60.000 Unterschriften gegen Affenversuche in Tübingen übergeben

Foto: Wolfgang Reimer, Silke Bitz, Reinhold Pix.

Heute um 11 Uhr hat die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. im Stuttgarter Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz dem Ministerialdirektor Wolfgang Reimer stellvertretend für alle UnterstützerInnen der Kampagne gegen die Affenversuche in Tübingen 60.000 Unterschriften übergeben, verbunden mit der Aufforderung, dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen und der Hirnforschung an Affen in Baden-Württemberg die rote Karte zu zeigen.
In Kooperation haben Ärzte gegen Tierversuche e.V. und die Antispeziesistische Aktion Tübingen die Kampagne im Januar 2009 initiiert. 2009 und 2010 wurden jeweils Großdemonstrationen in Tübingen zum Protest gegen die Hirnforschung an Affen veranstaltet. In der Zwischenzeit hat sich in Tübingen ein breiteres lokales Bündnis gegen die Versuche gebildet, das seither viele gemeinsame Aktionen durchgeführt hat – zuletzt protestierten wir bei einer Festveranstaltung des Hertie-Instituts (vgl. auch die Dokumentation Stimmen gegen Affenversuche) sowie beim Tag der offenen Tür auf dem Max-Planck-Campus gegen die Affenversuche. Neben dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und dem Max-Plack-Institut für biologische Kybernetik wird invasive Hirnforschung an Affen in Tübingen außerdem noch am Institut für Zoologie der Universität betrieben.
In ihrer ersten Bilanz der Kampagne, welche sie nach einem Jahr gezogen hatte, hatte die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. die Verantwortlichen in der Politik angeklagt, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. „Solange sich die Politik schützend vor die einflussreiche Tierversuchslobby stellt, anstatt sich klar zu einer tierversuchsfreien Forschung zu bekennen, dürfen wir mit dem öffentlichen Druck nicht nachlassen“, hatte sie damals an die Bevölkerung appelliert.
Am 27. März 2011 wurde der 15. Landtag von Baden-Württemberg gewählt; in Folge musste die CDU nach 58 Jahren die Regierungsverantwortung an eine Koalition aus Grünen und SPD abgeben; mit Winfried Kretschmann wurde erstmals ein Grünen-Politiker zum Regierungschef eines deutschen Bundeslandes gewählt. Reinhold Pix, Landtagsabgeordneter und tierschutzpolitischer Sprecher der grünen Regierungspartei, war bei der heutigen Unterschriftenübergabe zugegen und meinte: „In unserem Wahlprogramm hatten wir uns klar zu einem Ende der Affenversuche innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens ausgesprochen sowie möglichst für eine Abschaffung der Tierversuche generell, zumindest aber eine jährliche Reduzierung um zehn Prozent. Unseren Bürgern und Wählern gegenüber sind wir hierzu nun verpflichtet und müssen diesen Regierungsauftrag umgehend erfüllen“. – Man darf gespannt sein, ob – und wenn ja, wie schnell – die politisch Verantwortlichen ihre Versprechen verwirklichen werden.
Protest und Druck auf allen Ebenen erachten wir nach wie vor als notwendig und unabdinglich – so lange, bis die Experimente an Affen Vergangenheit sind!

----------------------------------------------------------------------------------------------

SWR-Bericht: Grüne gegen „sinnlose“ Hirnforschung an Affen

„Bild“: Grüne: „Sinnlose“ Hirnforschung an Affen stoppen

Südwest-Presse: Grünen-Fraktion kritisiert Versuche mit Rhesus- Affen

Reutlinger Generalanzeiger: „Tier-Versuche sind notwendig“

----------------------------------------------------------------------------------------------


1 Antwort auf „60.000 Unterschriften gegen Affenversuche in Tübingen übergeben“


  1. 1 Boris Palmer: „Affenversuche und Legebatterien sind legitim!“ | Tübingen Vegan Pingback am 06. November 2011 um 23:13 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: