Buch „Antispeziesismus“ bei „theorie.org“

Im Moment korrigiert der Autor noch die Druckfahnen, doch das Buch „Antispeziesismus“ in der theorie.org-Reihe wird in wenigen Wochen erscheinen!
Es gibt bereits die ersten Erwähnungen in der Presse – in einem Artikel mit dem Titel „Tiere sind keine Ware“ in der linken Tageszeitung Neues Deutschland schreibt die Journalistin Susann Witt-Stahl:

Die Geschichte des Kapitalismus ist nicht zuletzt die Geschichte der lückenlosen Ausbeutung der Natur – und des Widerstands dagegen. Die moderne Tierschutzbewegung entstand nicht zufällig im Mutterland der Industrialisierung. 1824 wurde sie in Großbritannien mit der Gründung der weltweit ersten Tierschutzorganisation »Society for the Prevention of Cruelty to Animals« aus der Taufe gehoben. Ihre vorwiegend aus dem Bürgertum stammenden Initiatoren hatten sich aber nur auf die Fahnen geschrieben, die zu Ware und Produktionsmitteln verdinglichten Tiere vor »unnötiger« Quälerei und allzu roher Behandlung zu bewahren. Sie richteten Tierheime für »herrenlose« Haustiere ein, wie sie bis heute von Tierschutzvereinen betrieben werden.
Diese Institutionen gelten als Vorläufer der Tierasyle und Lebenshöfe. Deren Träger sind allerdings weniger von bürgerlichen als von sozialistischen Weltanschauungen beeinflusst. Es gibt noch eine »›geheime‹ – vergessene, verdrängte – Geschichte«, schreibt der Philosoph Matthias Rude in seinem Buch »Antispeziesismus«. Der Begriff bezeichnet die Ablehnung jeglicher mit der Gattungszugehörigkeit begründeten Unterdrückung von Lebewesen.
Angehörige der ausgebeuteten Klassen, die im 19. Jahrhundert in den Bergwerken und Manufakturen schufteten, hätten, so Rude, Gemeinsamkeiten in den Kämpfen für die Befreiung des Menschen und der Tiere entdeckt und einen Blick auf die geschundene Kreatur entwickelt, »der von Identifikation und Solidarität geprägt war«.
Der Marxist und Mitbegründer der Kritischen Theorie Max Horkheimer knüpfte Anfang der 1930er Jahre an diese, fast verloren gegangene revolutionäre Perspektive an. In seinem Aphorismus »Der Wolkenkratzer« werden Tiere als Geknechtete und Ausgebeutete reflektiert: »Unterhalb der Räume, in denen millionenweise die Kulis der Erde krepieren«, so der Sozialphilosoph Horkheimer, befinde sich die »Tierhölle« – ein gigantischer Schlachthof, der das Fundament der Bausünde bildet, die bis heute Denkmal des vorerst gescheiterten Zivilisationsprozesses ist.





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