Archiv für November 2012

Boris Palmer: Tiere sind für den Menschen da

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer macht sich einmal mehr im Sinne der Experimentatoren-Lobby für die Tübinger Affenversuche stark. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er gestern u.a.: „Es geht um Forschung, die Menschen mit schweren Krankheiten helfen kann. Das rechtfertigt auch Tierversuche. So wie die Ernährung von Menschen nach Auffassung der großen Mehrheit der Menschheit auf das Schlachten von Tieren rechtfertigt.“
Auch uns gegenüber hat er bereits vor einem Jahr die Versuche an Primaten, die in Tübingen an drei Instituten durchgeführt werden, mit derselben Argumentation verteidigt: Boris Palmer: „Affenversuche und Legebatterien sind legitim!“

Tübingen Pelzfrei 2012

Der Verein Tübingen für Tiere hat am 24. November in Kooperation mit weiteren Organisationen Tübingens erste Anti-Pelz-Demonstration veranstaltet. Ungefähr 140 Menschen setzten ein deutliches Zeichen für den Ausstieg aus dem Echtpelzverkauf und gegen die Pelzindustrie.

Die Demonstration führte vom Marktplatz durch die Innenstadt vorbei an pelzführenden Boutiquen über die Neckarbrücke zu Mode Zinser, dem größten pelzverkaufenden Geschäft in Tübingen, dann zurück zum Marktplatz. Vor den Boutiquen und Läden wurden Reden gehalten und symbolisch ein Pelz mit einem gehäuteten Tier niedergelegt.

Die Demonstration wurde entgegen ihrer herkömmlichen Austragungsform als Trauerzug durchgeführt. Aufmerksamkeit sollte nicht durch lautes Skandieren erlangt werden, sondern gegenteilig durch Ruhe und Andacht. Es wurde Trauermusik gespielt und die Demonstranten trugen neben Transparenten und Schildern auch Kerzen.

Über den gesamten Nachmittag waren am Marktplatz mehrere Organisationen mit Infoständen vertreten, u.a. Die Tierfreunde e.V., Animal Equality Germany, die Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TIRS), Sea Shepherd und natürlich auch die Antispeziesistische Aktion Tübingen.
In Tübingen beendeten kürzlich sechs Geschäfte den Pelzverkauf (vgl. Echtpelzhandel: Sechs Tübinger Geschäfte steigen aus). Dennoch sind mindestens ebenso viele Boutiquen noch aktiv an dem blutigen Geschäft beteiligt, was den Anlass bildete, die Demonstration in Tübingen zu veranstalten.

Die Demonstration erregte einiges Aufsehen, und auch die lokale Presse berichtete. Das „Schwäbische Tagblatt“ schont allerdings einmal mehr den großen Anzeigenkunden Mode Zinser, das Haupt-Ziel von Tübingen Pelzfrei, und berichtet nur von „Boutiquen“. Bereits in der Vergangenheit betrieb das Tagblatt Zensur für Zinser.

Zur Unterstützung der Veranstaltung boten wir abends im Rahmen einer „Fur Free Lounge“ die Möglichkeit zur Erholung für die Demonstrierenden sowie für alle anderen Interessierten. In der garantiert pelzfreien, mit Kicker und Sofas ausgestatteten Hausbar des Wohnprojekts Schellingstraße gab es heiße und kalte Getränke sowie veganes Essen. Nachdem die Kombo „Content“ gespielt hatte – die Musikerinnen Lilli und Ronja unterhielten mit Gesang, Gitarre und Geige – ließen wir den Abend mit Cocktails gemütlich ausklingen.

Mehr Fotos gibt es auf unserer Facebook-Seite.

Zur Pressemitteilung von Tübingen für Tiere e.V.

Zum Bericht des Schwäbischen Tagblatts.

Zum Bericht des Reutlinger Generalanzeigers.

Erneuter Mastanlagenbrand

Heute morgen sind im niedersächsischen Meppen drei von zehn Ställen auf dem Gelände einer Hühnermast-Anlage niedergebrannt. Die Feuerwehr konnte die Ställe nicht retten. Morgen sollten rund 63.000 Küken auf einer Fläche von insgesamt 3.000 Quadratmetern eingesetzt werden. Die Polizei hat die Gebäude beschlagnahmt. Sie geht von Brandstiftung aus. Sie schätzt den Schaden auf mehr als eine Million Euro.

„Tief betroffen“ reagiert die deutsche Geflügelwirtschaft: „Ich bin zutiefst erschüttert und entsetzt“, sagt Wilhelm Hoffrogge, Vorsitzender der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Er verurteilt den vermuteten Anschlag aufs Schärfste: „Dies ist ein krimineller und feiger Akt, der mit einer legitimen gesellschaftlichen Auseinandersetzung überhaupt nichts mehr zu tun hat.“ Acht Wochen vor der niedersächsischen Landtagswahl sieht Hoffrogge jetzt auch die Politik in der Pflicht. Gerade weil die Nutztierhaltung ein zentrales Thema im niedersächsischen Wahlkampf darstelle, sei ein klares Bekenntnis aller politischen Strömungen vonnöten: „Alle politischen Parteien müssen sich von kriminellen Anschlägen deutlich distanzieren!“, stellt Hoffrogge die Erwartungshaltung der Geflügelwirtschaft dar. Dies gelte auch und besonders für erklärte Gegner der intensiven Tierhaltung aus der politischen Fraktion der Grünen auf Landes- und Bundesebene. Hoffrogge betont: „Wir als Geflügelhalter wollen einen vernünftigen Dialog und suchen ihn sogar, wir haben überhaupt nichts gegen eine in der Sache harte Auseinandersetzung!“ Bei Brandstiftung seien die Grenzen eines legitimen Diskurses jedoch deutlich überschritten worden: „So darf es nicht weitergehen, alle gesellschaftlichen Kräfte müssen jetzt mehr denn je den sachlichen Dialog suchen und der Polemik und der Gewalt entgegenwirken.“

Bereits im letzten Jahr gab es in Niedersachsen eine Serie von Brandanschlägen auf sich im Bau befindliche Hühnermastanlagen. Es brannte in Sprötze, bei Vechelde, in Mehrum und in Schnega. Am 12. Dezember 2011 gab es dazu einen Zeitungsartikel in der Tageszeitung junge Welt.

Tübingen Pelzfrei und Afterparty

Am kommenden Samstag findet mit Tübingen Pelzfrei in Tübingen erstmals eine Demonstration gegen den Pelzhandel statt, wie sie schon aus anderen Städten bekannt ist – allerdings mit einer anderen Aktionsform: Sie soll als Trauermarsch für die getöteten Tiere gestaltet sein. Organisiert wird die Demonstration von Tübingen für Tiere e.V., deren Aufruf wir unterstützen. Auch werden wir ab 12 Uhr mit einem Informationsstand auf dem Marktplatz präsent sein.

Zur Unterstützung der Veranstaltung bieten wir abends im Rahmen einer „Fur Free Lounge“ die Möglichkeit zur Erholung für die Demonstrierenden sowie für alle anderen Interessierten. In der garantiert pelzfreien, mit Kicker und Sofas ausgestatteten Hausbar des Wohnprojekts Schellingstraße wird es ab 17 Uhr heiße und kalte Getränke, ab 19 Uhr veganes Essen gegen Spende geben. Ab 20 Uhr wird die Kombo Content spielen – die Musikerinnen Lilli und Ronja unterhalten mit Gesang, Gitarre und Geige. Danach werden wir den Abend mit Cocktails ausklingen lassen.

Tübingen Pelzfrei
Infostände: Ab 12 Uhr
Demo-Beginn: 14 Uhr
Tübingen, Marktplatz

After-Demo-Party
Fur Free Lounge: Ab 17 Uhr
Veganes Essen: Ab 19 Uhr
Konzert: Lilli und Ronja (Gesang, Gitarre, Geige)
Ort: Hausbar, Wohnprojekt Schellingstraße, Schellingstr. 6
(Bahnhofsunterführung Südausgang, schräg rechts über den Platz, in den Hof einbiegen, großes Gebäude links, Keller)

IMI-Kongress 2012

IMI-Kongress 2012 (17.-18. November):
Entdemokratisierung und Krieg – Kriegerische Demokratie

Gemütlicher Auftakt: Freitag, 16.11.2011, Hausbar in der Schellingstrasse 6. Volxküche ab 19:30 h. Videoshow: Bellizistische Kampagnen.

Programm für Samstag und Sonntag auf der IMI-Homepage.

Ankündigungstext:

Tausche Demokratie gegen (vermeintliche) Effizienz. Unter diesem Motto werden seit Jahren demokratische Kontrollmöglichkeiten der Politik immer weiter eingeschränkt. Dies betrifft besonders die Rüstungs- und Kriegspolitik, über welche die jeweiligen Staats- und Regierungschefs in internationalen Netzwerken und Gremien mehr und mehr im Alleingang entscheiden, während Parlamente und Gerichte (ganz zu schweigen von anderen gesellschaftlichen Organisationen) zunehmend marginalisiert werden. Gerade in Deutschland dient die zunehmende Aushöhlung des Parlamentsvorbehalts dazu, dass eine öffentliche Debatte über Sinn bzw. Unsinn der hiesigen Rüstungs- und Kriegspolitik erst gar nicht entstehen soll.
Diese Entwicklung findet in einer neuen Form „klandestiner Kriegsführung“ ihre Entsprechung: In einer zunehmenden Zahl unerklärter Kriege gegen diffuse angebliche Bedrohungen, Netzwerke und Gegner greifen die westlichen Staaten verstärkt auf Mittel wie Spezialeinheiten oder Drohnenangriffe zurück. In solchen Kriegen verlagert sich die Einsatzrealität immer weiter ins Geheime und wird dadurch jeglicher Form öffentlicher Kontrolle und Aufmerksamkeit entzogen.
Diese Situation stellt auch den Widerstand gegen eine Militarisierung der Außenpolitik, der internationalen und zwischengesellschaftlichen Beziehungen vor neue Probleme und Herausforderungen: Wo verifizierbare Informationen fehlen, eröffnet sich Raum für Verschwörungstheorien. Rassistische, nationalistische und religiöse Feindbilder gewinnen an Relevanz bei der Auswahl und Bewertung eines nahezu unbegrenzten Informationsangebotes. So spielt das Internet einerseits eine wesentliche Rolle bei der Gewinnung und Verbreitung kritischer Informationen, ist aber zugleich geeignet, wahre Ziele und Interessen zu verschleiern, Lügen und Propaganda verschiedenster Akteure zu streuen und so zur generellen Unsicherheit bei der Bewertung von Ereignissen beizutragen. Demgegenüber genießen zivilgesellschaftliche Organisationen ein hohes Maß an Vertrauen, gerade auch, was ihre professionalisierte Kampagnenarbeit anbelangt. Diese suggeriert häufig eine große Staatsferne und ist an Protestformen der Außerparlamentarischen Opposition angelehnt. Sie birgt damit das Versprechen, neue Mehrheiten zu repräsentieren und ein Gegengewicht zur Entparlamentarisierung gerade der Außenpolitik zu bilden. Allein: Viele dieser Kampagnen fügen sich problemlos in die Strategie der herrschenden Politik ein und nehmen sogar häufig eine deutlich bellizistischere Haltung (bsp.: Flugverbotszone) als selbst die Regierungen ein.
Vor diesem Hintergrund möchten wir zunächst den Demokratieabbau und die Entparlamentarisierung in der Außenpolitik beschreiben und analysieren, welche Formen der Kriegführung damit einhergehen. Davon ausgehend wollen wir uns mit den neuen Formen der Öffentlichkeit und der Willensbildung auseinandersetzen und die Frage erörtern, in welchem Verhältnis Krieg und Demokratie grundsätzlich und in ihren verschiedenen Ausprägungen stehen. Denn auch wenn sich Kriege nicht demokratisieren lassen und sich Militär und Demokratie grundsätzlich ausschließen, muss angesichts der mannigfaltig beobachtbaren Verdunklungstendenzen darüber nachgedacht werden, wie die Realität von Krieg und Militarismus ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden kann und welche Mittel – vom Parlament bis zum Blog – hierfür in welchem Maß geeignet sind.




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