Archiv für September 2012

Statement gegen Tierversuche beim Tübinger HipHop-OpenAir

Zum dritten Mal fand gestern das „Platz für Rabatz“-HipHop-OpenAir auf dem Sternplatz in der Tübinger Südstadt statt. Vor den Konzerten bestand u.a. die Möglichkeit sich an Sprühwänden auszuprobieren – hier haben wir ein Statement gegen die Tübinger Affenversuche gesetzt.

Solidaritätserklärung von Antirep2008 für die Barchem 4

Im Oktober 2009 wurden etwa fünftausend Nerze von einer „Pelzfarm“ im holländischen Barchem befreit, die meisten von ihnen konnten nicht mehr eingefangen werden. Kurz darauf wurden vier Personen verhaftet, die von der Polizei verdächtigt werden, für diese Befreiung verantwortlich zu sein, sowie mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die vier Beschuldigten wurden bis zu drei Monate in Untersuchungshaft gesteckt, eine von ihnen musste sogar zwei Monate in Isolationshaft verbringen. Allen wurde veganes Essen vorenthalten.
Am 25. und am 27. September findet der Prozess gegen die vier AktivistInnen statt; aus diesem Anlass veröffentlichte die österreichische Antirepressionsgruppe Antirep2008 nun folgende Solidaritätserklärung:

Getroffen hat es wenige – gemeint sind wir alle!

Wer für die Befreiung von Tieren kämpft, will die Grundfesten dieser Gesellschaft, die auf Unterdrückung, Ausbeutung und Mord basiert, zum Einstürzen bringen. In dieser Gesellschaft wird versucht, Widerstand gegen Gewalthandlungen mit Gewalt zu brechen. Die Befreiung der über fünftausend Nerze aus ihrer Gefangenschaft auf einer „Pelzfarm“ in Barchem stellt die Reduzierung von Tieren zu Waren und Produktionseinheiten an sich in Frage. Sie öffnet die Käfige für über fünftausend Individuen, die einer qualvollen Gefangenschaft – mit einem nach wirtschaftlichen Überlegegungen vorherberechneten Todesdatum vor Augen – entfliehen können.
Der Prozess gegen die Barchem 4 ist Teil des Versuchs, das Mauerwerk der gewalttätigen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft zu stabilisieren. Diese Gesellschaft zu überwinden ist Ziel unseres politischen Handelns.
Wir wünschen den Angeklagten, ihren Unterstützer_innen und ihrem Umfeld viel Kraft und Durchhaltevermögen! Widerstand gegen die Gewalt der Ausbeuter_innen ist gerechtfertigt und notwendig!

Zur Original-Erklärung.

Zur Homepage der support group.

Düsseldorfer Pro-Jagd-Demo floppt

Etwa 300 Jäger und Jägerinnen aus ganz Deutschland haben am Samstag (22. September) vor dem Düsseldorfer Landtag gegen eine Novelle des NRW-Jagdrechts demonstriert. Der Initiator der Demo, der Jäger Klaus Gummersbach, fürchtet, das NRW-Umweltministerium plane eine Verkürzung der Jagdsaison und wolle sowohl das Anfüttern von Wildtieren, als auch das Abschießen frei laufender Hunde und Katzen verbieten. Die Jäger und Jägerinnen wollten ihrem Protest mit der Aktion „1000 Hörner“ Ausdruck verleihen und dabei einen Weltrekord aufstellen, indem über 3.000 Jagdhörner gleichzeitig geblasen werden sollten – was mangels ausreichender Teilnahme aber gründlich schief ging.
Etwa 300 Aktive aus der Tierrechts- und Tierbefreiungs- sowie aus der Naturschutz-Bewegung standen der Pro-Jagd-Demo lautstark entgegen.

Ausführlicher Bericht: anti-jagd.de.

