Mary Shelley: Frankensteins „Monster“

Boris Karloff als Frankensteins Monster im Film Frankenstein (1931) von James Whale.

Seit dem 27. Dezember läuft auch in den deutschen Kinos der Film A Storm In The Stars – der deutsche Titel lautet schlicht: Mary Shelley. Es handelt sich um eine Filmbiografie von Haifaa Al Mansour über die britische Schriftstellerin, die als Autorin von Frankenstein in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Der Film soll die „wahre Geschichte“ der Entstehung des Romans schildern. Leider findet vor allem ein Aspekt keine Beachtung.

Dieser Text wurde zuerst auf der Facebook-Seite des Antispeziesismus-Buchs veröffentlicht.

Die Bedingungen, die im Jahr 1816 am Genfer See zur Entstehung des Romans Frankenstein führten, sind längst selbst zur Legende geworden. Es handelte sich um das „Jahr ohne Sommer“: Auf der Insel Sumbawa, östlich von Java gelegen, war der Vulkan Tambora ausgebrochen – mit einer unvorstellbaren Sprengkraft von 170.000 Hiroshima-Bomben. Hunderte Kilometer weit verdunkelte sich der Himmel fast vollständig, ein Schleier legte sich um den Erdball; dann kam der vulkanische Winter. Es kam zu schweren Un­wettern, in der Schweiz schneite es plötzlich mitten im Sommer. Missernten und Hungers­nöte waren die Folge, Chronisten erzählen, dass „die Kinder oft im Gras geweidet haben wie die Schafe“. Mary Shelley erinnerte sich später: „Die Jahreszeit war kalt und regnerisch, und an den Abenden drängten wir uns um ein loderndes Kaminfeuer und vertrieben uns gelegentlich mit ein paar deutschen Gespenstergeschichten, die wir zufällig entdeckt hatten, die Zeit. Diese Geschichten weckten einen spielerischen Wunsch zur Nachahmung.“ [1] Im Alter von nur 18 Jahren schuf sie mit ihrem Roman ein literarisches Werk von Weltrang, das heute gleichermaßen als Höhepunkt der Gothic Novel und Geburtsstunde des Science-Fiction-Genres gilt. [2] Es handelt von einem Naturforscher namens Victor Frankenstein, der aus Leichenteilen und Teilen geschlachteter Tiere ein künstliches Wesen schafft, das sich schließlich gegen seinen Schöpfer wendet und dessen Existenz zerstört.

Heute ist der Name „Frankenstein“ so fest im kollektiven Bewusstsein verankert, dass die bloße Erwähnung genügt, um eine Kette von Assoziationen auszulösen: „Unwillkürlich sehen wir sofort Bilder aus dem Filmklassiker von James Whale vor uns: Wir erinnern uns an Boris Karloff, der mit merkwürdig flachem Schädel und schwarzumrandeten Augen unbeholfen durch die Pappkulissen tappt“, merkt Alexander Pechmann im Nachwort der von ihm neu übersetzten und 2013 herausgegebenen Urfassung von Frankenstein an. Die Popkultur habe den Frankenstein-Mythos ganz und gar vereinnahmt und in immer neuen Variationen und Parodien herausgebracht: „Frankenstein wurde zum Inbegriff des verrückten Wissenschaftlers, der gegen die göttliche Ordnung verstößt und dafür konsequent bestraft oder zum Besseren bekehrt wird. Wie wenig dies mit der Radikalität der ursprünglichen Romanvorlage zu tun hat, offenbart sich erst durch einen Vergleich mit der Urfassung von 1818.“ [3] Denn Mary Shelleys Werk ist weit mehr als eine Parabel über die ethische Verantwortung der Wissenschaft. Als Zeugnis eines radikalen Lebensentwurfes der jungen Autorin hat der Roman eine dezidiert politische Dimension. [4]

Richard Rothwell: Mary Shelley (1840).

Richard Rothwell: Mary Shelley (1840).

Höchstmaß an politischer Subversion

Als Tochter von Mary Wollstonecraft und William Godwin waren Mary Shelley progressive politische Ansichten gewissermaßen in die Wiege gelegt: Mit A Vindication of the Rights of Woman (1792) war Wollstonecraft zur Begründerin der radikalen Frauenrechtsbewegung geworden; Godwin gilt aufgrund seines Werkes Enquiry Concerning Political Justice (1792), in dem er die Abschaffung der Nationen und Regierungen, der Klassenunterschiede, der Ehe und der etablierten Religion forderte, als einer der Begründer des Sozialismus im Allgemeinen sowie des politischen Anarchismus im Besonderen. Sein Name stand, wie es in einer Biografie über Mary Shelley heißt, „für atheistisches Freidenkertum und damit für ein Höchstmaß an politischer Subversion“. [5] Die Wichtigkeit dieser Prägungen wird im Film auch ausreichend thematisiert: Die Beziehung Marys zu ihrem Vater und das Andenken an die Mutter – diese starb elf Tage nach der Geburt ihrer Tochter am Kindbettfieber – spielen darin eine große Rolle.

Ihren späteren Ehemann Percy Bysshe Shelley lernte die junge Mary Wollstonecraft Godwin kennen, als der Dichter im November 1812 die Verlagsbuchhandlung ihres Vaters in der Skinner Street in London besuchte. Shelley war fasziniert von den politischen Theorien Godwins und versuchte, sie in eine politische Praxis zu übersetzen. So beteiligte er sich etwa an Protestkampagnen für inhaftierte Radikaldemokraten; in Dublin riefen er und seine erste Frau Harriet mit selbst verfassten Flugblättern die Iren zum Aufstand gegen England auf. In seinem ersten großen Gedicht Queen Mab (1813), das Harriet gewidmet ist, versuchte Shelley, wie der Schriftsteller Wolfgang Koeppen einmal schrieb, „das Godwinsche Vernunftevangelium in Poesie zu übersetzen“. [6] Wie Percy und Mary sich kennenlernen, wie sie sich am Grab von Mary Wollstonecraft ihre Liebe gestehen, ihre Beziehungen zu Claire Clairmont und George Gordon Byron – all das wird in der Filmbiografie treffend dargestellt.

Dass sie, was ihre politischen Überzeugungen, ihr Engagement und ihren persönlichen Lebenswandel angeht, recht fortschrittlich waren, vermittelt der Film ebenfalls. Ein Aspekt aber wird leider komplett ausgeblendet: Mary und Percy Shelley zählten nicht nur in Bezug auf die Proklamation der freien Liebe und die Emanzipation der Frauen, nicht nur, was die Solidarität mit der Arbeiter- und mit Revolutionsbewegungen angeht, zu den progressiven Kräften ihrer Epoche – sie vertraten auch, ihrer Zeit weit voraus, einen radikalen Vegetarismus, den sie explizit politisch verstanden wissen wollten. Hier gilt dasselbe, was etwa auch am Film „Suffragette“ (2015) zu bemängeln ist: Zwischen der Frauen- und der ersten Tierrechtsbewegung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bestanden enge Verbindungen, einige der Suffragetten, die für das Frauenwahlrecht kämpften, waren auch radikale Vegetarierinnen – im Drama der Regisseurin Sarah Gavron zum Thema spielt das aber keine Rolle. „Kaum eine andere emanzipatorische Forderung verhallte im Gang der Geschichte immer wieder derart ungehört wie der Ruf nach der Befreiung der Tiere“, heißt es gleich zu Beginn des Antispeziesismus-Buchs: Es handelt sich um ein Stück „geheime“ – vergessene, verdrängte, verschwiegene – Geschichte. Nicht ohne Grund liegt in der von Max Horkheimer mit der Metapher eines Wolkenkratzers aphoristisch beschriebenen kapitalistischen Gesellschaftspyramide die „Tierhölle“ im Keller und befindet sich damit unterhalb des gesamtgesellschaftlichen Bewusstseins. Das 2013 in der theorie.org-Reihe des Stuttgarter Schmetterling-Verlags erschienene Buch wirft deshalb in einem Streifzug durch die Geschichte modernen emanzipatorischen Denkens einige Schlaglichter auf diese Tradition, um sie aus ihrem Schattendasein zu holen; und in diesem Zusammenhang ist auch der englischen Romantik, im Speziellen – neben William Blake – den Shelleys und Byron, ein Kapitel gewidmet.

Alfred Clint: Percy Bysshe Shelley (1919).

Alfred Clint: Percy Bysshe Shelley (1919).

„Vegetable system“

Neben William Godwin hat den jungen Percy Shelley in erster Linie John Frank Newton und dessen Werk The Return to Nature, or, a Defence of the Vegetable Regimen (1811) beeinflusst. Newton war ein Patient des Lon­don­er Arztes William Lambe, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre lang ve­gan ernährte und 1809 sein erstes Buch über vegane Ernährung als Therapie für bestimmte Er­krankung­en veröffentlicht hatte (später verfasste er noch ein zweites Buch zum Thema). Zusammen mit seiner Frau schloss Shelley sich im Jahr 1812 der Kommune Newtons in Berkshire an, die eine Kombination aus Nudismus und konsequentem Vegetarismus nach Lambe praktizierte. In seinen Anmerkungen zu Queen Mab, die auch gesondert unter dem Titel A Vindication of Natural Diet (1813) gedruckt wurden, begründete der Dichter, der unter anderem dafür bekannt war, auf Londons Märkten Fluss­krebse zu kaufen, um sie wieder in die Themse zu entlassen, seinen radikalen Vegetarismus, der eng mit seinen politischen Überzeugungen zusammenhing. So führte er beispielsweise die Verschwendung von Ackerflächen, die für die intensive Produktion von tierischem Eiweiß genutzt werden und so für die Ernährung ärmerer Schichten verloren gehen, und den daraus resultierenden Hunger auf das auf Fleisch- und Wollgewinnung ausgerichtete englische Ernährungssystem zurück, sah also klar den Zusammenhang zwischen den Veränderungen im Ernährungsbereich und der Entwicklung der Produktionsverhältnisse von einer agrarischen Subsistenzwirtschaft zu einer industriell orientierten Woll- und Lammfleischproduktion. Die Schafe würden, so Shelley, pro Mahlzeit einen Morgen nutzbares Ackerland auffressen. [7] Unter Bezugnahme auf Newton und den Autor von Paradise Lost (1667), den großen revolutionären Dichter John Milton, der ebenfalls Vegetarier war, empfahl Shelley in A Vindication of Natural Diet ein „vegetable system“ als Grundlage für einen „Zustand der Gesellschaft, in der alle Energien des Menschen in die Schaffung gänzlichen Glücks gelenkt werden sollen“. [8]

