Dr. Hiltrud Straßer, Veterinärmedizinerin und Mitglied bei Ärzte gege Tierversuche e.V. Außerdem wird Gabriele Busse, ehemalige Diplomandin am Max-Planck-Institut, über ihre Erfahrungen berichten: Sie stieß im Rahmen ihrer Diplomarbeit am Max-Planck-Institut auf die dort durchgeführten Affenversuche. Sie fragte nach – und löste damit eine Hetzkampagne ungeahnten Ausmaßes aus…

Mehr Informationen über die Kampagne und über den Vortrag am 5. Mai unter affenversuche.de.

Wir machen außerdem auf folgende Veranstaltungen aufmerksam:
Filmvorführung und Konzert am 21.4.
Antirepressionswoche von 6.-16. Mai

Ankündigung: Filmvorführung und Konzert

Bold Native ist ein Spielfilm. Charlie Cranehill, ein Tierbefreier, der von der US-Regierung wegen Terrorismus gesucht wird, verlässt den Untergrund, um eine bundesweite Aktion zu organisieren, während sein ihm entfremdeter Vater, der Vorstand eines Konzerns ist, versucht ihn zu finden, bevor es das FBI schafft. Gleichzeitig folgt der Film dem Leben einer jungen Frau innerhalb einer Tierschutzorganisation, die mit dem System kämpft, um eine humanere Behandlung von Tieren in der Massentierhaltung durchzusetzen. Vom Abolitionisten zum Tierschützer, Bold Native nimmt sich des Themas des heutigen Missbrauchs von Tieren und der Ausbeutung aus verschiedenen Gesichtspunkten an, erzählt im Rahmen eines Road-Movie-Abenteuers. Der Film beleuchtet die Auswirkungen und Folgen der industrialisierten Tierausbeutung und die Gefahr der zielgerichteten Beeinflussung von Gesetzen durch Lobbyisten in einer Post-9/11-Welt, in der TierbefreierInnen als TerroristInnen kriminalisiert werden.

TES (Indie, Akustik) ist eine Aktivistin und Künstlerin aus den Niederlanden. Sie nutzt akustische Gitarrenmusik als Träger für ihre kritischen, oft emotionalen Texte. Manchen ist sie als Schöpferin des recht bekannten Videos „Furcoat“ bekannt.

xTRUENATUREx (Akustik, Core) ist ein Vegan Straight Edge-Projekt, mit dem versucht wird, auch Menschen außerhalb der Hardcore-Szene anzusprechen. Einige Songs von xTRUENATUREx gibt es hier.




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