Tier-Experimentatoren feiern sich selbst – aber nicht ohne unseren Protest!

Heute feierte das Tübinger Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) sein zehnjähriges Bestehen. Zwischen 15 und 17 Uhr fand ein „offener Nachmittag“ im Institut statt, im Zuge dessen Wissenschaftler aktuelle Forschungsprojekte vorstellten. Abends ab 18 Uhr wurde eine Feier im Festsaal der Neuen Aula der Tübinger Universität zelebriert. Zunächst sprach Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Eberhard Karls Universität Tübingen, ein Grußwort. Es folgten Glückwünsche von Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen, eine Einführung von Prof. Dr. Thomas Gasser, dem Vorsitzenden des Vorstands des HIH, sowie eine Gesprächsrunde mit Dr. Michael Endres, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung und Ehrensenator der Eberhard Karls Universität, Prof. Dr. Johannes Dichgans, Gründungsdirektor des HIH, und Professor Dr. Daniela Berg, Forschungsgruppenleiterin im Bereich „Klinische Neurodegeneration“ am HIH. Der letzte Programmpunkt des Abends war der Festvortrag There is Life after the Nobel Prize: Molecular Biological Explorations of the Gateway Sequence in Drug Addiction is a collaborative effort von den Nobelpreisträgern Prof. Dr. Denise B. Kandel vom Department of Psychiatry der Columbia University New York und Prof. Dr. Eric R. Kandel vom Department of Neuroscience der Columbia University New York.
Das HIH führt unzählige Tierversuche durch und gehört zu den drei Instituten in Tübingen, welche jene invasive Forschung an Primaten vornehmen, die in Berlin, München und Bremen in den letzten Jahren nicht mehr genehmigt worden ist und gegen die sich die Kampagne Stoppt Affenversuche in Tübingen! richtet.
Bereits nachmittags nutzen AktivistInnen die am heutigen Tag geöffneten Türen des Instituts für Protestaktionen. Parolen, welche mit Kreide auf den Platz vor dem Gebäude geschrieben wurden, wurden allerdings regelmäßig bereits nach kurzer Zeit von Mitarbeitern des Instituts wieder beseitigt.
Bei der Festveranstaltung am Abend waren die rund 920 Sitzplätze des Festsaals der Neuen Aula fast vollständig besetzt. Mehrere AktivistInnen waren anwesend und hatten sich strategisch im Raum verteilt. Als Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mit seiner Ansprache begann, stellten zwei Aktivisten sich vor die Bühne mit dem Rednerpult und entrollten ein Banner, auf dem zu lesen war: „Stoppt Affenversuche in Tübingen“.
Während das Banner hochgehalten wurde, wurden durch weitere AktivistInnen von der Galerie des Festsaals aus Flugblätter mit Informationen zu den Versuchen ins überraschte Publikum geworfen; weitere Flugblätter wurden im Saal verteilt. So konnten alle Anwesenden über die Schattenseiten des HIH aufgeklärt werden, welche das Institut an diesem Tag lieber verschwiegen hätte – außer Oberbürgermeister Boris Palmer: Die Aktivisten mit dem Banner hatten sich so vor ihm platziert, dass er die Aufschrift nicht lesen konnte; sichtlich irritiert sagte er zum Publikum, nun sei er als Redner wohl der einzige im Saal, der nicht wisse, worum es den Protestierenden gehe.

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Die Kampagne gegen Affenversuche in Tübingen läuft seit Januar 2009. Am 18. Oktober 2011 überreicht der Verein Ärzte gegen Tierversuche der neuen grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg die gesammelten Unterschriften. Wer wissen will, was bisher passiert ist: Zur Kategorie Tierversuche.

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Video: ZDF: Frontal 21 über Tübinger „Opfer der Forschung“.

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2 Antworten auf „Tier-Experimentatoren feiern sich selbst – aber nicht ohne unseren Protest!“


  1. 1 Administrator 21. Oktober 2011 um 13:04 Uhr

    Reutlinger Generalanzeiger, 20.10.2011:
    „Bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Hertie-Instituts in Tübingen hatten Tierschützer im Festsaal ein Transparent entrollt und Flugblätter verteilt. Sie glauben, dass die in Tübingen gewonnenen Erkenntnisse aus der Tier-Forschung nicht auf den Menschen übertragbar sind und fordern einen Stopp der Versuche.“
    (http://www.gea.de/region+reutlingen/tuebingen/+tier+versuche+sind+notwendig.2251604.htm)

  1. 1 60.000 Unterschriften gegen Affenversuche in Tübingen übergeben « Antispeziesistische Aktion Tübingen Pingback am 18. Oktober 2011 um 15:30 Uhr
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