Archiv der Kategorie 'Ankündigungen'

NachtTanzDemo Reutlingen

Aufruf zur Nachttanzdemo in Reutlingen:

Die Stadt gehört allen!?!

Durch ständige Modernisierung und Aufwertung sollen Städte anhand ihres Erscheinungsbilds zu Aushängeschildern der jeweiligen Gemeinden werden, in der ewigen Konkurrenz als Unternehmensstandorte und Einkaufsstädte. Daher gibt es, z.B. in Reutlingen, zig Möglichkeiten auf unterschiedlichste Weise Geld los zu werden: Viele ’schicke‘ Cafes, eine große Auswahl an Bekleidungsgeschäften, eine ‚wunderschöne‘ Stadthalle und weitere, von Konsumzwang geprägte Räume, in denen man sich wunderbar wohlfühlen kann.
Doch wo gehst du hin, wenn du gerade kein Geld ausgeben möchtest oder ausgeben kannst? Wenn du dich in einem ungezwungenen Rahmen mit Freunden treffen möchtest? Wenn du genau das machen möchtest, worauf du gerade Lust hast? Dann sieht die Lage in Städten weniger rosig aus. Aus Cafeś wird man raus geworfen, in Einkaufszentren vergrault man angeblich die zahlungskräftige Kundschaft und in einem Klamottenladen abzuhängen, ohne etwas Schönes kaufen zu können, war ja auch noch nie sehr verlockend.
Die wenigen Orte wie z. B. Parks, Plätze und Soziale Zentren, die uns für ein selbstbestimmtes Zusammenleben verbleiben, werden täglich von sogenannten Ordnungskräften durchstreift und kontrolliert, um die Gesetze durchzusetzen und jegliche Ansätze von selbstbestimmten und spontanen Zusammenkünften von Menschen zu unterbinden, also die sogenannte öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten.
So wird beispielsweise in Reutlingen in der Pomologie, einem Stadtpark, nach 23 Uhr jede Ansammlung von Menschen, die als Jugendliche eingestuft werden, konsequent aufgelöst; zur Not auch mal mit Hilfe eines Polizeihubschraubers, der ’sowieso gerade in der Nähe war‘.



Das autonome Jugend- und Kulturzentrum Zelle: Basisdemokratisch und konsequent unkommerziell

In Reutlingen läuft halt alles etwas ordentlicher ab

Beim Autonomen Jugendzentrum „Kulturschock Zelle“ schaut man deswegen bei Partys auch mal genauer hin und analysiert die Aufbauten bei größeren Veranstaltungen: Der Bauzaun mit befestigten Planen sei dazu da, Drogenkonsument*innen zu schützen und beim Chilloutbereich handle es sich um den Drogenmarktplatz, der nur dazu einlade, Drogen zu kaufen und anschließend zu konsumieren.
Nicht nur bei den kreativen Bauten ist ein geschultes Auge gefragt. Auch bei der Inspektion des Intimbereichs einiger junger Gäste auf illegale Substanzen geht man gründlich vor. Man will ja nicht aufgrund von verhältnismäßigem und stichprobenartigem Vorgehen mit leeren Händen nach Hause gehen. Auch wenn mal keine Party ist, weiß sich die Polizei hier zu helfen und schickt bei einer Mitarbeiter*innen-Versammlung gleich sechs Einsatzfahrzeuge zur Zelle, um unter einem Vorwand die Personalien der interessierten Menschen und Mitarbeiter*innen festzustellen.

