BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand in Mehrum

Vechelde
Bild: Brennende Anlage in Alvesse bei Vechelde (16. Juli). Inzwischen ist der zweite Stall in Betrieb gegangen; es werden dort nun 42.000 Tiere gemästet.

In der Nacht zum 8. Oktober ist erneut ein noch im Bau befindliches Stallgebäude angezündet worden, dieses Mal in Hohenhameln-Mehrum im Landkreis Peine (Niedersachsen). Erst in der Nacht zum 16. Juli war bei Vechelde, ebenfalls im im Landkreis Peine und nur 30 Kilomenter von Mehrum entfernt, eine andere kurz vor der Inbetriebnahme stehende Geflügelmastanlage fast vollständig niedergebrannt worden (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage; zum BekennerInnenschreiben). Diese geplante Mastanlage sollte ein Zulieferbetrieb für den Schlachthof Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Die Schlachtfabrik kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils ca. 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. Auch in Sprötze ist ein Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Am 27. Juni dieses Jahres wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage auf brutale Art angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen).
Am 28. September berichtete die Peiner Allgemeine Zeitung, dass die Ermittlungen zum Brand bei Vechelde auf der Stelle treten. Inzwischen unterstützte Interpol die Ermittlungen der örtlichen Polizei. Auf Anfrage der FDP legte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) im September Zahlen vor, die einen deutlichen Anstieg solcher Taten in den vergangenen Jahren belegen. Niedersachsens Landesregierung sieht zudem „enge Verbindungen zum Linksextremismus“. Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtete, teilen die Ermittler „die Szene in drei Gruppen ein: Tierschützern gehe es um artgerechtes Leben ohne unnötiges Leiden, Tierrechtler und Tierbefreier räumten den Tieren dagegen unveräußerliche Rechte und Anerkennung als gleichberechtigte Wesen ein. Dabei gebe es vor allem bei den Tierrechtlern Bezüge zur linksextremistischen Szene. Durch diese Überschneidungen werden diese auch für den Verfassungsschutz interessant. Nach Einschätzung der Behörde bewegt sich die Zahl solcher Aktivisten ‚im unteren zweistelligen Bereich‘.“
Heute nun wurde auf linksunten.indymedia ein BekennerInnenschreiben zum Brand in Mehrum veröffentlicht. Es lautet:

wir sind wütend! tiere werden ausgebeutet, eingesperrt, gequält und ermordet. deshalb haben wir in der nacht auf den 8. oktober feuer an dem im bau befindlichen hühnermaststall bei mehrum gelegt. dass massentierhaltung mit tierquälerei verbunden ist, wissen die meisten menschen. uns ist wichtig, dass die verwerflichkeit von nutztierhaltung an sich erkannt und gegen diese direkt vorgegangen wird. wir müssen uns aus der ohnmacht befreien, die uns durch legalitätsdenken auferlegt wird. aktiver widerstand ist wichtig, möglich und nötig. allen landwirt_innen raten wir: finger weg von mastanlagen! sie brennen leicht ab… für die befreiung aller tiere. alf (animal liberation front)





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