Beiträge von Administrator

Wir gegen Wiesenhof

Solidarität mit den acht SchlachthofbesetzerInnen von Bogen und Wietzen-Holte

„Wer im Stich läßt seinesgleichen, läßt ja nur sich selbst im Stich“ (Bertolt Brecht).

Ende Februar und Anfang Mai wird acht Tierbefreiungs- und TierrechtsaktivistInnen aus ganz Deutschland vor dem Amtsgericht im bayrischen Straubing und vor dem niedersächsischen Landgericht Verden der Prozess gemacht. Ihnen wird „Sachbeschädigung“, „Nötigung“ und „Hausfriedensbruch“ vorgeworfen.

Faktisch sitzen alle acht aber nicht wegen der Bagatelldelikte auf der Anklagebank, die ihnen zur Last gelegt werden, sondern wegen ihres Protests und Widerstands gegen die kapitalistische Ausbeutung und Tötung von Tieren durch Deutschlands Geflügel-Schlachter Nummer eins: die PHW-Gruppe. Das niedersächsische Unternehmen ist in der Öffentlichkeit besser bekannt unter dem Namen Wiesenhof, eine der PHW-Tochtergesellschaften und das Flaggschiff des Firmenimperiums der Kapitalistenfamilie Wesjohann.

Blockaden und Besetzungen von Schlachtfabriken

Hintergrund der juristischen Verfahren sind zwei Aktionen des kollektiven zivilen Ungehorsams gegen den Wiesenhof-Konzern. Im Februar 2016 besetzen 30 TierbefreiungsaktivistInnen Baukräne und das Baubüro auf einer Baustelle in Bogen bei Straubing, verteilten Flyer und hängten Transparente auf. Dort sollte eine Hühnerschlachtfabrik wiederaufgebaut werden, die zuvor abgebrannt war. Sie ist Eigentum von Deutschlands führenden Geflügelfleischproduzenten. Sieben der 30 Beteiligten werden nun in Straubing dem Richter vorgeführt.

Im August 2016 wurde ebenfalls ein Schlachthof des Geflügelfleisch-Monopolisten im niedersächsischen Wietzen-Holte blockiert. Ein Aktivist nahm dabei auf einem LKW Platz und räumte ihn für mehrere Stunden nicht. Der Nienburger Amtsrichter Jan-Hauke Förtsch verurteilte ihn dafür zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Der Justizbeamte war der Auffassung, eine besonders drakonische Strafe verhängen zu müssen, weil der Angeklagte mutmaßlich „in der Unrechtstradition politischer Straßenkämpfer wie der SA“ gestanden habe, „derer Methoden er sich im Kern bedient hat“. Gegen dieses Urteil beginnt im Mai am Landgericht Verden die Berufungsverhandlung.

Respekt, Solidarität und Unterstützung

Wir können das Handeln unserer FreundInnen und GenossInnen gut verstehen. Unzählige Male standen Tierrechts- und TierbefreiungsaktivistInnen schon vor Unternehmenstoren, ignoranten Konzernchefs oder FilialleiterInnen, die nur ihre Profite im Kopf haben, und teilnahmslosen PassantInnen. Wir sagen ihnen immer wieder, dass uns die Produktion, Verkauf und Verzehr von Fleisch von Wiesenhof und anderen nicht passt. Unsere FreundInnen und GenossInnen haben sich vor diesem Hintergrund entschieden, dafür zu sorgen, dass zumindest an einigen Orten das Schlachten beendet wird; dass das, was ihnen und uns nicht passt, auch nicht mehr länger geschieht. Dafür gebührt ihnen größter Respekt, unsere Solidarität und Unterstützung.

Das Nachtreten der Staatsapparate wirkt angesichts 240 Millionen geschlachteter Vögel und einem Umsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro im Jahr der PHW-Gruppe für das industrielle Töten wie eine Marotte bornierter BürokratInnen. Doch Repression ist ein notwendiges Übel im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Tier. Das haben auch die Verfahren und Gesetzesverschärfungen der letzten Jahre in Westeuropa und den USA gezeigt. Es war also nicht anders zu erwarten. Gesetz und Ordnung sind überall und immer Gesetz und Ordnung derjenigen, welche den etablierten Gesellschaftsbau schützen. Sie treffen jene, die ihn in Frage stellen.