Zelle vs. Stadtverwaltung

Dieses Vorgehen knüpft nahtlos an das der Reutlinger Stadtverwaltung an. Diese versucht mithilfe einer Gaststättenkonzession einen angemessenen Hebel zu finden, um die Autonomie der Zelle einzuschränken und in den Zapfhahn des Gaststättenrechts zu pressen. Durch eine Konzession müssten einmal mehr Verantwortliche deklariert werden, die im Falle eines Vergehens gegen die Rahmenbedingungen den Kopf hinhalten müssten. Doch das ist nicht der Grund, warum die Konzession von der Zelle so konsequent verweigert wird. Ein solch juristisches Konstrukt öffnet der Stadtverwaltung Tür und Tor für nahezu alle nur erdenklichen Repressionsmaßnahmen.
Als hätte die Stadt nicht schon über diverse Verfügungen genügend Spielraum, um den Leuten der Zelle das Leben schwer zu machen. Ein Beispiel wäre da noch die aktuellste Idee des Ordnungsamtsleiters Albert Keppler. Dieser versuchte, mithilfe einer Verfügung, der Polizei Zutritt zu Veranstaltungen in der Zelle zu verschaffen. Bei Nichtbeachtung seitens der Zelle wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 5000 € angedroht. Diese Verfügung zog er allerdings nach Kritik der Zelle zurück. Ob der rechtliche Rahmen dafür nichts hergibt oder ob Herr Keppler seinen „guten Willen“ zeigen wollte, ist zunächst noch unklar.


Die Zelle besteht seit 1968 und ist ein Freiraum im doppelten Sinne: Gäste sind frei von Konsumzwängen und oft auch von Eintrittspreisen; Alle können frei mitarbeiten und basisdemokratische alle Regeln mitgestalten. Natürlich nur so frei wie es in den kapitalistischen Widersprüchen geht, wo (gegenseitiger und innerer) Konsumzwang und Geld- und damit Zeitnot Standard sind.

Wer uns am selbstbestimmten Leben hindert, soll unseren Widerstand spüren!

Fakt ist: Wir werden uns als Gäste der Zelle weiterhin konsequent gegen Polizisten auf der Insel wehren und dies auch mit dem notwendigen zivilen Ungehorsam durchsetzen. Wer uns bei Demonstrationen verhaut, uns auf offener Straße, gegen unseren Willen, in die Unterhose fasst und uns am selbstbestimmten Leben auch nur im kleinsten hindert, sollte unseren Widerstand spüren! Wir erklären uns außerdem ausdrücklich solidarisch mit den Menschen in Hamburg, Berlin und überall auf der Welt, die diesen Repressalien noch viel schlimmer ausgesetzt sind als wir!
Rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen mehren sich in unserer Gesellschaft. Deutschlandweit wurden in den letzten Monaten Flüchtlingsunterkünfte angegriffen. Die Polizei tappt so gut wie immer im Dunkeln und kann angeblich keine rassistischen Motive erkennen. Die meisten Flüchtlingsunterkünfte befinden sich oft weit ab der Kernstadt in abgelegenen Gebieten. Da Flüchtlinge entgegen populistischen Aussagen hier nicht wie „Gott in Frankreich“ leben, können sie sich oft nicht leisten, überhaupt in irgend einer Weise am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Es macht uns wütend, wenn Menschen die vor Kriegen und Mißständen aus ihrer Heimat fliehen, auch dort wo sie Schutz suchen, um ihr Leben fürchten müssen. Wir stellen uns gegen Europas menschenverachtende Politik der Abschottung gegen Flüchtlinge, denn sie kostet täglich Menschen das Leben. Neben Frontex und prügelnden Cops sind auch die homo- und transphoben Proteste gegen den Bildungsplan 2015 in Baden-Württemberg gemeint, auf die wir besonders aufmerksam machen wollen. Wir sehen darin nur die Spitze eines homophoben Eisbergs in dieser Gesellschaft. Häufig darf man sich in diesem Diskurs Sätze anhören wie ‚Ich bin ja nicht homophob, aber wenn mein Sohn schwul wäre, würde ich mir Sorgen machen‘. Wir glauben, dass Homo- und Transphobie große Probleme in dieser Gesellschaft sind, in der die heterosexuelle Orientierung als Norm betrachtet wird.

The Problem isn‘t that I see sexism everywhere – the Problem is that you don‘t!