Am 26. Juni 1814 erklärten sich Percy und Mary ihre Liebe. Wegen seiner unkonventionellen Lebensweise – Percy war auf dem Papier noch immer mit Harriet verheiratet – sah sich das junge Paar massiven Anfeindungen ausgesetzt. „Mann und Frau sollten so lange verbunden sein, wie sie einander lieben: Jedes Gesetz, das sie auch nur für einen Augenblick zum Zusammenleben zwingt, nachdem ihre Zuneigung erloschen ist, wäre völlig unerträgliche Tyrannei“, lässt Haifaa Al Mansour Percy Shelley im Film sagen – es handelt sich um ein Zitat aus seinen Anmerkungen zu Queen Mab. Gemeinsam mit Marys Stiefschwester Claire Clairmont beschlossen die beiden, vor allen sozialen Konventionen in die Schweiz zu fliehen. In Luzern zwang Geldmangel sie allerdings zur Aufgabe ihrer Pläne. Die Rückreise über Straßburg, Mannheim, Mainz, Bonn, Köln und Rotterdam sollte von Marys Romanheld Victor Frankenstein wiederholt werden. Frankenstein entstand im Zuge einer zweiten Reise in die Schweiz, wo das Trio den Dichter Lord Byron traf, der ebenfalls, seit seinem 23. Lebensjahr, vegetarisch lebte.

Byron, der bis heute nicht nur für seine literarischen Werke, sondern auch für seine Teilnahme an der Griechischen Revolution in den 1820er-Jahren bekannt ist, musste England im April 1816 aufgrund diverser Skandale um seine Person verlassen. Vier Jahre zuvor hatte ihn die Veröffentlichung der ersten beiden Gesänge von Childe Harold’s Pilgrimage (1812) – das poetische Tagebuch einer zweijährigen Reise, die ihn auf die Iberische Halbinsel, in die Türkei, nach Griechenland und nach Albanien geführt hatte – schlagartig berühmt gemacht. Im selben Jahr hielt er seine Antrittsrede im britischen Oberhaus, in der er die Lage der arbeitenden Klassen thematisierte: In Nottinghamshire, einem Zentrum der Textilindustrie, hatte im Jahr 1811 der Aufstand der Maschinenstürmer begonnen und schnell auch andere Grafschaften erfasst. Um die Aufstände niederzuschlagen, schickte London Soldaten – über 14.000 bis zur Jahresmitte. Byron hielt eine flammende Rede, in der er sich für die entlassenen Weber einsetzte, die Maschinen zerstört und Fabriken in Brand gesetzt hatten – doch der Frame Breaking Act, das Gesetz, das die Zerstörung von Webstühlen unter Todesstrafe stellte, wurde zu seiner großen Enttäuschung sowohl vom Oberhaus als auch vom Unterhaus angenommen.

Auch Byrons Ehe mit Anne Isabella verlief nicht glücklich. Charakterliche Diskrepanzen, ständige Geldschwierigkeiten und Byrons exzessiver Genuss von Laudanum – einer zu dieser Zeit populären Opiumlösung, der auch Percy Shelley sehr zugetan war [9] – führten im Jahr 1816 schließlich zur Trennung. Zu diesem Zeitpunkt soll Byron bereits ein Verhältnis mit Claire Clairmont gehabt haben. Als dann Gerüchte über ein inzestuöses Verhältnis Byrons zu seiner Halbschwester die Runde machten und einen Sturm der Entrüstung in der Öffentlichkeit auslösten, musste er im April 1816 England in Richtung Schweiz verlassen. Im Juni mietete er die Villa Diodati am Genfer See, da er glaubte, dass John Milton sich 1638 dort aufgehalten hätte, wo ihn Percy, Mary und Claire dann im Sommer besuchten – und wo die Idee zu Frankenstein entstand.

Lord Byron, a coloured engraving (1873).

Lord Byron, a coloured engraving (1873).

Schrecklicher Wachtraum

Neben dem Konsum von Alkohol und Opium – auch dies wird im Film dargestellt – dientem dem Zirkel um Byron in dem verregneten Sommer des Jahres 1816 intellektuelle Diskussionen als Zeitvertreib. Eines der Gespräche zwischen Byron und Percy Shelley drehte sich um die Frage nach der Natur, der Grundlage des Lebens und darum, wie die Elektrizität damit zusammenhängt – eine Diskussion, die von Luigi Galvanis Experimenten angefacht worden war: Die Beine toter Frösche bewegten sich, nachdem der italienische Arzt sie mit einem geladenen Metallgegenstand berührt hatte. Galvanis Neffe, der Physiker Giovanni Aldini, führte solche Versuche an Leichen von Enthaupteten und Erhängten durch. So legte er etwa zwei Köpfe aneinander und setzte sie unter Strom. „Die Grimassen, die beide Gesichter einander machten, waren wunderbar und beängstigend“, sollte er später berichten – und dass bei diesem Anblick die ersten Zuschauer in Ohnmacht gefallen seien. [10]

