Archiv für Mai 2012

Ankündigung: „Green is the New Red“

„Sometimes people who forment violent revolution are terrorists, and sometimes they are freedom fighters. It all depends on those in power.“ – Will Potter.

In den USA und zunehmend in Europa gerät die Ökologie- und Tierbefreiungsbewegung ins Fadenkreuz der Staatsapparate und Chef-Etagen der Konzerne. Der freie Journalist, Autor und Betreiber des Informationsportals greenisthenewred.com Will Potter aus Washington D.C. zeigt in seinem 2011 publizierten Buch Green is the New Red anhand langjähriger Recherchen zur Geschichte der US-amerikanischen Ökologie- und Tierrechtsbewegung, wie ein Netzwerk aus staatlichen Behörden, Medien, Interessenverbänden, Think Tanks und Unternehmen zum konzertierten Schlag gegen den „number one domestic terrorism threat“ (FBI) ausgeholt hat.
Mit vereinten Kräften geht es – ganz im Sinne westlicher „Sicherheits“-Doktrinen – mit einem Bündel aus medialen, rechtlichen, politischen und ökonomischen Kampagnen und Maßnahmen gegen jene „grünen“ Bewegungen vor, die sich nicht mit einem „Green New Deal“ abspeisen lassen wollen. Während die Washington Post sie öffentlich zur „eco-al-Quaeda“ stempelt und das FBI nach „eco-terrorists“ fahndet, diktieren Lobbygruppen der Fleisch- und Holzindustrie den US-Regierungen Gesetze in die Feder, die aus legalem politischem Protest Verbrechen machen. AktivistInnen schmoren unterdessen im Land von Freiheit und Demokratie ohne Kontakt zur Außenwelt in einem Sondergefängnis, das nicht zu Unrecht den Beinamen „Klein-Guantanamo“ trägt.


Die Repressalien in der westlichen Welt treffen heute – wie einst die „roten“ demokratischen und sozialistischen Bewegungen – nahezu jeden Versuch oppositioneller Praxis, gleichgültig wie qualifiziert er ist, und jeden noch so zögerlichen Widerstand, der den kapitalistischen Betriebsablauf nur geringfügig stört.
Will Potter kritisiert aber nicht nur die Reaktionen der politischen Klasse und wirtschaftlichen Eliten auf die erfolgreichen Strategien der Ökologie- und Tierbefreiungsbewegung, die an den Grundfesten eines Systems rütteln, das vor allem eine gigantische Aktiengesellschaft zur Ausbeutung der Natur ist. Er dokumentiert mit seiner Arbeit auch den Prozess der autoritären Anpassung westlicher Demokratien an die Erfordernisse einer krisenhaften, von gewalttätiger Konkurrenz und Klassenherrschaft getriebenen kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Die weiteren Stationen der Tour finden sich hier.

Facebook: http://www.facebook.com/greenisthenewred.

Hier gibt es Hintergrundinformationen zur Thematik im Vorfeld.

Will Potter (USA) ist ein unabhängiger Journalist aus Washington D.C., der für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet wurde. Er befasst sich vor allem mit „Ökoterrorismus“, der Ökologie- und Tierrechtsbewegung sowie den Einschränkungen der bürgerlichen Freiheitsrechte nach 9/11. Will schreibt für diverse Zeitungen und Zeitschriften, darunter The Chicago Tribune, The Dallas Morning News und das Journal Vermont Law Review, und hat bei Anhörungen des US-amerikanischen Kongresses über seine Berichterstattung Zeugnis abgelegt. Er ist Urheber der Internetseite GreenIsTheNewRed.com und Autor des Buches Green is the New Red, das bei City Lights Books erschienen ist.

Homepage: Green is the New Red
Das Buch beim Verlag City Lights (englisch)
Will Potter im Interview bei arte.tv (5 Minuten 11 Sekunden; mit deutschen Untertiteln)
Beiträge von Will Potter bei Democracy Now! (englisch)
Radiointerview mit Bildspur (28:45)
Rezension des Buches, erschienen in ak – analyse & kritik Nr. 561 (Juni 2011) (PDF)

Aktionsbericht zum internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Am 24. April jährte sich wieder der internationale Tag der Tierversuche, welcher 1962 ins Leben gerufen wurde. Seitdem wird jährlich vielerorts an diesen Termin auf die Grausamkeiten aufmerksam gemacht, denen verschiedenste Versuchstiere in Laboren weltweit ausgesetzt werden. Dabei wird eine ganze Bandbreite unterschiedlichster Lebewesen „verbraucht“ – von Mäusen über Fliegen, Würmer, Hühner, Katzen bis hin zu Primaten – entweder um den Wissens- und Karrieredurst einer ganzen Wissenschaftsgemeinde zu stillen, oder zur Erprobung von pharmazeutischen oder Kosmetik-Produkten.
Anstelle der Erforschung und Ausweitung alternativer Forschungsmethoden steigt hingegen die Anzahl an tierverbrauchenden Versuchen rapide an. Wie schon berichtet finden auch hinter den Mauern renommierter Tübinger Institute all diese Versuche statt, auch diejenigen an Affen. Daher fand im Rahmen des internationalen Tages zu Abschaffung der Tierversuche und der seit 2009 laufenden Kampagne gegen Affenversuche in Tübingen am Samstag eine Aktion in der Tübinger Innenstadt statt, um auf die sinnlosen Primaten-Versuche an den drei ortsansässigen Instituten aufmerksam zu machen. Dabei wurde nachgestellt, wie die Rhesusaffen in Tübingen unter Wasserentzug bestimmte Aufgaben – z.B. das Erkennen von Zahlen – am Computerbildschirm lösen müssen, wobei ihre Gehirnaktivitäten über ins Gehirn eingeführte Elektroden gemessen werden. In Wirlichkeit sind die Affen dabei in einem sogenannten „Primatenstuhl“ fixiert – Aufnahmen von den Versuchen gibt es hier.
Unsere AktivistInnen informierten interessierte Passantinnen und Passanten mit Flugblättern und Redebeiträgen über den Ablauf der Versuche selbst, die Verteidigung der Experimente durch den regierenden Bürgermeister Boris Palmer, als auch über die Nichteinhaltung der „grünen“ Wahlversprechen im Land Baden-Württemberg trotz Übergabe von rund 60.000 Unterschriften gegen die Affenversuche.
Am selben Tag wurden Hinweise auf die Affenversuche mit Straßenkreide auf den Wegen des Alten Botanischen Gartens und vor der Mensa Wilhelmstraße angebracht – ein Anzeichen dafür, dass die Kampagne inzwischen Aktive mehrerer politischer Gruppen erreicht haben dürfte.
Trotz der Ausweitung der Tierversuche und der Ignoranz von Seiten der Politik – aber auch gerade deswegen – müssen die Proteste weitergeführt werden. Für eine Abschaffung aller Tierversuche!




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