Es ist einfach ekelhaft, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihres äußeren Erscheinungsbilds oder ihres Verhaltens diskriminiert werden. Dass Menschen anhand ihres Verhaltens diskriminiert werden, steht oft im Zusammenhang mit dem sexistischen Normalzustand. Dieser Zustand beschreibt zwei konstruierte Geschlechter, denen dann auch bestimmte Verhaltensweisen und Eigenschaften zugeschrieben werden. Die sogenannte ‚Frau‘ wird als weich, gefühlvoll, schwach und ängstlich beschrieben, wogegen der sogenannte ‚Mann‘ als stark, unbeugsam, gefühlskalt und rational dargestellt wird. Wenn ‚Frauen‘ wechselnde Sexualkontakte haben, gelten sie als ‚Schlampen‘, ‚Männer‘ hingegen als besonders ‚männlich‘.
Reutlingen ist, wie vermutlich jede andere Stadt, eine Projektionsfläche genau dieses sexistischen Normalzustands in unserer Gesellschaft. So lassen z. B. Clubs junge ‚Frauen‘ als Engel verkleidet in der Fußgängerzone Flyer verteilen oder Bilder auf ihre Plakate drucken, die das ‚weibliche‘ Geschlecht nur noch auf Äußerlichkeiten reduziert. Doch als wäre das nicht genug, setzt ein Reutlinger Club noch eins drauf. Dort ersetzen leicht bekleidete ‚weibliche‘ Schaufensterpuppen hinter einer Scheibe die Keramik der Pissrinne.
Nicht nur Clubs versuchen ganz nach dem Motto ’sex sells‘ Werbung zu machen. Auch auf großen beleuchteten Litfaßsäulen sieht mensch die Werbung der ‚Bildzeitung‘ oder die von ‚West‘-Zigaretten auf denen immer wieder dieselben Muster zu erkennen sind.


Die Zelle ist nicht nur physisch, sondern auch im übertragenden Sinne auf einer Insel: Abseits der kleinen Großstadt mit hoher Millionärsdichte, deren größter Zeitungs-Chefredakteur Vorstand des evangelikalen Medienverbandes ist.

Zurück zur Stadtpolitik

Wenn man also eine moderne Stadt wie Reutlingen betrachtet, ist diese kaum noch ein Raum für diejenigen, die dort leben wollen. Vielmehr steht bei der modernen Stadtplanung die profitorientierte Verwertung der Menschen über ihren Bedürfnissen. Das zeigt sich beispielsweise beim neuesten Projekt der Stadt Reutlingen: Beim sogenannten ‚Bebauungsplan K8′ geht es darum Altstadthäuser abzureißen und diese durch ein Einkaufsparadies mit Wohnmöglichkeiten auf ‚hohem Niveau‘ zu ersetzen. Das Schema wiederholt sich derzeit überall auf der Welt, die bisherigen Mieter*innen, die nicht in das Bild einer schicken Stadt passen oder sich die Wohnungen nicht mehr leisten können, werden auf die Straße gesetzt, die Wohnungen aufgewertet damit sie mit mehr Profit abwerfen.
Wir wollen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nur Beispiele in der Stadtentwicklung von Reutlingen sind, diese aber andere Städte als Vorbilder haben. Es ist uns auch wichtig das unsere Kritik, die wir formulieren, nicht den Luxus oder die Modernisierung der Stadt angreift, sondern die daraus resultierende Verdrängung der Menschen die sich diese Entwicklungen nicht leisten können oder das nicht wollen.
Diesen Zustand sehen wir als Teil eines großen Gesamtproblems, allerdings wollen wir nicht bis zu einer herbeigeredeten ‚Revolution‘ damit warten, uns den öffentlichen Raum wieder anzueignen.
Ihr könnt euch spontan ohne Erlaubnis zusammen finden, die Stadt malerisch verschönern, Streetart betreiben, für kulturelle Zentren kämpfen und euch an bestehenden Zentren beteiligen. Vielleicht wäre es auch mal wieder Zeit das Ordnungsamt mit feierwütigen Menschen zu besuchen oder sich den öffentlichen Raum durch gemeinsame Aktivitäten wie Outdoorkino, Straßenfest und vieles mehr zurück zu erkämpfen!
Wir wollen jedenfalls hier und jetzt beginnen und zwar mit dem was wir am allerliebsten machen: Feiernd mit Hunderten von Menschen denen es ähnlich geht wie uns!
Wir rufen daher zur überregionalen Nachttanzdemo in Reutlingen auf. Kommt zahlreich und beteiligt euch mit kreativen und vielfältigen Aktionen an der Demo!

