Archiv für Juli 2011

Ankündigung: Demonstration in Stuttgart

Vor nun mehr als einem Monat wurden in Spanien zwölf TierrechtsaktivistInnen verhaftet. Diese Menschen haben sich engagiert um die Missstände der Tierausbeutungsindustrie an die Öffentlichkeit zu bringen und um zu zeigen, dass Tiere keine Serienprodukte, sondern empfindungsfähige Individuen sind.
Die Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TiRS) solidarisiert sich mit allen TierrechtlerInnen in Spanien und woanders, die die staatlichen Organe, korrumpiert von den Lobbys der Tierausbeutungsindustrie, immer wieder zu kriminalisieren versuchen: „Sie bauen Massengefängnisse und richten Milliarden von Unschuldige jedes Jahr hin und sie versuchen uns dabei, diejenigen, die für die Tiere lautstark sprechen, als Terroristen zu bezeichen. Ihre Verleumdung wird sich, wie in der letzten Tierschutzcausa in Österreich, gegen sie wenden. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass gezeigt wird, wo die wahren Terroristen stehen. Am Samstag Nachmittag in Stuttgart, werden wir dazu beitragen.“

Wo:

Vor Schlemmermeyer, Königstraße 4, Stuttgart

Wann:

Samstag, 30. Juli 2011, von 15 bis 21 Uhr

Wie:

Die TiRS wird Plakate der Kampagne dabei haben, Videos zeigen und Flyer verteilen.

BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand bei Vechelde

In der Nacht zum 16. Juli war bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage). Heute ist bei der Polizei eine E-Mail eingegangen, die mit „Bekenner_innenschreiben zum Mastanlagenbrand Alvesse“ überschrieben ist. „Zehn Tage nach dem Brand in einer Hähnchenmastanlage im Kreis Peine haben sich radikale Tierschützer zu dem Brand bekannt“, berichtete daraufhin die Allgemeine Zeitung Uelzen. „Die Ermittler in Salzgitter bestätigten am Montag den Eingang eines Bekennerschreibens. Polizei und Staatsanwaltschaft überprüfen nun die entsprechende E-Mail“, heißt es in dem Artikel weiter. Auch auf linksunten.indymedia wurde das Schreiben heute veröffentlicht. Es lautet:

Wir haben in der Nacht zum 16.07.11 eine Hähnchenmastanlage zwischen Alvesse und Üfingen in Brand gesetzt. Legaler Protest, sowie eine Besetzung der Baufläche konnten den Bau der Anlage nicht stoppen, weswegen wir uns für diese Aktionsform entschieden haben, um die Inbetriebnahme direkt zu verhindern.

Diese Mastanlage ist nur eine von vielen Institutionen, zu deren Verhinderung Sachbeschädigung notwendig und legitim ist. Wir haben uns für dieses Ziel entschieden, weil die Haltung und Tötung von Individuen und die ökologischen und sozialen Folgen – von Gen-Soja-Anbau mit Totalherbiziden und Regenwaldabholzung über Grundwasserverseuchung zu subventionierten Hähnchenteil-Exporten – verhindert werden sollte.

Es ist normal, dass die demokratisch legitimierten Stellvertreter_innen Entscheidungen so treffen, dass Privilegierte möglichst viel Geld verdienen können, anstatt dass die Betroffenen miteinander Individuallösungen koordinieren können.

Wir finden direkte Aktionen wie z.B. die von uns durchgeführte auch an anderen Orten, die der Emanzipation im Wege stehen, z.B. wo Tiere (Mensch=Säugetier) verdinglicht werden, sehr zu begrüssen. Dabei sollte stets reflektiert werden, welche Aktionsform angemessen ist und wie Verletzungen von Lebewesen möglichst ausgeschlossen werden können.

Präzise gegen die Gesamtscheisse, widerständig voran!

Europol bildet „joint forces against violent animal rights extremists“

Wie einer Pressemitteilung von Europol zu entnehmen ist, auf die antirep2008.org gestern hinwies, veranstaltete die europäische Polizeibehörde in der vergangenen Woche gemeinsam mit der Justizbehörde der Europäischen Union Eurojust in Den Haag eine Konferenz zum Thema „Tierrechtsextremismus“. Nicht nur 58 Experten von Europol und Erojust, sondern auch nicht näher genannte Angehörige privater Unternehmen oder Organisationen („representatives from 35 private sector organisations“) berieten dort über ein verstärktes Vorgehen gegen die Tierbefreiungsbewegung.
In der Pressemitteilung heißt es, die Verteidigung der Rechte von Tieren sei legitim und es wird vorgegeben, dass sie von den Institutionen der EU unterstützt werde; die zunehmende Gewalt von „Extremisten“ aber versetze alle Konferenzteilnehmer in Besorgnis.
Public Service Europe meldete bereits am 19. Juli: „Rise in violence by animal rights extremists“. In dem Artikel von Daniel Mason wurde berichtet, die Konferenzteilnehmer hätten empfohlen, dass die europäischen Mitgliedsstaaten enger zusammenarbeiten sollten, um mit der Gewalt umzugehen. Forensische Beweismittel zeigten Ähnlichkeiten der Methoden und Bauteile etwa von Brandsätzen auf, die von den AktivistInnen in verschiedenen Ländern verwendet würden – das weise angeblich darauf hin, dass die Aktionen auf einer internationalen Basis organisiert würden.
Der angeblich vermehrte Einsatz von improvisierten Brand- und Srengsätzen wird auch in der Pressemitteilung von Europol als Beleg für die Zunahme von Gewalt angeführt; außerdem schreckten die „Tierrechtsextremisten“ nicht davor zurück, „bedrohliche“ E-Mails zu versenden oder Telefonanrufe bei Tierausbeutungsunternehmen zu tätigen… Europol beklagt außerdem eine verstärkte Zusammenarbeit unterschiedlicher, als „extremistisch“ eingestufter politischer Gruppen: „Another tendency is that single-issue extremist groups (including anarchist groups) are supporting each others’ causes more and more“, heißt es in der Pressemitteilung.
Als Gegenmaßnahmen wurden verstärkter Informationsaustausch und Zusammenarbeit mit dem privaten Sicherheits-Sektor empfohlen, aber auch die Intensivierung eines Dialogs über Tierschutz auf EU-Ebene, um es TierschützerInnen zu ermöglichen, ihr Anliegen auf „demokratische“ Weise zum Ausdruck zu bringen. Auffallend ist die offenbar sehr enge Kooperation von Europol mit Unternehmen.

Rob Wainwright, Direktor von Europol, sprach von ihnen als „partners in industry“. Er sagte: „Wir sind besorgt über das ansteigende Maß an Gewalt der Tierrechtsextremisten und über ihre Tendenz, mit anderen extremistischen Bewegungen der Gesellschaft zusammenzuarbeiten. Europol ist bemüht, Strafverfolgungsbehörden in der EU und Partnern der Wirtschaft zu helfen, um eine weitere Verbreitung dieser Aktivitäten zu verhindern. Die Konferenz im neuen Hauptsitz von Europol war ein wichtiger Meilenstein in dieser Angelegenheit.“

Brand in Hähnchenmastanlage


Bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) ist in der Nacht eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten. Rund 100 Feuerwehrleute waren in der Nacht vor Ort. Menschen und Tiere wurden bei dem Brand nicht verletzt. Einer der beiden 1600 Quadratmeter großen Ställe brannte fast vollständig nieder, den benachbarten zweiten Stall konnte die Feuerwehr sichern. Es entstand ein Sachschaden von rund einer halben Million Euro. Die Brandursache ist noch unklar, es könne sich um einen technischen Defekt, aber auch um Brandstiftung handeln. Der betroffene Landwirt Christoph Gerecke sprach am Sonntag von einem „Terroranschlag“, von „Vandalismus“, von „Hetze“ und „radikalen Terroristen“. Auch Regina Will, Sprecherin der Bürgerinitiative Üfingen/Alvesse gegen die Hähnchenmastanlagen, geht eher nicht von einem technischen Defekt aus.
Die geplante Mastanlage soll ein Zulieferbetrieb für den Schlachthof Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Die Schlachtfabrik befindet sich zur Zeit in Bau und kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. In Sprötze ist der Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Erst am 27. Juni wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage brutal angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen).

Fleisch und Sex

Auf dem Mädchenblog ist heute ein Text über Fleisch und Sex publiziert worden, in dem es u.a. heißt: „Es ist kein Zufall, dass ‚die Frau‘ und ‚das Tier‘ […] verglichen werden können; wurden und werden beide noch als ‚das Andere‘ in Naturnähe gerückt“, und die Frage aufgeworfen wird: „hier und heute, können wir als bewusste Feminist_innen noch klar sagen: Feminismus ja, Tierbefreiung nein?“

Neulich an der Bushaltestelle: Ein Lieferwagen fuhr vorbei; ich stutzte. Auf dem Dach des Lieferwagens ragte das Modell eines gebratenen Hähnchens hervor, den Hintern weit in die Luft gestreckt. Auf dem Lieferwagen selber stand drauf: ,,Nimm mich!“ …

Weiterlesen: Mädchenblog: Fleisch und Sex.




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