Größte Geflügel-Schlachtfabrik Europas nimmt Betrieb auf

In Wietze bei Celle entsteht Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik, wo täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden sollen. Seit das Bauvorhaben bekannt ist, gibt es massiven Widerstand. Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). In Sprötze ist der Maststall einer geplanten Zulieferfabrik für Wietze vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Am 27. Juni wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage brutal angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen). Bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) ist in der Nacht auf den 16. Juli eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage und BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand bei Vechelde). In Großmunzel bei Wunstorf (Region Hannover) wurde im August abermals ein Bauplatz für eine geplante Mastanlage besetzt (vgl. Erneute Besetzung eines Mastanlagen-Bauplatzes).
Die Schlachtfabrik in Wietze kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten.
Bereits letzten Freitag soll es nun in Wiezte aber bereits Probeschlachtungen gegeben haben. Seit heute ist der Schlachthof in Betrieb. Der Widerstand und die Proteste der letzten Jahre aber haben Spuren hinterlassen: Geschlachtet wird vorerst in nur einer Schicht pro Tag auf einer Schlachtlinie – die Anlage musste in Betrieb gehen, obwohl noch immer die Zulieferer fehlen. Es musste heimlich, quasi ohne Ankündigung, eine kümmerliche halbe Bauruine eröffnet werden, die auf Dauer in dieser Form alles andere als wirtschaftlich ist. Zumindest solange die Hühner fehlen. Die Suche nach Agroindustriellen, die bereit sind, Mastbetriebe für Wietze zu übernehmen, geht also umso krampfhafter weiter.
Im Klartext heißt das: Werden auch in Zukunft weiter genug Mastanlagen verhindert, wird auch der Schlachthof in Wietze ein Verlustgeschäft bleiben. Lasst uns diesen Pyrrussieg der Agrarindustrie zum dankbaren Anlass nehmen, dem taumelndem Riesen endgültig die Luft abzuschneiden!

Schlachtfabriken verhindern!

NDR-Bericht zur Eröffnung mit Video des Fernsehbeitrages





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