Samstag 26.04.2014 um 16 Uhr am Hauptbahnhof in Reutlingen

Die Antispeziesistische Aktion Tübingen ist Unterstützerin der Nachttanzdemo. Pennplatzbörse, Aufruf auf Englisch, aktuelle Infos und mehr auf der Homepage der Nachttanzdemo. Infos über das autonome reutlinger Kultur- und Jugendzentrum auf der Homepage der Zelle.

Workshop auf dem Sturm&Klang-Festival

Am 5. April findet in Reutlingen wie jedes Jahr das Sturm&Klang-Festival statt. Nachmittags werden Workshops angeboten, abends können dann ein Konzert mit drei Bands im Kulturzentrum Franz.k und eine Party im autonomen Zentrum Zelle besucht werden – für die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer kostenlos. Die Workshops finden im Haus der Jugend in der Museumstraße 7 in Reutlingen statt. (Openstreetmap).

Von 14 bis 16 Uhr findet ein Workshop der Antispeziesistischen Aktion Tübingen statt.

Ankündigungstext:

Für die Befreiung von Mensch und Tier – Was bedeutet gesellschaftliche Tierbefreiung?

Ungeachtet des Vegan-Hypes besteht die Forderung nach der Befreiung von Mensch und Tier. Was steckt dahinter? Wieso leiden unter der Ausbeutung der Tiere auch wir Menschen? Warum muss also die Befreiung des Menschen auch die Befreiung der Tiere einschließen? Was hat Rassismus und Sexismus mit der Ausbeutung der Tiere zu tun? Und kann die Umstellung auf vegane Ernährung (alleine) die Tiere befreien? Oder welche Aktionsformen der Tierbefreiung gibt es noch? Und was wäre nötig um sowohl Mensch als auch Tier zu befreien? In diesem Workshop wollen wir diese Fragen gemeinsam und uns gegenseitig (möglichst weitgehend) beantworten.

Das gesamte Programm ist auf http://sturmundklang.net/ zu finden.

Veganer Brunch und Buch-Release-Party

Aus Tübingen werden sicher viele Bücher veröffentlicht; dass ein Band der beliebten theorie.org-Reihe des Schmetterling-Verlags aus Tübingen kommt, ist schon eher ungewöhnlich. Anfang Oktober ist der Band Antispeziesismus in der Reihe erschienen. Und da der Verfasser Mitglied unserer Gruppe ist, wollen wir das öffentlich feiern. Am Sonntag gibt es deshalb einen Brunch mit Lesung aus dem Buch durch den Autor, Live-Musik mit der Liedermacherin Bea Bacher aus Stuttgart und einem Antispeziesismus-Quiz.

Sonntag, 8. Dezember 2013
ab 12 Uhr
Hausbar der Münzgasse 13 (Blauer Salon)

Es laden ein: Antispeziesistische Aktion Tübingen, cafecolectiva und Black Rose Records.

Der Erlös geht an Mastanlagen Widerstand.

Gerne dürfen Kuchen oder anderes Essen (vegan) mitgebracht werden.

Tübingen Pelzfrei 2013

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

Datum: 23. November 2013
Ort: Tübingen, Marktplatz
Infostände: Ab 12:00 Uhr
Demo-Beginn: 14:00 Uhr

Die Demonstration findet in Form eines Trauerzuges statt. Der Veranstalter bittet um entsprechende Kleidung und darum, auf Skandieren zu verzichten.

Weitere Informationen auf tuebingen-fuer-tiere.de.

Herbstakademie 2013

HAMBURG, 8. BIS 9. NOVEMBER 2013: HERBSTAKADEMIE 2013: TIERBEFREIUNG UND REVOLUTIONÄRE REALPOLITIK.