In der Einleitung zur überarbeiteten Ausgabe von Frankenstein aus dem Jahr 1831 gab Mary Shelley die Überlegungen aus dem Gespräch am Kaminfeuer folgendermaßen wieder: „Vielleicht könnte man eine Leiche wiederbeleben; galvanische Experimente hatten für solche Dinge den Beweis geliefert: Vielleicht könnte man einzelne Teile einer Kreatur herstellen, zusammensetzen und mit Lebenswärme versorgen.“ [11] Die zündende Idee für ihren Roman kam ihr dann durch einen, wie sie sich ausdrückte, „schrecklichen Wachtraum“: „Ich sah – mit geschlossenen Augen, aber scharfem geistigem Blick – ich sah den bleichen Schüler unheiliger Künste neben dem Ding knien, das er zusammengesetzt hatte. Ich sah das bösartige Phantom eines hingestreckten Mannes und dann, wie sich durch das Werk einer mächtigen Maschine Lebenszeichen zeigten und er sich mit schwerfälligen, halblebendigen Bewegungen rührte.“ [12] Frankensteins Monster war geboren.

Zwei Jahre später erschien der Roman – anonym und, wie damals üblich, in drei Teilen, mit einem Vorwort von Percy Shelley. Er wurde zum Bestseller, auch wenn er bei den meisten Literaturkritikern überhaupt nicht gut ankam. „Gegen die Tagträume des Grauens, die von den unnatürlichen Reizen dieser neueren Schule erzeugt werden, müssen wir protestieren; und wir fühlen uns nach der Lektüre dieser drei geisteszermürbenden Bände genauso mitgenommen wie nach einer Überdosis Laudanum oder einem quälenden Alptraum“, hieß es etwa in The British Critic. „All diese monströsen Einfälle sind die Folgen der wilden und ungebührlichen Theorien unserer Zeit“, meinte der bekannte Verleger John Murray. [13]

Insgesamt gilt die Romantik als die Zeit der Verinnerlichung politischer Konflikte. Teilweise hat das zu Interpretationen geführt, die Mary Shelley unterstellen, sie habe Frankenstein in Auseinandersetzung mit den radikalen Theorien ihrer Eltern geschrieben und diese letztlich abgelehnt. Die Botschaft sei: Alle revolutionären Experimente gebären Monster; Frankensteins Kreatur stünde dann für die Angst der bürgerlichen Philanthropen vor der Hässlichkeit des im Prozess der Industrialisierung „aus Abfällen“ wie aus „gesellschaftlichem Unrat“ gebildeten Proletariats – so der Heidelberger Anglist Horst Meller. [14] Wolfram Sailer, ebenfalls Anglist in Heidelberg, der diesen Aspekt in einer Studie zum Thema ausführlich beleuchtet, widerspricht dieser Vorstellung: Der Versuch, Mary Shelley in eine nervöse Konservative zu verwandeln, werde der Sympathie mit dem Monster, die der Roman auch den Lesern vermittelt, nicht gerecht. [15] Für ihn spiegeln sich in dem Roman vielmehr die ersten Ansätze zu einer Selbstverständigung des englischen Proletariats als Klasse wider, die sich zum Zeitpunkt seiner Entstehung in Form der maschinenstürmenden Ludditen und der Chartisten zeigten.

„Victor Frankenstein becoming disgusted at his creation“: Steel engraving to the revised edition of Frankenstein by Mary Shelley (1831).

„Victor Frankenstein becoming disgusted at his creation“: Steel engraving to the revised edition of Frankenstein by Mary Shelley (1831).

Opfer der Aufklärung

Der Scheidungsprozess von Produzent und Produktionsmittel bildet die Grundlage für die kapitalistische Produktionsweise: Indem der Ackerbauer das Eigentum an Grund und Boden verliert, werden ihm seine Mittel zur Selbstversorgung entrissen, was ihn, in Marxscher Terminologie, „doppelt frei“ macht – frei, seine Arbeitskraft zu verkaufen, an wen er will, aber auch „frei“ von Eigentum an Produktionsmitteln. Er wird zum Proletarier. Im Zuge des bereits angesprochenen Aufschwungs der Wollmanufaktur war das „Losungswort“, so heißt es im Kapital von Marx, „Verwandlung von Ackerland in Schafweide“. [16] Zuvor hatte der Großteil der Bevölkerung aus selbst wirtschaftenden Bauern bestanden, die am Gemeindeeigentum beteiligt waren; nun wurden die Gemeingüter zu Privatbesitz gemacht, das Gemeindeland eingehegt, die Bauern gewaltsam enteignet. In Mary Shelleys Roman wird darauf Bezug genommen. So vergleicht Frankenstein seine Situation mit der eines enteigneten Bauern, als er über das Monster sagt: „Würde er aber besiegt, dann war ich ein freier Mann. Allerdings was für eine Freiheit? Eine Freiheit, deren sich der Landmann erfreut, nachdem er gesehen hat, wie seine Familie hingeschlachtet, seine Hütte verbrannt, seine Felder verwüstet werden, und dann heimatlos, verarmt und allein, aber frei seines Weges zieht.“ [17]

