Archiv für August 2013

Buch „Antispeziesismus“ erscheint im September

In der theorie.org-Reihe des Stuttgarter Schmetterling-Verlags erscheint im September 2013 der Band zum Thema Antispeziesismus unseres Aktivisten Matthias Rude. Mitunter ging es noch einmal bunt zu beim zweiten Korrektur-Durchgang der Druckfahnen; doch nun kann das Buch endlich in den Druck gehen!
Auf der Website der theorie.org-Reihe findet sich seit seit Kurzem eine aktualisierte Beschreibung des Bandes, welche auch den Rücken des Buches zieren wird.
Alles rund um den Band „Antispeziesismus“ in der theorie.org-Reihe wird unter https://www.facebook.com/Antispeziesismusbuch gesammelt und veröffentlicht werden.

Gegen eine städtebauliche Entgleisung


Ja, während die Mächtigen, die großen Narren, die Welt in Trümmer schlagen, versuchen wir, die kleinen Narren, den Trümmerhaufen immer wieder mit versöhnlichen Schriftzeichen zu beschreiben und mit Blumensamen zu besähen. – Hermann Hesse.

Am 2. August gegen 15 Uhr wurde der Bahnsteig des alten Güterbahnhofs in der Eisenbahnstraße besetzt. Dieser befindet sich im Zentrum eines großen und innenstadtnahen Areals, das überwiegend der Bahn AG gehört und in den nächsten Jahren neu bebaut werden soll. Der städtische Plan sieht eine Teilverlegung der Eisenbahnstraße und eine Bebauung des Areals vor: Zum „qualitätsvollen Stadtquartier“ sollen die Flächen des ehemaligen Güterbahnhofs in Tübingen entwickelt werden. „Großstädtisch“ werde das Gebiet; so ist ein Bau vorgesehen, der sieben Stockwerke hoch sein und Einzelhändler, Büros und Wohnungen unterbringen soll.
Bei der Gestaltung dieses innenstadtnahen Raumes stellt sich die Frage, inwieweit hier reine Verwertungsinteressen durchgesetzt werden. Bereits jetzt zeigt sich, dass das Gelände verkommen gelassen wird. Initiativen für ein unkommerzielles Café (cafecolectiva), auch für eine temporäre Nutzung, wurden mehrmals abgelehnt. Ziel der Besetzung war es, auf diesen Umstand hinzuweisen, eine Zwischennutzung des verwahrlosten Areals für unkommerzielle kulturelle Projekte einzuforden und die Forderung nach einem lebendigen Erinnern an die hier unter der Herrschaft des Faschismus eingesetzten Kriegsgefangenen und ZwangsarbeiterInnen zu unterstützen.

Während der Besetzung wurde sich intensiv mit der Geschichte des Ortes und den aktuellen Planungen auseinandergesetzt. Die Bahn lasse ehemals öffentliches Eigentum lieber leer stehen und verkommen, „um es anschließend nach reinen Verwertungsinteressen zu verhökern“, so die Kritik der Besetzer; diese richte sich nicht gegen die Schaffung neuen Wohnraums oder gar gegen das geplante Dokumentationszentrum, sondern dagegen, dass die rasante Umstrukturierung des öffentlichen Raumes auf zunehmende Kommerzialisierung und Ausgrenzung hinauslaufe. In einer öffentlichen Erklärung heißt es: „Was wir wollen ist eine unkommerzielle Nutzung von öffentlichen Räumen anstelle von Leerstand hier und anderswo! Was wir wollen ist die öffentliche Diskussion darüber, was auf diesem Gelände von wem und für wen gebaut wird!“
Die Besetzung des alten Bahnsteigs wurde am Montag zunächst beendet. Wir rechnen jedoch mit weiteren Signalen gegen diese städtebauliche Entgleisung – der Zug ist noch nicht abgefahren!

Mehr Fotos von der Besetzung mit vielen weiteren Informationen in den Bildbeschreibungen finden sich hier.




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