Ankündigungstext der Assoziation Dämmerung:

Die Welthungerberichte der vergangenen Jahre oder der gegenwärtige „Eier-Skandal“ – sie machen deutlich, dass die Auswüchse kapitalistischer Lebensmittel-, insbesondere der Fleischproduktion, zumindest in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert werden. Veganismus als „Lifestyle“ erlebt einen regelrechten Boom, und die Chancen für prominent platzierte Hinweise auf das Elend der industriellen Massentötung von Tieren standen schon schlechter. Für die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung eine günstige Situation, um gemeinsam mit ökologischen und sozialen Bewegungen radikale antikapitalistische Forderungen zu stellen.
Doch das geschieht nicht. Die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung verfügt über kein politisches Theoriekonzept, keine Gesellschaftsanalyse und ist sich über den gemeinsamen Nenner mit anderen linken Bewegungen nicht im Klaren. Ihre Kritik an der Massenproduktion der Ware Tier bleibt bürgerlich und moralisch und wahrt Distanz zu antikapitalistischen Ansätzen – auch der „autonome Antispeziesismus“ ist dazu keine Alternative. Wird die Bewegung aktiv, handelt sie vielfach unmittelbar systemkritisch – macht sich das aber nicht bewusst. Auf der anderen Seite haben traditionell sozialistische Bewegungen oftmals prinzipielle Vorbehalte gegen die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Sie wird nicht nur als „Single-Issue“-Bewegung wahrgenommen, der es an einer Perspektive zur Überwindung der herrschenden Gesellschaftsordnung fehle, sondern die Befreiung der Tiere wird gänzlich aus der linken Agenda ausgeschlossen.
Die falsche beiderseitige Distanz wollen wir mit unserer Akademie verringern. Wir wollen deutlich machen, warum die Befreiung von Mensch und Tier ohne Kapitalismuskritik nicht zu haben ist und warum andererseits Kapitalismuskritik nicht fundamental ist, wenn sie nicht auch das Verhältnis zur Natur (und zu den Tieren im Besonderen) mit in den Blick nimmt.
In Workshops und Podiumsdiskussionen mit Vertretern linker Organisationen wollen wir die Gemeinsamkeiten herausarbeiten und so Grundlagen schaffen, auf denen eine revolutionäre Realpolitik aufbauen kann zur Überwindung gesellschaftlicher Zustände, in denen längst nicht nur der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.

Am Samstag um 20 Uhr wird unser Aktivist Matthias Rude einen Vortrag zum Thema „Die Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung und die Linke“ halten. Das gesamte Programm der Herbstakademie lässt sich hier einsehen.

18. Linke Literaturmesse

Anfang November findet in Nürnberg die 18. Linke Literaturmesse statt. Im Rahmen einer Veranstaltung des Schmetterling-Verlags stellt Matthias Rude am 2. November um 17 Uhr sein Buch Antispeziesismus. Die Befreiung von Mensch und Tier in der Tierrechtsbewegung und der Linken vor. Alle Informationen rund um die Messe gibt es unter www.linke-literaturmesse.org.

Anderland Tour: Openair HipHop-Konzert mit Albino, Holger Burner und vielen anderen


HipHop-Action und viel gegenkulturelles Drumherum ist zu erwarten.

Am kommenden Freitag, den 11. Oktober, findet zum vierten Mal ab 15 Uhr das „Platz für Rabatz“ auf dem Sternplatz in Tübingen statt: Open Air Rap-Konzert, Graffity-Wände für AnfängerInnen und Profis, Stencil-Stände um sich die Kleidung mit Schablonen zu verschönern, Getränke und Essen auf offenem Platz. Wir berichteten vom Platz für Rabatz 2012 über ein Graffito gegen Affenversuche.

Dieses mal betreten gleich mehrere der besten Polit-Rapper des deutschsprachigen Raumes die Bühne: Albino, Holger Burner, Callya, Master Al, Madcap; unterstützt von DJ 12 Finger Dan.


Obwohl Albino als erster deutschsprachiger Tierrechtsrapper bekannt wurde, haben die Texte des Dutschke-Fans schon immer viele andere politischen Felder abgedeckt.

Das Konzert in Tübingen ist Teil der Anderland-Tour, die das neue Album des Lübecker Polit-Rappers Albino zelebriert und dabei außer Tübingen auch in Dresden, Berlin, Gotha, Darmstadt, München, Stuttgart und Köln Halt macht.
Albino, der bereits fünf eigene Alben und zahlreiche Gemeinschaftsprojekte veröffentlichte, versucht mit seinem klaren Rap auf melancholischen und melodiösen Beats für die Befreiung von Mensch und Tier werben. Seine Musik kann am besten als Concious-Rap, als bewusster, reflektierer Rap, bezeichnet werden, der neben Politischem auch Persönliches und Nachdenkliches thematisiert.


