Erneuter Mastanlagenbrand

Heute morgen sind im niedersächsischen Meppen drei von zehn Ställen auf dem Gelände einer Hühnermast-Anlage niedergebrannt. Die Feuerwehr konnte die Ställe nicht retten. Morgen sollten rund 63.000 Küken auf einer Fläche von insgesamt 3.000 Quadratmetern eingesetzt werden. Die Polizei hat die Gebäude beschlagnahmt. Sie geht von Brandstiftung aus. Sie schätzt den Schaden auf mehr als eine Million Euro.

„Tief betroffen“ reagiert die deutsche Geflügelwirtschaft: „Ich bin zutiefst erschüttert und entsetzt“, sagt Wilhelm Hoffrogge, Vorsitzender der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Er verurteilt den vermuteten Anschlag aufs Schärfste: „Dies ist ein krimineller und feiger Akt, der mit einer legitimen gesellschaftlichen Auseinandersetzung überhaupt nichts mehr zu tun hat.“ Acht Wochen vor der niedersächsischen Landtagswahl sieht Hoffrogge jetzt auch die Politik in der Pflicht. Gerade weil die Nutztierhaltung ein zentrales Thema im niedersächsischen Wahlkampf darstelle, sei ein klares Bekenntnis aller politischen Strömungen vonnöten: „Alle politischen Parteien müssen sich von kriminellen Anschlägen deutlich distanzieren!“, stellt Hoffrogge die Erwartungshaltung der Geflügelwirtschaft dar. Dies gelte auch und besonders für erklärte Gegner der intensiven Tierhaltung aus der politischen Fraktion der Grünen auf Landes- und Bundesebene. Hoffrogge betont: „Wir als Geflügelhalter wollen einen vernünftigen Dialog und suchen ihn sogar, wir haben überhaupt nichts gegen eine in der Sache harte Auseinandersetzung!“ Bei Brandstiftung seien die Grenzen eines legitimen Diskurses jedoch deutlich überschritten worden: „So darf es nicht weitergehen, alle gesellschaftlichen Kräfte müssen jetzt mehr denn je den sachlichen Dialog suchen und der Polemik und der Gewalt entgegenwirken.“

Bereits im letzten Jahr gab es in Niedersachsen eine Serie von Brandanschlägen auf sich im Bau befindliche Hühnermastanlagen. Es brannte in Sprötze, bei Vechelde, in Mehrum und in Schnega. Am 12. Dezember 2011 gab es dazu einen Zeitungsartikel in der Tageszeitung junge Welt.


2 Antworten auf „Erneuter Mastanlagenbrand“


  1. 1 « Antispeziesistische Aktion Tübingen Pingback am 08. Dezember 2012 um 14:18 Uhr
  2. 2 « Antispeziesistische Aktion Tübingen Pingback am 08. Dezember 2012 um 14:18 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: