Herbstakademie 2013

HAMBURG, 8. BIS 9. NOVEMBER 2013: HERBSTAKADEMIE 2013: TIERBEFREIUNG UND REVOLUTIONÄRE REALPOLITIK.

Ankündigungstext der Assoziation Dämmerung:

Die Welthungerberichte der vergangenen Jahre oder der gegenwärtige „Eier-Skandal“ – sie machen deutlich, dass die Auswüchse kapitalistischer Lebensmittel-, insbesondere der Fleischproduktion, zumindest in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert werden. Veganismus als „Lifestyle“ erlebt einen regelrechten Boom, und die Chancen für prominent platzierte Hinweise auf das Elend der industriellen Massentötung von Tieren standen schon schlechter. Für die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung eine günstige Situation, um gemeinsam mit ökologischen und sozialen Bewegungen radikale antikapitalistische Forderungen zu stellen.
Doch das geschieht nicht. Die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung verfügt über kein politisches Theoriekonzept, keine Gesellschaftsanalyse und ist sich über den gemeinsamen Nenner mit anderen linken Bewegungen nicht im Klaren. Ihre Kritik an der Massenproduktion der Ware Tier bleibt bürgerlich und moralisch und wahrt Distanz zu antikapitalistischen Ansätzen – auch der „autonome Antispeziesismus“ ist dazu keine Alternative. Wird die Bewegung aktiv, handelt sie vielfach unmittelbar systemkritisch – macht sich das aber nicht bewusst. Auf der anderen Seite haben traditionell sozialistische Bewegungen oftmals prinzipielle Vorbehalte gegen die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Sie wird nicht nur als „Single-Issue“-Bewegung wahrgenommen, der es an einer Perspektive zur Überwindung der herrschenden Gesellschaftsordnung fehle, sondern die Befreiung der Tiere wird gänzlich aus der linken Agenda ausgeschlossen.
Die falsche beiderseitige Distanz wollen wir mit unserer Akademie verringern. Wir wollen deutlich machen, warum die Befreiung von Mensch und Tier ohne Kapitalismuskritik nicht zu haben ist und warum andererseits Kapitalismuskritik nicht fundamental ist, wenn sie nicht auch das Verhältnis zur Natur (und zu den Tieren im Besonderen) mit in den Blick nimmt.
In Workshops und Podiumsdiskussionen mit Vertretern linker Organisationen wollen wir die Gemeinsamkeiten herausarbeiten und so Grundlagen schaffen, auf denen eine revolutionäre Realpolitik aufbauen kann zur Überwindung gesellschaftlicher Zustände, in denen längst nicht nur der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

Am Samstag um 20 Uhr wird unser Aktivist Matthias Rude einen Vortrag zum Thema „Die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung und die Linke“ halten. Das gesamte Programm der Herbstakademie lässt sich hier einsehen.





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