Deswegen sitzen zwar acht vor den Richtern, aber die Anklage gilt uns allen. Wir werden uns aber nicht vom juristischen Schmierentheater beirren lassen. In der Geschichte sind nie grundlegende Fortschritte ohne Widerstand und außergesetzliche Mittel gemacht worden, sofern die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben. Was sind besetzte Kräne, blockierte Zufahrtswege und ein paar Transparente gegen Elektrowasserbäder für Puten und Hühner oder vollautomatisierte Schlachtstraßen? Was ist die Blockade eines Schlachthofs gegen den Bau eines Schlachthofs?

UnterzeichnerInnen:

Animal Climate Action, Animal Uni Tierbefreiungsgruppe der Berliner Hochschulen, Assoziation Dämmerung, Berliner Tierbefreiungsaktion, Bündnis Marxismus und Tierbefreiung, die tierbefreier e.V., Kampagne gegen Tierfabriken, Offensive gegen die Pelzindustrie, Tierbefreiung Hamburg, Tierfabriken-Widerstand, Tierrechtsgruppe Zürich, Tierrechtsinitiative Hamburg, Twelve Monkeys – Vegankrams, Dr Pogo Veganladenkollektiv, Tierbefreiungsoffensive Saar e.V., Tierrechtsgruppe Gießen, Gerborg Glanz, Anarchistische Tierbefreiungsoffensive Kiel, Tierrechtstreff Münster, Antispeziesistische Aktion Tübingen, Albino, Free Animal e.V., Mastanlagen Widerstand, Tierrechtstreff Münster, Rettet das Huhn e.V., Dana Haas.

Mehr Infos unter kampagne-gegen-tierfabriken.info.

Juristische Verfahren kosten Geld. Spendet auf folgendes Konto:
DE29 5139 0000 0092 8818 06
VBMHDE5F
Volksbank Mittelhessen
Verwendungszweck: Kampagne gegen Tierfabriken (bitte unbedingt angeben)

Demonstration: Hände weg von Afrin!

Heute fand in Tübingen die Demonstration „Hände weg von Afrin“ statt.

Der Aufruf lautete:

Seit dem 20. Januar 2018 überfallen türkische Truppen mit Unterstützung von islamistischen Kräften völkerrechtswidrig die demokratische kurdische Region Afrin in Syrien. Während also in Syrien der Kampf gegen den IS seinem Ende naht, hat das Erdogan-Regime einen neuen Krieg entfacht. Es versucht in Afrin das demokratische und emanzipatorische Projekt zu zerschlagen, das unter größten Anstrengungen und Opfern in nunmehr 5 Jahren aufgebaut und verteidigt wurde. Afrin ist Zufluchtsort vieler Flüchtlinge aus anderen syrischen Regionen. Heute greift das Erdogan-Regime mit deutschen Waffen diejenigen Kräfte an, die am entschiedensten gegen den faschistischen IS mit Erfolg gekämpft haben. Wir protestieren gegen den Einsatz von Waffen aus Deutschland! Wir protestieren gegen die Rückendeckung des Erdogan-Regimes durch die Berliner Regierung! Solidarität mit den kurdischen und anderen demokratischen Selbstverteidigungskräften! Stoppt den militärischen Angriff gegen die kurdische Region Afrin in Nordsyrien!

Mehr Fotos von der Demonstration gibt es auf unserer Facebook-Seite.

Mahnwache gegen Tierversuche

Am 2. Dezember fand in Tübingen erneut eine Mahnwache gegen Tierversuche auf dem Holzmarkt statt. „‚Wir leben im 21. Jahrhundert, aber betreiben immer noch Forschung wie im Mittelalter‘, tönte es bei Temperaturen um die 0 Grad aus dem Megafon“, berichtet das Schwäbische Tagblatt Tübingen heute, und weiter: „25 Tierschützer hielten am Samstagabend der Kälte zum Trotz eine Mahnwache auf den Stufen der Stiftskirche ab. Mit Kerzen und Plakaten erinnerten sie an die in Tübinger Laboren verstorbenen Tiere. ‚Die Affenversuche am Max-Planck-Institut wurden zwar eingestellt, aber es gibt trotzdem noch drei weitere Institute in Tübingen, in denen Affen gehalten werden‘, sagte Jaqueline Kraft von ‚Animal Paws‘. Die Grundlagenforschung sei nutzlos und diene nur der Profilierung der Forscher, so Matthias Ebner der Partei ‚Mensch Umwelt Tierschutz‘. Dabei gebe es vielversprechende technologische Alternativen zu den Tierversuchen, sagten die Aktivisten. Doch noch immer entreiße man Affenbabys ihren Familien in Mauritius und setze sie grausamen Experimenten aus, so Kraft. Sie betonte: ‚Vor Weihnachten wollen wir zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.‘“

Osterakademie: Die Zukunft der Bewegung

Vom 30. März bis zum 1. April findet in Hamburg eine Osterakademie zum Thema „Die Zukunft der Bewegung: ierbefreiung zwischen Opposition und Affirmation“ statt.

Die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung ist gegenwärtig mit mindestens drei Herausforderungen konfrontiert:

Trotz umfangreichen, vielfältigen Aktivismus und vereinzelter Erfolge gerät sie im Kampf mit den politischen und ökonomischen Profiteuren der Tierausbeutung zusehends ins Hintertreffen. Die Fleisch- und andere Tierindustrien blühen, ihre willigen Vollstrecker in den Staatsapparaten sorgen für politische und ideologische Rückendeckung und die entsprechende Kultur feiert – wie etwa die Pelzmode – fröhliche Urständ. Dennoch führt die „Bewegung“ keine strategischen und organisatorischen Diskussionen, sondern hält am Eingeübten und einst Bewährten fest. Unsere Proteste vereinzeln, die politische Wirkung versiegt, noch bevor sie sich entfalten könnte. Zu jedem Zirkus eine Demo, vor jedem Laden eine Kundgebung, zu jedem Thema eine Kampagne – seien sie auch noch so aussichtslos und die Beteiligungen gering.

Gleichzeitig greifen etablierte Institutionen, wie z.B. Staatsapparate, Parteien, Stiftungen, Zeitungen, Universitäten usw., die verschiedenen Forderungen einzelner Bewegungsakteure auf. Dies erscheint zunächst positiv. Mit dieser Entwicklung ist allerdings auch die Gefahr der politischen Neutralisation verbunden. Ob Fortschritt oder nicht – die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung reagiert darauf bislang überwiegend unkritisch affirmativ. Hauptsache „aktiv für die Tiere“ lautet scheinbar die Devise. Dabei haben etwa die Heinrich-Böll-Stiftung oder die DIE LINKE keineswegs per se die Absicht, etwas für die Tiere oder die Tierbefreiungsbewegung zu tun. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen, für deren Durchsetzung politische Bewegungen und AktivistInnen bisweilen eher nützliche IdiotInnen statt BündnispartnerInnen sein sollen. Ganz zu schweigen von den social-media-affinen Ich-AGs und NGOs, für die Tiere und das Mitleid mit ihnen in erster Linie eine lukrative Geschäftsidee sind. Auch die vegane Sub- und Gegenkultur wird durch Unternehmer wie Attila Hildmann, mit jedem entpolitisierten Konsumfest und jeder Konzern-Kooperation Schritt für Schritt dem bürgerlichen Lifestyle preisgegeben.

Schließlich erodiert allmählich das ohnehin sehr brüchige inhaltliche und politisch-strategische Fundament der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Auf Großereignissen der Bewegung wie bei Bündnistreffen klammert man Widersprüche eher aus, als sie auszutragen. Politische Bildung geht nicht über den rudimentären alltagstauglichen Polit-Wortschatz hinaus. Organisationsdebatten münden in die Vermessung bewegungs- und gruppeninterner Wohlfühlzonen. So nimmt es nicht Wunder, dass schwer erkämpfte politische Positionen nach innen und außen unterminiert werden, mühselig erarbeitete linke gesellschaftskritische Theoriebestände versickern und von wissenschaftlich und gesellschaftlich genehmen, liberalen Human-Animal-Phrasen überlagert werden. In logischer Konsequenz wird u.a. die ALF aus der Bewegung heraus als „gewalttätig“ dämonisiert, Tierschutz als Ziel des Kampfes für die Tiere akzeptabler, historischer Materialismus und Marxismus werden plump denunziert und das bürgerliche Recht sogar als Verhandlungsgrundlage zur „Befreiung“ der Tiere akzeptiert.

Auf diese Herausforderungen müssen wir politisch und organisatorisch reagieren, wenn wir wollen, dass die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung nicht den Weg der Affirmation beschreitet, sondern den der Opposition durch revolutionäre Realpolitik. Nur letzterer bietet die Möglichkeit, wieder Erfolge zu erringen und gleichzeitig die Perspektive für die Befreiung von Mensch und Tier zu verbessern.

Mit der Osterakademie 2018 möchten wir, das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung, dazu beitragen, die skizzierten Probleme anzugehen und Argumente für die richtige Richtungsentscheidung zu sammeln. Mit Workshops, einführenden Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit Gästen aus der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung wollen wir Lösungsvorschläge debattieren und organisatorische Perspektiven entwickeln.

Programm, Gäste, Formalitäten der Teilnahme und Anmeldung unter osterakademie.jimdo.com.

Tierethik-Comic

Kürzlich ist im Wilhelm Fink Verlag das Werk „Tierethik – Der Comic zur Debatte“ erschienen. Die Texterin Julia Kockel und der Zeichner Oliver Hahn zeichnen die Debatten um das Tier von der Antike bis heute nach. Sie stellen tierethische, tierrechtliche und Positionen der Tierbefreiung vor und befassen sich mit der Frage nach den gesellschaftlichen und politischen Bedingungen für eine angewandte Ethik zwischen Mensch und Tier. Dabei nehmen sie auch aufs Antispeziesismus-Buch Bezug und zitieren etwa Max Horkheimer, Henry Stephens Salt oder Leonard Nelson.

Das Buch hat eine eigene Facebook-Seite. Weitere Informationen zum Buch und verschiedene Leseproben finden sich beim Verlag.

Climate March in Tübingen

Heute fand unter dem Motto „System change, not climate change“ der Tübinger Climate March statt.

Die 23. UN-Weltklimakonferenz (COP23) wird vom 6. bis 17. November in Bonn unter Schirmherrschaft der FidschiInseln ausgetragen. Die COP23 ist die wichtigste globale Klimakonferenz, etwa 20.000 Teilnehmer aus den 193 UN-Mitgliedstaaten werden dort über den weltweiten Klimavertrag verhandeln. Die Zeit drängt. Schon heute zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels, Wassermassen auf der einen Seite, Wasserknappheit auf der anderen. Schätzungen gehen von 300 Millionen Menschen aus, die bereits jetzt unter der Erderwärmung leiden. Um die Erderwärmung einzuschränken, wurde sich 2015 bei der COP21 in Paris in einem neuen Klimavertrag darauf geeinigt, die Erderwärmung auf unter 2°C zu beschränken. Dies ist jedoch eine große Herausforderung, und bei der COP23 sollen hierzu die Details ausgehandelt werden. Die Differenzen zwischen den Regierungen sind groß, insbesondere einige Regierungen des globalen Nordens zeigen sich wenig kompromissbereit. Auch Deutschland wird das Klimaziel für das Jahr 2020, den Treibhausgasausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, deutlich verfehlen.

Wir fordern einen gerechten Weltklimavertrag, der den Bedürfnissen aller Menschen gerecht wird. Zusammen sagen wir: System change, not climate change.

Mehr Fotos gibt es auf unserer Facebook-Seite.