Callya: Der gebürtige Braunschweiger lebt und wirkt seit Jahren in Tübingen.

Mehrere Alben veröffentlichte Albino zusammen mit dem hiesigen local hero, dem Tübinger Rapper Callya, der sich mit seinem nachdenklich bis entschlossenen schnellen Rap ebenfalls unter anderem für Veganismus stark macht. Bekannt wurde Callya auch unter dem Namen Buszgeldbescheid, mit dem er eine Parodie-Serie der Gansterrap-Serie Halt die Fresse namens „Schnall die Message“ startete. Inzwischen sind einige Polit-Rapper auf die Idee eingegangen und haben eigene Folgen von „Schnall die Message“ gemacht und auf youtube veröffentlicht.


So aggressiv seine Raps klingen können, so entspannt ist Holger Burner im Gespräch.

Der wohl bekannteste Rapper auf der Bühne am Freitag dürfte Holger Burner sein. Im Unterschied zu vielen anderen Polit-Rappern setzt Holger Burner auf kämpferische Botschaften und verwendet dafür entsprechend energiegeladene bis aggressive Raps. Politisch nimmt er eine auf Massenaktion basierende, revolutionäre Position ein, ohne dabei an Kritik an Staat und Autorität zu sparen. Seine Lieder rufen aber nicht nur zur Aktion auf, sondern laden auch zum Tanzen ein, weshalb Holger Burner immer wieder mit der legendären linken Band Ton Steine Scherben verglichen wird.

Verstärkt wird das Team durch den aufkommenden Polit-Rapper Master Al, der beispielsweise auf dem Linksjugend [’solid]/SDAJ-Sampler „Bundeswehr raus aus den Schulen“ vertreten war. Die frischen Raps des jungen Hamburgers haben vorwiegend antikapitalistische Botschaften.
Außerdem ist Madcap, Mitglied der Rap-Combo Inpedenzia, mit auf der Bühne, der sich vor allem durch sein provokantes Projekt mit Albino unter dem Projektnamen„Plan 88″ einen Namen machte. Die Idee dahinter ist, nicht den Nazis die Definitionsmacht zu überlassen, die „88″ als Code für „Heil Hitler“ verwenden (kurz „HH“, wobei „H“ der 8. Buchstabe des lateinischen Alphabets darstellt). Für Madcap und Albino ist jedoch klar, dass „88″ für Hiphop steht und sie sparten auf ihrem gemeinsamen Album „88 is great“ nicht mit antifaschistischen Tracks und mit Aufklärung über Neonazi-Symbole.


DJ 12 Finger Dan in XL-Pose.

Für den musikalischen Hintergrund sorgt der international agierende Hamburger DJ 12 Finger Dan. Dan produzierte bereits zusammen mit US-Größen wie DJ Premier.


Das auf diesem beschaulichen Platz jährlich stattfindende Spektakel will sowohl Kultur einen Platz geben als auch Räume öffentlich und unkommerziell beleben.

Als Antispeziesistische Aktion Tübingen freuen wir uns auf diese Veranstaltung und über die Einigkeit von Rap mit linken und antikapitalistischen sowie Tierbefreiungs-Inhalten. So wie am Freitag auf dem Sternplatz sollte Gegenkultur und politische Organisation viel öfter themenübergreifend arbeiten und dabei Tierbefreiung nicht aussparen. Dass „nur“ Albino, Madcap und Callya Tierbefreiung zum Thema machen, tut der Sache keinen Abbruch: Alle genannten Rapper kämpfen gegen Unterdrückung und Ausbeutung und setzen dabei einfach verschiedene Schwerpunkte. Schade ist nur, dass die einzige Rapperin der Truppe Lena Stoehrfaktor der Berliner Rap-Gruppe Conexion Musical nur vereinzelt auf dieser Tour mit dabei ist und am Freitag nicht in Tübingen sein wird, denn etwas mehr Frauen-Power tät dieser doch rap-typisch männerdominierten Combo sicher gut.

Vortrag: „Die Tierfrage in linker Tradition und Gegenwart“

Im Rahmen der Linken Hochschultage an der Universität Zürich hält Matthias Rude, Autor des Ende September erscheinenden Buches über Antispeziesismus in der theorie.org-Reihe, am 12. Oktober einen Vortrag zum Thema „Die Tierfrage in linker Tradition und Gegenwart“.

Buch „Antispeziesismus“ erscheint im September

In der theorie.org-Reihe des Stuttgarter Schmetterling-Verlags erscheint im September 2013 der Band zum Thema Antispeziesismus unseres Aktivisten Matthias Rude. Mitunter ging es noch einmal bunt zu beim zweiten Korrektur-Durchgang der Druckfahnen; doch nun kann das Buch endlich in den Druck gehen!
Auf der Website der theorie.org-Reihe findet sich seit seit Kurzem eine aktualisierte Beschreibung des Bandes, welche auch den Rücken des Buches zieren wird.
Alles rund um den Band „Antispeziesismus“ in der theorie.org-Reihe wird unter https://www.facebook.com/Antispeziesismusbuch gesammelt und veröffentlicht werden.

Gegen das Krisenregime: Blockupy 2013

Blockupy Banner

Noch immer wird die kapitalistische Krise als Legitimation verwendet, massive Angriffe auf die einfachen Menschen in Südeuropa durchzuführen, bisher vor allem in Spanien, Griechenland, Zypern und Portugal:

- Privatisierung staatlicher Unternehmen, was zu Profitmaximierung statt Bedürfnisbefriedigung bei Grundbedürfnissen wie Strom, Wasser, Müllentsorgung, Krankenversorgung, Altenpflege, Bildung usw. führt (und Milliarden von den Bedürftigen zu den Investoren umverteilt)
- massive Kürzung von Renten, Arbeitslosengeld und anderen Transfereinkommen, so dass Menschen, die ihr Leben lang hart schufteten, jetzt am Hungertuch nagen; Tausende sterben an Mangelernährung, fehlenden Medikamenten usw.
- massive Kürzung von Krankenpflege, Kinderbetreuung und Kindergärten, und durch Entlassungen und Lohnkürzungen doppelte Angriffe gegen Hausfrauen, Erziehende und Pflegende: Der Arbeitsaufwand und Stress steigt für viele enorm, die finanzielle Not steigt mit
- in Spanien zeitweise täglich bis zu 500 Zwangsräumungen, so dass Tausende obdachlos wurden, während mehr als genug Wohnraum für alle leer steht

…diese und viele „Sparmaßnahmen“ mehr, wie diese Angriffe des Kapitals auf das Leben der einfachen Leute genannt wird, führten jedoch keineswegs zu einer Linderung der Krise.

Blockupy-Proteste 2012

Die Angriffe des Kapitals sind vielmehr Rettungsversuche für den Kapitalismus: Eine Neoliberalisierung, die, aufgrund von Widerstand der Bevölkerung, autoritär durchgepeitscht werden muss (erzwungen durch massive Polizeigewalt) und dabei von rassistischer Stimmung begleitet wird (wir erinnern uns an den unsäglichen rassistischen Diskurs über „Pleite-Griechen“ in Bild, Spiegel und eigentlich der gesamten bürgerlichen Presse). Während marxistische Ökonomen die ständig wiederkehrenden Krisen auf den Kapitalismus direkt zurückführen können, bleiben bürgerliche Ökonomen großteils ratlos und behelfen sich mit verschiedenen Formen „menschlichen Versagens“. Der Kapitalismus, das System, das die Reichen auf Kosten aller Anderen immer reicher macht und das jedes Lebewesen nur als eine Form von Kapital verwerten möchte, soll um jeden Preis gerettet werden. Den Preis sollen wir bezahlen: Lohnabhängige, Selbstständige, Erziehende, Arbeitslose, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Minijobber, Hausfrauen und -männer, Handwerkerinnen und Handwerker, Arbeiterinnen und Arbeiter, Renterinnen und Rentner, Migrierte, Transfereinkommensabhängige, Flüchtlinge, Mietwohnende, Obdachlose, …wir alle.

Sitzblockade, schon vor der eigentlichen Blockade 2012

Der zentrale, neoliberale Akteur der sog. Euro-Krise ist die Troika. Sie zwingt entsprechende Staatsregierungen zu „Sparmaßnahmen“, also zu Kürzungen und Privatisierungen. Die Troika besteht aus Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB), dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission. Die Europäische Zentralbank hat ihren Sitz in Frankfurt und war daher schon letztes Jahr Ziel der Proteste gegen die „Sparpolitik“ der EU.

Letztes Jahr wurde versucht, in der Innenstadt zu zelten – dieses Jahr gibt es ein Camp

Die Occupy-Bewegung, die seit 2011 durch Platzbesetzungen gegen Krisenregimes protestierte, bezog sich ausdrücklich auf die Besetzung des Tahir-Platzes in Kairo durch hunderttausende Menschen. Vor allem in den Krisenländern USA, Spanien und Nigeria nahmen jeweils mehrere Millionen Menschen an den Besetzungen teil. Als Reaktion auf die sozialen Angriffe im Zuge der Eurokrise formierte sich im Herzen der Bestie EU 2012 die Blockupy-Bewegung, die letztes Jahr für einen Tag eine Schließung der EZB erreichte. Zwar wurden die Blockaden der 2000 Teilnehmenden durch mehrere Hundert Polizisten verhindert, aber schon dadurch konnte der Betrieb der EZB an diesem Tag nicht stattfinden. Die Antispeziesistische Aktion Tübingen unterstützte damals mit einem Bündnis von Tierbefreiungsgruppen den Aufruf zu den Protesten und war vor Ort. Tierbefreiung Hamburg verbreitete dort ein Flugblatt zum Thema Tiere und Krise.

Die Blockaden finden wie letztes Jahr unter dem Aktionskonsens des zivilen Ungehorsams statt, weshalb Repression nur bezüglich Ordnungswidrigkeiten zu befürchten ist: Die Besetzung zählt nicht als Straftat. Daher haben sich alle teilnehmenden Gruppen darauf geeinigt, auf militantere Aktionen zu verzichten.

30.000 Menschen auf der Blockupy-Demonstration in Frankfurt 2012

Da die Repression und die ganzen Verbote der im Rahmen von Blockupy letztes Jahr angemeldeten Veranstaltungen am Blockadetag einen enormen Aufschrei in den Medien erzeugt hatten, ist dieses mal fast jede Anmeldung erfolgreich durchgegangen. Es ist also mit weniger Repression und mehr Veranstaltungen rund um die Blockaden zu rechnen als im letzten Jahr; die 400 Gewahrsamnahmen des letzten Jahres werden sich daher hoffentlich nicht wiederholen.


Das offizielle Blockupy-Mobi-Video

Auch in diesem Jahr rufen wir wieder alle dazu auf, an den diesjährigen Blockaden um die EZB teilzunehmen. Am 30. Mai (Feiertag) findet die Anfahrt auf das Aktionscamp Frankfurt statt, es gibt Bustickets für Menschen aus der Region Reutlingen-Tübingen (siehe unten). Dort ist für Zeltplatz, Essen und Trinken gesorgt. Am Freitag finden dann die Blockaden der EZB statt. Am Samstag findet zum Abschluss eine Großdemonstration (im letzten Jahr 30.000 Teilnehmende) durch Frankfurt dazu statt, wofür ein gesonderter Bus nach Frankfurt fährt. Nach der Demonstration werden erstmals statt einer Endkundgebung dezentrale Asambleas stattfinden. Am Samstag fahren abdens dann beide Busse zurück.

Wer mitfahren will, kann sich Bustickets (10-25 Euro, Selbsteinschätzung/Soli-Preis) unter folgenden Mail-Adressen bestellen:
Für den Bus am Donnerstag: il-tue (at) riseup.net
Für den Bus am Samstag: levelup (at) kommunismus.tv

Weitere Informationen:

Aufruf von Tierbefreiung Hamburg zu Blockupy
Webstite von Blockupy
Aufrufende/Unterzeichnende
Lokale Ansprechpartner für Blockupy
Dokumentation Catastroika




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