Das Monster wiederum entwickelt eine dezidiert kritische Sicht auf, wie es sagt, „das seltsame System der menschlichen Gesellschaft“, als es „von der Aufteilung der Besitzstände, von ungeheurem Reichtum, erbärmlicher Armut, von Rang, Abstammung und edlem Blut“ hört. Zu Frankenstein sagt es: „Ich erfuhr, daß der Besitz, den deine Artgenossen am meisten schätzen, eine noble und makellose Abstammung in Verbindung mit Reichtum war. Ein Mann könnte vielleicht mit nur einer dieser Eigenschaften respektiert werden, aber ohne eine der beiden würde er, außer in sehr seltenen Ausnahmen, als Herumtreiber und Sklave betrachtet, der dazu verurteilt ist, seine Lebenskraft dem Profit einiger Auserwählter zu opfern.“ [18]

Sailer zieht Parallelen zu den Eigenschaften des Monsters und dem im Zuge der Industrialisierung entstehenden Proletariat: „Das Monster wie das Proletariat sind kollektive und artifizielle Geschöpfe: das Monster, aus Leichenteilen von den Friedhöfen, Totenhäusern und Schlachtfeldern der instrumentalisierten Aufklärung bestehend, das Proletariat aus den im Zusammenbruch des feudalen Systems ,frei‘ gewordenen Landarbeitern und Kleinpächtern, die – in England durch die enclosures von ihrem Land vertrieben – sich in den Slums der neuen Großstädte des heraufdämmernden Industriekapitalismus zu jenem neuen Wesen zusammenfanden.“ Für Karl Marx ist das Kapital „verstorbene Arbeit, die sich nur vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit“. Die Angst, die die von citoyens zu bourgeois degenerierten Aufklärer vor dem Kollektivwesen hatten, das sie doch selbst hervorgebracht hatten und nun für ihre Zwecke nutzten, gleiche, so Sailer, der Angst Frankensteins; sie sei die Furcht vor dem eigenen Totengräber: „Marx und Engels nennen in ihrem Kommunistischen Manifest das Proletariat den von der Bourgeoisie selbst produzierten Totengräber; Frankenstein nennt sein Geschöpf ,meinen eigenen Vampir, meinen eigenen Geist losgelassen vom Grabe und gezwungen, alles zu vernichten, was mir lieb war‘.“ [19]

Das Monster droht – wie die Arbeiterbewegung –, sollten seine Forderungen nicht erfüllt werden, unverhohlen mit der Umkehrung des Verhältnisses von Herr und Knecht. Indem Frankenstein den Torso der fast fertigen Partnerin zerstört, welche sich das Monster gewünscht hat, um seiner Isolation zu entkommen, klärt er das Verhältnis zu seiner Kreatur für den Rest des Romans: Das Monster nennt Frankenstein seinen Sklaven; dieser sei zwar sein Schöpfer, es selbst aber sei nun Frankensteins Herr. Sailer merkt dazu an: „Die Entfremdungen, denen Frankenstein sich in seinem Arbeitsprozeß unterwirft, führen letztlich allesamt dazu, daß das Verhältnis des Produzenten zu seinem Produkt sich langsam, aber unausweichlich umkehrt. Die Entfremdung von der Natur reflektiert Frankensteins zerrissenen inneren Zustand, die Entfremdung von Freunden und Familie läßt ihn mit seiner Arbeit und seiner Aufgabe allein, die von seinem Produkt schließlich entfremdet ihn auch von sich selbst als produzierenden Menschen. Mary Shelley nimmt mit dieser Darstellung vorweg, was Karl Marx etwa dreißig Jahre später in seiner Entfremdungstheorie formulierte“. [20] Gerade auch in seinen Äußerungen zur Natur nehme Marx in wissenschaftlicher Form Mary Shelleys Ansätze auf, in welchen sie Frankensteins Versuche kritisiere, der Natur mit Gewaltmitteln der Naturwissenschaft auf die Schliche zu kommen. So zieht Sailer den Schluss: „Das Monster läßt sich als Metapher für die Opfer der Aufklärung (in wissenschaftlicher wie in politischer Hinsicht) lesen.“ [21]

Insofern handelt es sich um eine Fehlinterpretation, wenn Muriel Spark das Monster als „den isolierten Intellekt“ Frankensteins betrachtet. [22] Wie Sailer anhand zahlreicher Textstellen nachweist, ist das Gegenteil der Fall: Das Monster steht nicht nur für alle „Verdammten dieser Erde“, sondern auch allgemein für die innere und äußere Natur, die von Frankenstein als die „Verkörperung eines männlich-zielgerichteten Prinzips“ unterdrückt wird. [23] In der Dialektik der Aufklärung (1944), dem Hauptwerk der Kritischen Theorie, in dem Max Horkheimer und Theodor W. Adorno eine Wissenschaft kritisieren, die in „scheußlichen physiologischen Laboratorien wehrlosen Tieren“ den „blutigen Schluß“ abzwingt, heißt es entsprechend: „Furchtbares hat die Menschheit sich antun müssen, bis das Selbst, der identische, zweckgerichtete, männliche Charakter des Menschen geschaffen war.“ [24]

Editorial cartoon by Bob Satterfield, depicting the spirit of war as a Frankenstein's monster, bringing with it hatred, malice, envy, and ambition (1915).

Editorial cartoon by Bob Satterfield, depicting the spirit of war as a Frankenstein’s monster, bringing with it hatred, malice, envy, and ambition (1915).

Utopisches Moment

Denn die Opfer der Aufklärung – oder, um mit den Worten Horkheimers und Adornos zu sprechen, der instrumentellen Vernunft – sind nicht nur Menschen. Das „Monster“, das in vielen Punkten menschlicher dargestellt wird als Frankenstein, zeichnet sich allgemein durch die Fähigkeit zur Empathie aus – so bricht es etwa, als es vom Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern hört, in Tränen aus –, und diese ist die Voraussetzung für Solidarität, die auch mit Tieren geübt werden kann. Horkheimer schrieb dazu einmal: „Eigentlich ist ja die Solidarität, die wir mit den Menschen in Not fühlen dieselbe wie die mit dem Tier, in der Qual erweist sich ihre Identität und das Weh fließt zusammen.“ [25] Tatsächlich erwächst die politische Kritik, die das Monster übt, aus den basalen Wahrnehmungen von Lust und Schmerz; es sagt: „Ich las von Menschen, die im Dienste der Öffentlichkeit ihre Artgenossen regierten oder abschlachteten. Ich spürte, wie sich in mir eine große Begeisterung für die Tugend regte und ein Abscheu vor Lasterhaftigkeit, soweit ich die Bedeutung jener Begriffe verstand, da sie nach meiner Auffassung offenbar nur Lust und Schmerz entsprechen konnten.“ [26]

Das Monster muss bald erkennen, dass es im von ihm entworfenen Klassenraster noch nicht einmal auf der Stufe der Ärmsten der Armen steht, sondern noch unter ihnen: Es sei, so sagt es, „nicht einmal von derselben Art wie der Mensch“. [27] Sein Wunsch, den es gegenüber dem alten, blinden de Lacey äußert, ist, „nicht aus der Gesellschaft und vom Mitgefühl Ihrer Artgenossen“ [28] – im Original: „not be driven from the society and sympathy of your fellow creatures“, [29] ein Begriff, der Menschen und Tiere umfasst – ausgeschlossen zu werden. Es sagt: „Sollte irgendeine Kreatur mir gegenüber Wohlwollen empfinden, dann würde ich es hundertfach und tausendfach vergelten. Wegen dieses einen Wesens würde ich Frieden mit seiner gesamten Spezies schließen!“ [30] Doch dies wird ihm verwehrt. Die Autorin und Aktivistin Carol J. Adams schreibt dazu in ihrem Buch The Sexual Politics of Meat: A Feminist-Vegetarian Critical Theory (1990): „Frankensteins Geschöpf bezieht Tiere in seinen Moralkodex ein, wird jedoch hintergangen und zutiefst enttäuscht, als es danach strebt, in den Moralkodex der Menschen einbezogen zu werden. Es lernt, dass, ungeachtet seiner eigenen moralischen Maßstäbe, der Kreis der Menschen so gezogen ist, dass sowohl es selbst wie auch die anderen Tiere davon ausgeschlossen bleiben.“ [31] Und allein das ist der Grund, warum es destruktiv wird – es sagt: „Ich trug, wie Satan persönlich, eine Hölle in mir, und da es niemanden gab, der Mitleid mit mir hatte, wollte ich die Bäume ausreißen, Chaos und Vernichtung um mich herum verbreiten.“ [32]

Kurz allerdings blitzt im Roman ein utopisches Moment der Versöhnung mit Mensch und Natur auf, wenn sich das Monster seine Zukunft mit einer zu ihm passenden Gefährtin ausmalt: „Meine Nahrung ist nicht die blutige der Menschen. Ich vernichte nicht Lämmer und Ziegen, um meinen Hunger zu stillen; Nüsse und Beeren genügen mir. Da meine Genossin ebenso beschaffen sein wird wie ich, wird auch sie mit der gleichen Nahrung vorlieb nehmen.“ [33] Zu Frankenstein sagt es: „Das Bild, das ich dir beschreibe, ist friedlich und menschlich, und du mußt spüren, daß du es mir nur aus Willkür und Grausamkeit verweigern kannst.“ [34] Während das „Monster“ Lamm und Zicklein nicht zerstört, um seinen Appetit zu befriedigen, foltert Frankenstein lebende Tiere, um das leblose Material seiner technischen Menschenproduktion zu beseelen; das Leid der gequälten Kreatur hat, so Wolfram Sailer, für ihn nur Bedeutung, insofern sie ihn selbst mit Schrecken füllt. [35] Er verwehrt seinem Geschöpf die Verwirklichung der Utopie, die es ihm geschildert hat. Entsprechend heißt es am Ende des Kapitels über die englischen, revolutionären Romantiker im Antispeziesismus-Buch: „Statt in einen Zustand des Friedens mit Menschen, Tieren und der Natur einzutreten, findet Frankensteins vegetarisches Monster sein Ende im Feuer eines Scheiterhaufens.“ [35]

Louis Édouard Fournier: The Cremation of Percy Bysshe Shelley (1889). Percy starb 1822 nach einem Schiffsunfall. Mary lebte noch bis 1851. In ihrer Schreibtischschublade wurde später eine Kopie des Gedichtes Adonaïs von Percy gefunden; eine Seite war um ein kleines Päckchen gefaltet, das etwas von seiner Asche und Überreste seines Herzens enthielt.

Louis Édouard Fournier: The Cremation of Percy Bysshe Shelley (1889).
Percy starb 1822 nach einem Schiffsunfall. Mary lebte noch bis 1851. In ihrer Schreibtischschublade wurde später eine Kopie des Gedichtes Adonaïs von Percy gefunden; eine Seite war um ein kleines Päckchen gefaltet, das etwas von seiner Asche und Überreste seines Herzens enthielt.

Zum Weiterlesen:

Ein thematisch ähnlicher Text von Matthias Rude ist im Jahr 2016 anlässlich der 200. Jährung der Entstehung des Romans Frankenstein unter dem Titel Höchstmaß an politischer Subversion im Feuilleton des Nachrichtenmagazins Hintergrund erschienen; der Artikel kann auf der Website von Hintergrund bestellt werden.

Im Buch Antispeziesismus. Die Befreiung von Mensch und Tier in der Tierrechtsbewegung und der Linken (Stuttgart 2013) findet sich auf den Seiten 64 bis 74 das Kapitel „‚Earth groans beneath religion’s iron age, making the Earth a slaughter-house‘: Revolutions-Romantik – Shelleys brennendes Herz, Frankensteins vegetarisches Monster“. Darin geht es neben dem Dichter William Blake vor allem um die Shelleys und um Byron. Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Leseprobe des Buches finden sich auf der Website des Verlags; das Buch ist über den Buchandel erhältlich (ISBN: 3-89657-670-4).

Vom Autor ist im Magazin Melodie und Rhythmus auch ein Artikel zum Frankenstein-Motiv in der Popkultur und dessen politischer Interpretation erschienen; der Text ist inzwischen vollständig online einsehbar: Schrecklicher Wachtraum: Vor 200 Jahren entstand Mary Shelleys berühmter Roman »Frankenstein« – sein Einfluss auf die Popkultur ist bis heute ungebrochen, Melodie und Rhythmus 4/2016, S. 108f.

Ein frei zugänglicher Text zu den Verbindungen zwischen der Frauen- und der ersten Tierrechtsbewegung im 19. und frühen 20. Jahrhundert findet sich hier. Vgl. dazu auch das Kapitel „‚The emancipation of men will bring with it another and still wider emancipation – of animals‘: Tierbefreiung in Arbeiterbewegung, sozialistischen und feministischen Strömungen“ im Antispeziesismus-Buch (S. 88-100).

Anmerkungen:

Titelbild (oben): Boris Karloff als Frankensteins Monster im Film Frankenstein (1931) von James Whale.

[1] Mary Shelley: Frankenstein oder Der moderne Prometheus. Die Urfassung. Aus dem Englischen neu übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann, München 2013, S. 8.

[2] So die allgemeine Meinung der Experten. Beispielsweise heißt es dazu in einer 2001 erschienenen Biografie über Mary Shelley: „Sie läßt diese ,gotischen‘ Erzählungen hinter sich, bedient sich nicht mehr ihrer konventionellen Muster und Figuren, sondern schreibt einen futuristischen Roman, der schon auf die Science-fiction-Literatur verweist“ (Karin Priester: Mary Shelley. Die Frau, die Frankenstein erfand. Biographie, München 2001, S. 120).

[3] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 286f.

[4] Zum Frankenstein-Motiv in der Popkultur und seiner politischen Interpretation vgl. auch: Matthias Rude: Schrecklicher Wachtraum: Vor 200 Jahren entstand Mary Shelleys berühmter Roman »Frankenstein« – sein Einfluss auf die Popkultur ist bis heute ungebrochenMelodie und Rhythmus 4/2016 (S. 108f.).

[5] Karin Priester: Mary Shelley (Anm. 2), S. 29. – Später vertrat Godwin allerdings mehr und mehr einen politischen Reformismus und brachte wohl auch Percy Shelley „nach und nach auf einen linksliberalen Kurs, der mit dem Radikalismus der noch jungen englischen Arbeiterbewegung, den Gewerkschaften und der Bewegung des Chartismus, nicht viel zu tun hatte, auch wenn Shelleys Werk ,Queen Mab‘ gerade in diesen Kreisen begeistert aufgenommen und geradezu als eine Art Bibel gelesen wurde“ (ebd., S. 84).

[6] Wolfgang Koeppen (Hg.): Percy Bysshe Shelley: Das brennende Herz, München, Wien, Basel 1958, S. 13.

[7] Wolfram Sailer: Wissen, Arbeit und Liebe in Mary Shelleys Frankenstein.Studien zur romantischen Mythenumdeutung (Anglistik in der Blauen Eule, Bd. 16, zgl.: Heidelberg, Univ., Diss., 1991), Essen 1994, S. 89.

[8] Percy Bysshe Shelley: The Complete Poetry of Percy Bysshe Shelley. Volume two. Edited by Donald H. Reiman and Neil Fraistat, Baltimore, London 2004, S. 307; Übersetzung zitiert nach: Matthias Rude: Antispeziesismus. Die Befreiung von Mensch und Tier in der Tierrechtsbewegung und der Linken, Stuttgart 2013, S. 72.

[9] Der Gebrauch von Laudanum und Opium war in der Romantik eher die Regel als die Ausnahme. „Angesichts dessen kann man sich leicht ausmalen, unter welchen Vorzeichen die Texte in der Villa Diodati entstanden sind“, heißt es in einem Artikel zum Thema (Christoph Hombergs: Laudanum, in: Alexander Eilers (Hg.): „The Summer of 1816“ – Von Monstern, Geistern und Vampiren. Dokumentation der gleichnamigen Ausstellung in der Universitätsbibliothek Gießen (15.4.-13.5.2009), Fernwald 2010, S. 43-47, S. 47.). Vgl. auch: Matthias Rude: Laudanum: Glückseligkeit für einen Penny (7.11.2018).

[10] Reto U. Schneider: Der Frankenstein von Bologna, NZZ Folio, August 2003.

[11] Entsprechend lässt Mary Shelley Victor Frankenstein im Roman sagen: „One of the phenomena which had peculiarly attracted my attention was the structure of the human frame, and, indeed, any animal endued with life. Whence, I often asked myself, did the principle of life proceed?” (Mary Shelley: Frankenstein. English | German. Übersetzt von Heinz Widtmann. Berliner bilinguale Ausgabe, 2015, S. 31).

[12] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 269f.

[13] Ebd., S. 277f.

[14] Horst Meller: Prometheus im romantischen Heiligenkalender, in: Hans-Joachim Zimmermann (Hg.): Antike Tradition und Neuere Philologien. Symposium zu Ehren des 75. Geburtstages von Rudolf Sühnel, Heidelberg 1984, S. 151-175, S. 168.

[15] Wolfram Sailer: Wissen, Arbeit und Liebe in Mary Shelleys Frankenstein (Anm. 7), S. 168.

[16] Im Kapitel über „Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation“, in: Karl Marx, Friedrich Engels: Werke. Band 23, Berlin 1962, S. 746.

[17] „If he were vanquished, I should be a free man. Alas! What freedom? Such as the peasant enjoys when his family have been massacred before his eyes, his cottage burnt, his lands laid waste, and he is turned adrift, homeless, penniless, and alone, but free“ (Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 11), S. 141).

[18] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 127.

[19] Wolfram Sailer: Wissen, Arbeit und Liebe in Mary Shelleys Frankenstein (Anm. 7), S. 174f.

[20] Ebd., S. 210.

[21] Ebd., S. 173.

[22] Muriel Spark: Mary Shelley. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Angelika Beck, Frankfurt am Main und Leipzig 1992, S. 211.

[23] Wolfram Sailer: Wissen, Arbeit und Liebe in Mary Shelleys Frankenstein (Anm. 7), S. 272.

[24] Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Frankfurt am Main 1988, S. 262, S. 40.

[25] Max Horkheimer: Briefwechsel 1941-1948 (Gesammelte Schriften, Band 17). Herausgegeben von Gunzelin Schmid Noerr, Frankfurt am Main 1996, S. 797.

[26] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 138. Im Original heißt es: „I read of men concerned in public affairs, governing or massacring their species. I felt the greatest ardour for virtue rise within me, and abhorrence for vice, as far as I understood the signification of those terms, relative as they were, as I applied them, to pleasure and pain alone“ (Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 11), S. 93).

[27] „I was not even of the same nature as man“ (ebd., S. 87).

[28] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 145.

[29] „I trust that, by your aid, I shall not be driven from the society and sympathy of your fellow creatures” (Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 11), S. 98).

[30] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 158.

[31] Carol J. Adams: Zum Verzehr bestimmt. Eine feministisch-vegetarische Theorie. Übersetzung aus dem Englischen von Susanna Harringer, Wien, Mühlheim a.d. Ruhr 2002, S. 128.

[32] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), S. 147. – Es handelt sich hierbei um eine Anspielung auf das vierte Buch von Paradise Lost, wo es über Satan, der heimlich den Garten besucht, heißt: „horror and doubt distract / His troubled thoughts, and from the bottom stir / The hell within him, for within him hell / He brings, and round about him, nor from hell / One step no more than from himself can fly / By change of place“ (John Milton: Das verlorene Paradies, Werke. Englisch – Deutsch, Frankfurt am Main 2008, S. 168).

[33] „My food is not that of man; I do not destroy the lamb and the kid to glut my appetite; acorns and berries afford me sufficient nourishment. My companion will be of the same nature as myself and will be content with the same fare” (Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 11), S. 108).

[34] Mary Shelley: Frankenstein (Anm. 1), München 2013, S. 159.

[35] Wolfram Sailer: Wissen, Arbeit und Liebe in Mary Shelleys Frankenstein (Anm. 7), S. 272.

[36] Matthias Rude: Antispeziesismus. Die Befreiung von Mensch und Tier in der Tierrechtsbewegung und der Linken, Stuttgart 2013, S. 74.


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