Monsanto: Blutspur nach Tübingen

Über Monsanto wurde schon viel geschrieben. Dass der Konzern mit Sitz in den USA Marktführer in seiner Sparte ist, verdankt er nicht nur seinen Produkten – Saatgut und Herbiziden –, Monsanto ist auch zum Quasi-Monopolisten aufgestiegen, indem er nach und nach kleinere Saatguthersteller aufgekauft hat, die dem Konzern eingegliedert wurden. Zur Zeit teilen sich die zehn führenden Saatgut-Hersteller der Welt noch rund 60 Prozent des Weltmarktes – 1996 waren es noch 37 Prozent –, Monsanto betreibt aber weiterhin eine offensive Aufkaufpolitik. Nach Einschätzung von Greenpeace will der Konzern die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen.
Ein von der kanadischen Regierung in Auftrag gegebener Forschungsbericht stellt fest, dass Monsanto Gifte ohne Rücksicht auf die Schäden bei Mensch und Tier verkauft. Zu diesen zählen Sterilität, Unfruchtbarkeit, Geburtsschäden, Krebs und Veränderung des Immunsystems. Dass dies überhaupt möglich ist, ist auf den massiven Einfluss der Konzerne auf Regierungen zurückzuführen. Die kritischen kanadischen Wissenschaftler bezeugten, dass sie von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt wurden, entsprechende Stellen in ihrem Forschungsbericht abzuändern. Sechs Personen bezeugten, dass ihnen mit negativer Versetzung gedroht wurde, wenn sie die Zulassung der Monsanto-Produkte behindern würden. Aber das verbrecherische Vorgehen des Konzerns in Nordamerika ist noch lange nicht die Spitze seiner traurigen Historie.
Greenpeace schätzte im Jahre 2005, dass Monsanto 90 Prozent der gentechnisch veränderten Pflanzen verkaufte. Der Konzern ist damit weltweit einer der größten Vertreter und Verbreiter der Gentechnik. Vor allem in Nord- und Südamerika schafft Monsanto damit irreversible Tatsachen: Ist die gentechnische Veränderung erst einmal verbreitet, ist ihre Verbreitung in der Natur nicht mehr aufzuhalten.
So werden Fakten geschaffen, die GentechnikgegnerInnen die Argumentationsgrundlage entziehen: Auch in Deutschland haben Gerichte bereits bei der Verurteilung von GentechnikgegnerInnen damit argumentiert, dass der Widerstand an sich zwar legitim, aber in diesem geringen Ausmaß so erfolglos sei, dass auch seine Legitimität schwände.
Die tragischsten Folgen hat die Politik von Monsanto aber wohl in Indien: Mithilfe kapitalintensiver Werbung überzeugte Monsanto dort Tausende von armen bis mittelständischen Bauern, auf Monsanto-Produkte umzusteigen. Doch der Einsatz des Herbizids „Roundup“, welche den gen-veränderten Samen des Typs „Roundup Ready“ benötigt, entpuppte sich für die Bauern als teures Spiel: Der versprochene Erfolg blieb aus; wegen der Schuldenfalle, in die sich viele Bauern aufgrund von Armut und großmundigen Versprechen gestürzt hatten, konnten die Bauern nicht mehr auf ihr ursprüngliches Saatgut zurück wechseln. Über 200.000 indische Bauern brachten sich im Laufe weniger Jahre deshalb um – häufig, indem sie das Gift selbst tranken. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schrieb 2006, alle acht Minuten nehme ein indischer Bauer sich das Leben. Die Folgen für viele Angehörige ihrer Familien sind Verarmung, Not, Umsiedlung in die Slums der Städte, ausbeuterische Arbeitsbedingungen dort, oder eben auch der Tod.
Was folgte daraus für Monsanto, wie geht es dem Konzern heute? Dank seines Kapitals musste er sich für keines seiner Verbrechen verantworten. Von Dezember 2011 bis Februar 2012 stieg der Umsatz des Konzerns um 15 Prozent auf 4,7 Mrd. Dollar (3,6 Mrd. Euro). Besonders kräftig zog das weltweite Geschäft mit Genmais an.
Für alle sichtbar ist der Konzern derzeit in Tübingen aktiv: Ein Plakat, das für das Total-Herbizid Roundup wirbt, prangt zwischen den Gleisen – die Blutspur, die der Konzern hinter sich herzieht, bleibt leider unsichtbar. Die DB Station & Service AG, die für den Tübinger Bahnhof verantwortlich ist, verdient am Leid der Opfer Monsantos mit.




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