Ein Zeitungsartikel über die Demonstration findet sich hier. Leider unerwähnt bleibt in dem Artikel der Redebeitrag von Act for Animals, in dem gesagt wurde, dass die Produktion von Tierprodukten mit der größte Erzeuger von schädlichen Klimagasen ist. Wie eine Studie der Universität Wien zeigte, verursacht die Produktion eines Kilogramms Rindfleischs dieselben Treibhausgas-Emissionen wie eine Autofahrt von 1600 Kilometern. Laut dem World Watch Institute ist die Produktion tierischer Nahrungsmittel für über die Hälfte der weltweit von Menschen zu verantwortbaren Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die UNO hat hinsichtlich des Klimawandels daher schon 2010 festgestellt: „Eine wirkliche Verringerung der Auswirkungen wäre nur mit einer grundsätzlichen, weltweiten Ernährungsumstellung möglich, weg von Tierprodukten.“

Tübinger Wohnprojekt wochenlang videoüberwacht

Ausspähen unter Nachbarn – das geht gar nicht!

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie erfahren würden, dass Ihr Haus ohne Ihr Wissen mit einer Kamera überwacht werden sollte? Jedes Kommen und Gehen gefilmt und erfasst werden sollte? An was würde es Sie erinnern, wenn staatliche Behörden versuchen, Ihre Nachbar_innen zu überreden, Überwachungstechnik gegen Sie einzusetzen und Sie zu bespitzeln?

Der Haupteingang des Wohnprojektes Schellingstraße 6 wurde im Juli 2016 knapp einen Monat lang heimlich von der Tübinger Polizei gefilmt. Zuvor hatte die Tübinger Polizei versucht, Nachbar_innen des Projektes dafür einzuspannen, Kameras an ihren Häusern, Vorgärten oder in ihren Wohnräumen anbringen zu lassen, um ihre Nachbar_innen heimlich zu bespitzeln.

Davon erfuhren die Betroffenen nur zufällig und zunächst gerüchteweise von einem Nachbarn, der das fragwürdige Ersuchen der Polizei abgelehnt hatte. Laut Gesetz ist das nachträgliche Informieren der durch die heimliche Überwachungsmaßnahme betroffenen Personen vorgesehen (§ 101 StPO). Diese Vorschrift wird von der Polizei allerdings regelmäßig missachtet, wie rechtswissenschaftliche Studien belegen.

Diesem skandalösen Umstand will die Meldestelle etwas entgegensetzen: Wir wollen nicht nur einen guten nachbarschaftlichen Zusammenhalt fördern, sondern auch einen Rechtsschutz gegen die oft widerrechtlichen Überwachungsmaßnahmen ermöglichen. Wenn niemand von den Maßnahmen weiß, kann der Rechtsweg nicht beschritten werden, und eine Kontrolle von Polizei und Staatsanwaltschaft findet nicht statt. Die heimlichen Überwachungsmaßnahmen sind nicht nur illegitim, sondern stellen sich im Nachhinein – sofern sie überhaupt gerichtlich überprüft werden – häufig als gesetzeswidrig heraus.

meldestelle.mtmedia.org

Eine Auswahl der Medienberichte über die rechtswidrige Überwachung des Tübinger Wohnprojekts Schellingstraße:

netzpolitik.org​

Schwäbisches Tagblatt Tübingen​

neues deutschland​

taz. die tageszeitung​

Für weitere Artikel: Pressespiegel auf meldestelle.mtmedia.org.

„The End of Meat“ im Kino Arsenal

Am 18.September 2017 präsentiert die Antispeziesistische Aktion Tübingen im Kino Arsenal um 19 Uhr den Dokumentarfilm „The End Of Meat“ mit anschließender Diskussion: Wie sähe unsere Welt aus, würden wir kein Fleisch mehr essen?

Ein Dokumentarfilm über die Vision einer Welt ohne Fleisch, der PhilosophInnen, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und AktivistInnen vorstellt, die sich mit Alternativen des Zusammenlebens von Menschen und Tieren beschäftigen. In dem Film wagt Filmemacher Marc Pierschel den Blick in eine Zukunft ohne Fleisch sowie deren Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und uns selbst. Dabei begegnet er Esther, einem Hausschwein, welches das Leben von zwei Kanadiern komplett auf den Kopf stellte, spricht mit den Pionieren der veganen Revolution in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten „Nutztieren“ in Freiheit, trifft auf WissenschaftlerInnen, die am tierfreien Fleisch forschen, das den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll, und vieles mehr. „The End of Meat“ zeigt eindrucksvoll die versteckten Auswirkungen des Fleischkonsums, untersucht die Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise und wirft kritische Fragen über die zukünftige Rolle der Tiere in unserer Gesellschaft auf.

Zur Facebook-Veranstaltung.
Trailer: theendofmeat.com.

Soli-Hausbar für verhaftete Tierrechtler

Morgen ist Solibar um 21 Uhr in der Schellingbar in der Schellingstraße 6 in Tübingen für die Tierrechtsaktivist_innen, die beim Dokumentieren der Zustände in einer Putenmastfarbrik verhaftet wurden.

Am 11. Mai 2015 betraten Aktivist_innen eine Putenmastfarbrik in Ilsenhofen, Kreis Schwäbisch Hall, um dort das zu dokumentieren, was die „moderne“ Tierhaltung mit sich bringt: Verletzte und eingeschüchterte Tiere, die in Massen zusammengepfercht werden.

„ Abgeschottet von jeglichem Tageslicht vegetierten mehrere tausend Tiere auf engstem Raum in einer Halle. Im Stall fand sich kaum Einstreu; die Tiere mussten auf einem harten und feuchten Boden in ihren eigenen Exkrementen stehen. Die Männer dokumentierten kranke, verletzte, im Sterben liegende und bereits tote Tiere. Der gesamte Bestand war verdreckt und hatte Schäden am Gefieder. Mehrere Tiere wiesen deutliche Wunden auf, viele zeigten zudem Fehlstellungen an den Beinen und Druckgeschwüre an der Brust – ein eindeutiges Indiz für mangelhafte Haltung.“ (Zitat: Act for Animals e.V.-Newsletter)

Um solche Zustände öffentlich zu machen, nahmen die drei das Risiko staatlicher Verfolgung auf sich und wurden dabei vom Eigentümer der Putenmast erwischt, der sie mit einem Stock attackierte.
Trotz der grausamen und lebensverachtenden Zustände in der Fabrik steht nicht der Putenmäster vor Gericht, sondern die Whistleblower, da sie mit ihrer Aktion das Eigentumsrecht des Putenmästers, nämlich lebende und fühlende Wesen so zu behandeln, wie er will, beschneiden wollten.

Da es sich bei den jungen Aktivist_innen um Studierende und Universitätsmitarbeiter_innen handelt, können sie die entstehenden Gerichtskosten nicht alleine tragen und sind daher auf unsere Solidarität angewiesen. Daher möchten wir die Aktivist_innen durch die Cocktailbar sowohl finanziell als auch gedanklich unterstützen.

Ankündigung: Demonstration gegen Tierversuche

Unter dem Motto „Tierversuche abschaffen. Jetzt erst recht!“ findet am 27. Mai ab 13 Uhr in Tübingen eine Demonstration statt.

Die Primatenversuche am Max-Planck-Institut sind zwar beendet, wie das Schwäbische Tagblatt am 18. April berichtete, doch das bedeutet nicht das Ende der Affenversuche; diese finden nach wie vor an drei Tübinger Instituten statt: Am Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften, am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und am Institut für Neurobiologie.

Gegen die Primatenexperimente und gegen die zahllosen anderen Tierversuche, die in Tübingen betrieben werden, richtet sich die Demonstration am 27. Mai, die von verschiedenen Gruppen und Initiativen ausgerichtet und unterstützt wird. Wir werden im Rahmen der Demonstration einen Redebeitrag halten.

13:00 h: Treffpunkt an der Neckarinsel

13:30 h: Auftaktkundgebung

14:00 h: Start des Demonstrationszugs

17:30 h: Kreideaktion (vom Holzmarkt zum Marktplatz)

Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: