Archiv der Kategorie 'Klimagerechtigkeit'

Mindestens 2500 Menschen demonstrieren in Tübingen für eine Agrarwende

Während in Berlin etwa 35.000 Menschen unter dem Motto der „Wir haben es satt“ auf die Straße gegangen sind, haben auch in Tübingen mindestens 2500 Menschen für eine klima- und tierfreundlichere Landwirtschaft demonstriert. In Berlin hatte ein Großbündnis von mehr als 40 Klima- und Umweltverbänden, NGOs, Landwirten und Verbraucher- sowie Tierschützern dazu aufgerufen, gegen die Agrarindustrie und die EU-Subventionspolitik im Dienst der Konzerne zu protestieren. Statt einer „Agrarpolitik im Dienst der Industrie“ wurde für eine zukunftsfähige Landwirtschaft demonstriert, für gesunde Lebensmittel für alle statt Hunger, Nahrungsmittelspekulation und Patentierung von Pflanzen und Tieren, sowie für Biodiversität statt Gentechnik und Pestizide.

In Berlin gab es auch einen „veganen Tierrechtsblock“. In einem Artikel in der jungen Welt, der heute erschienen ist, schreibt John Lütten zum Thema:

Gründe für Protest gibt es genug: Das romantisierte Bild der klassisch bäuerlichen Landwirtschaft, das die Industrie verbreitet, kaschiert etwa, dass hier nur einzelne Player das Sagen haben. »Viele wissen nicht, dass weite Teile des Ernährungssektors zwischen wenigen Konzernen aufgeteilt sind«, heißt es etwa im »Konzernatlas 2017«, der u. a. von der Böll-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Oxfam herausgegeben wurde. »Und der Trend zur Machtkonzentration geht weiter.« Nicht ökologische Standards oder die Interessen von Beschäftigten oder Tieren sind hier daher entscheidend. Nein, knallharte Profitinteressen sind der Grund für verschärfte Konkurrenz und Preiskämpfe, den Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat, Naturzerstörung oder »Billigfleisch«. So zum Beispiel in der Fleischindustrie, in der eine Handvoll Unternehmen den Markt unter sich aufteilen. Sie gelten als Mitverursacher des Klimawandels, stoßen massenhaft CO2 und Feinstaub aus, lassen Regenwälder abholzen. Für die Profite lassen sie Millionen von Tieren töten, nicht zu vergessen die Ausbeutung von Arbeitern, die für die zehrende »Produktion« von Fleisch meist knapp über Mindestlohn bezahlt werden. Daran haben auch »grüner« Konsum oder Lifestyle-Veganismus wenig geändert, mitunter nutzen die Fleischkonzerne sie sogar schlicht zur Erweiterung ihrer Produktpalette. […] Fragen der Ökologie oder Klimapolitik sind immer auch Klassen- und Systemfragen: Nicht nur die Monopolisierung des Marktes, die Begünstigung der Konzerne oder ihre Lobby sind das Problem – die Profitmacherei selbst ist letztlich der Grund für Naturzerstörung, Pestizideinsatz und Verschleiß von Arbeitskräften oder Tieren.

In Tübingen ging es mit einer Kundgebung um 11 Uhr auf dem Marktplatz los, es folgte ein Demonstrationszug durch die Stadt. Organisiert wurde die Tübinger Demonstration vom Bündnis „Zukunftsfähige Landwirtschaft Tübingen“. „Zum Auftakt der ‚Grünen Woche‘ in Berlin, in der der Agrarministergipfel über unsere Zukunft diskutiert, werden wir laut und stehen für unsere Werte ein! Wir schließen uns damit den tausenden Menschen der Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin an. Wir sind eine wachsende, bunte und friedliche Bewegung, die nicht tatenlos zusieht, wie die Erde zu Grunde gewirtschaftet wird, sondern handelt“, heißt es in dem Aufruf zur süddeutschen „Wir haben es satt“-Kundgebung in Tübingen, und: „Mit der derzeitigen Landwirtschaft zerstören wir unsere Lebensgrundlagen! Deshalb kommen wir zusammen, um gemeinsam eine zukunftsfähige Landwirtschaft einzufordern, uns zu vernetzen und Lösungswege aufzuzeigen.“ Bereits gestern waren in Tübingen 1000 Schüler im Schulstreik und haben unter dem Motto „Fridays for Future“ für Klimaschutz demonstriert.

Wir fordern eine Agrar- und Systemwende, die auch mit einer Transformation der Landwirtschaft hin zu einer (bio-)veganen Produktion einhergehen sollte. Die Tierindustrie bedeutet nicht nur unermessliches Leiden für „Nutztiere“ und gnadenlose Ausbeutung von Arbeitern, sie vernichtet auch zusehends unsere Lebensgrundlage, indem sie die Umwelt verschmutzt und zerstört und maßgeblich zum Klimawandel beiträgt. Wir haben das menschen- und tierverachtende System, in dem wir leben, satt; es ist höchste Zeit, der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur ein Ende zu setzen und für eine Gesellschaft zu kämpfen, die ein ökologisches und friedliches Zusammenleben der Menschen mit der Natur und den Tieren ermöglicht!

Mehr Fotos von der Tübinger Demonstration auf unserer Facebook-Seite.

Demonstration: Wir haben es satt!

Auch in Tübingen wird am 19. Januar unter dem Motto „Wir haben es satt!“ für eine Agrarwende demonstriert. Los geht es mit einer Kundgebung um 11 Uhr auf dem Marktplatz, es folgt ein Demonstrationszug durch die Stadt. Organisiert wurde die Demonstration vom Bündnis „Zukunftsfähige Landwirtschaft Tübingen“.

„Zum Auftakt der ‚Grünen Woche‘ in Berlin, in der der Agrarministergipfel über unsere Zukunft diskutiert, werden wir laut und stehen für unsere Werte ein! Wir schließen uns damit den tausenden Menschen der Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin an. Wir sind eine wachsende, bunte und friedliche Bewegung, die nicht tatenlos zusieht, wie die Erde zu Grunde gewirtschaftet wird, sondern handelt“, heißt es in dem Aufruf zur süddeutschen „Wir haben es satt“-Kundgebung in Tübingen, und: „Mit der derzeitigen Landwirtschaft zerstören wir unsere Lebensgrundlagen! Deshalb kommen wir zusammen, um gemeinsam eine zukunftsfähige Landwirtschaft einzufordern, uns zu vernetzen und Lösungswege aufzuzeigen.“ Unter anderem wird eine Agrarpolitik für eine zukunftsfähige Landwirtschaft – statt Lobbyismus und Subventionen für die Agrarindustrie – gefordert, gesunde Lebensmittel für alle statt Hunger, Nahrungsmittelspekulation und Patentierung von Pflanzen und Tieren, sowie Biodiversität statt Gentechnik und Pestizide. Bei der parallel in Berlin stattfindenden Demonstration zum Thema wird es auch einen „veganen Tierrechtsblock“ geben.

Wir rufen dazu auf, die Demonstration zu unterstützen und auch in Tübingen ein Zeichen zu setzen für eine Agrarwende, die mit einer Transformation der Landwirtschaft hin zu einer veganen Produktion einhergehen sollte. Die Tierindustrie bedeutet nicht nur unermessliches Leiden für „Nutztiere“ und gnadenlose Ausbeutung von Arbeitern, sie vernichtet auch zusehends unsere Lebensgrundlage, indem sie die Umwelt verschmutzt und zerstört und maßgeblich zum Klimawandel beiträgt. Politiker und Lobbyisten der Tierindustrie arbeiten dabei Hand in Hand gegen eine Agrarwende. In einem Artikel, der in der Ausgabe 3/2018 des Nachrichtenmagazins Hintergrund erschienen ist und der seit gestern auch vollständig online einsehbar ist, heißt es dazu:

Der Agrarsektor, speziell die Tierproduktion, ist bekanntlich einer der Hauptverursacher schädlicher Klimagase. Hinsichtlich des Klimawandels stellte das UN-Umweltprogramm bereits im Jahr 2010 fest: «Eine wesentliche Reduzierung der Auswirkungen wäre nur mit einem grundsätzlichen weltweiten Ernährungswechsel möglich, weg von tierischen Produkten.» […] Das BMEL und auch andere maßgebliche Institutionen – wie etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), deren Ernährungsratschläge stark die Interessen der Beiräte aus der Milch- und Fleischindustrie berücksichtigen – sind aber personell und institutionell derart eng mit der Tierindustrie und ihren Lobbyorganisationen verbunden, dass solche Vorschläge illusorisch sind. Derzeit ist das absolute Gegenteil der Fall: Während etwa Kuhmilch staatlich subventioniert und als «Grundnahrungsmittel» mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent besteuert wird, beträgt der Steuersatz für pflanzliche Milchalternativen 19 Prozent. Und Klöckner führt den Kurs ihres Vorgängers unbeirrt fort. Christian Schmidt hatte in seiner Amtszeit unter anderem damit auf sich aufmerksam gemacht, dass er die Interessensbekundungen des Deutschen Fleischer-Verbandes und des Bauernverbandes, die die beiden Organisationen im April 2016 formuliert hatten, eins zu eins übernahm und lauthals ein Verbot von «Fleischbezeichnungen» für vegetarische und vegane Produkte forderte. […] Wo Schmidt aufgehört hat, macht Klöckner nun weiter: Wie er setzt sie sich beispielsweise für Schweinefleisch in deutschen Schulkantinen ein und […] kündigt an, Tierrechtsaktivisten, die in Ställe eindringen, um Verstöße aufzudecken, härter bestrafen zu wollen – ein Ziel, das die Regierung auch bereits im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat. Der Regensburger Jura-Professor Henning Ernst Müller kritisiert den Plan der Großen Koalition, einen Sonderstrafbestand einzuführen. Eine solche Strafrechtsnorm widerspräche nicht nur dem Interesse der Wählermehrheit und der Verbraucher: «Am meisten besorgt mich», so Müller, «der zu befürchtende Akzeptanzverlust des Strafrechts, sollten künftig regelmäßig auf intransparentem Lobbyisten-Weg Partikularinteressen in strafrechtliche Form gegossen werden.»

Gehen wir gemeinsam auf die Straße und machen wir deutlich, dass wir das menschen- und tierverachtende System, in dem wir leben, satt haben, dass es höchste Zeit ist, der kapitalistischen Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur ein Ende zu setzen und für eine Gesellschaft zu kämpfen, die ein ökologisches und friedliches Zusammenleben der Menschen mit der Natur und den Tieren ermöglicht.

Links:

Wir haben es satt! (Berlin)

Zukunftsfähige Landwirtschaft Tübingen

Hintergrund-Artikel „Agrarpolitik im Dienst der Industrie“

Demo: Das Schlachten beenden!

Am 13. Oktober 2018 fand in Zürich die Demo „Das Schlachten beenden!“ statt. Vor Ort wurde dieses Flugblatt der Tierrechtsgruppe Zürich und des Bündnisses Marxismus und Tierbefreiung verteilt:

Das Schlachten beenden!

Heute tragen wir den Protest gegen die Fleischindustrie und ihre Schlachthäuser auf die Strassen von Zürich. Diese Industrie ist verantwortlich für den Mord an unzähligen Tieren, welche tagtäglich mit Bolzenschussgeräten, Stromzangen oder durch Vergasung getötet werden. Sie lässt Arbeiterinnen und Arbeiter in den Betrieben zu unmenschlichen Bedingungen schuften und gehört zu den zentralen Verursachern der weltweiten Naturzerstörung.

Mörderische Geschäftspraxis

In der Schweiz werden jährlich über 62 Millionen Tiere für die Produktion von Fleisch getötet. Von Anfang an ist das Leben dieser Tiere von unermesslichem Leid gezeichnet. Sie werden für grösstmögliche Erträge zurecht gezüchtet, gemästet und sterben eines viel zu frühen, menschlich herbeigeführten, schrecklichen Todes. Im Schlachthof Zürich, einem der grössten Schlachthöfe der Schweiz, wird alle 15 Sekunden ein Tier ermordet. Allein in einer Schicht von früh morgens bis zum Mittag sind es bis zu 2000 Kälber, Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen, die getötet, ausgeweidet und halbiert werden. Über 270.000 Tiere im Jahr werden in der Schlachtfabrik beim Letzigrund zu Fleisch verarbeitet. Das Geschäft mit dem Fleisch ist auf einem Berg von Leichen erbaut.

Hinter Tierausbeutung steht das Kapital

Verantwortlich für diese mörderische Praxis sind in erster Linie die Eigentümer und Bosse der Schlachthäuser und Fleischfabriken. Sie betreiben die Tötung von Tieren als rentables Geschäft und verdienen sich dabei eine goldene Nase. Die Chefs der Fleischbetriebe organisieren sich beim Schweizer Fleischfachverband (SFF), welcher seinen Sitz am Sihlquai in Zürich hat. Massgebendste Mitglieder im SFF sind die beiden Branchenprimusse Bell (Coop) und Micarna (Migros), welche die Schweizer Fleischwirtschaft mit ihrer Marktstärke weitaus dominieren. Durch ihre monopolartige Stellung setzen sie zusammen fast die Hälfte der insgesamt 10 Milliarden Franken um, welche hierzulande jährlich mit Fleischwaren erzielt werden.

Zum Schutz ihrer Gewinne sind die Profiteure der Fleischwirtschaft laufend darum bemüht, ihr blutiges Geschäft zu verharmlosen und zu verschleiern. So verbreiten sie das Märchen, die Fleischproduktion sei mit dem Tierwohl vereinbar. Diese Augenwischerei erhält noch kräftige finanzielle Unterstützung durch den Staat. Jedes Jahr spendiert der Bund Steuergelder in Höhe von rund 6 Millionen Franken für die Fleischwerbung.

Miese Jobs und schäbige Löhne

Aber nicht nur die Tiere sind in den Schlachthöfen bloss Mittel zur Profitmaximierung der Fleischbosse, sondern auch die Arbeiterinnen und Arbeiter. Wer in der Fleischindustrie arbeitet, weiss, was es heisst, einen miesen Job zu haben. Jeder Arbeitsgang wird auf Tempo getrimmt, Fliessbänder und Arbeitsabläufe werden immer schneller. Wer nicht mithalten kann oder wegen des Stresses und der Belastung erkrankt, fliegt raus. Da in der Fleischindustrie immer mehr temporäre Arbeitskräfte für die anstrengende Arbeit in den Schlachtbetrieben angeheuert werden, feuern die Unternehmer Beschäftigte, die aufsässig sind, oder die geforderte Leistung nicht erbringen. Auch Krankentaggelder und andere Sozialabgaben können sich die Fleischunternehmen mit der Anstellung von Temporärarbeitern sparen und entsprechend ihre Profite vergrössern.

Entgegen der Realität in den Schlachtfabriken romantisieren die Profiteure der Fleischindustrie die Tradition des Metzgerhandwerks. Durch diese Masche versuchen sie zu verbergen, was offensichtlich ist: Die Fleischunternehmer machen fette Gewinne, indem sie die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Betrieben zu miesen Anstellungsbedingungen und schäbigen Löhnen schuften lassen.

Fleischproduktion heisst Naturzerstörung

Doch damit nicht genug. Die Fleischindustrie macht neben Rekordgewinnen auf Kosten von Menschen und Tieren auch globale Rekordwerte im Ausstoss von CO2. Die fünf grössten Fleischbetriebe der Welt stossen mehr Schadstoffe aus als Ölfirmen wie Shell oder BP. Zudem ist der Wasserverbrauch für die Fleischherstellung immens. Für ein Kilo Rindfleisch werden 16.000 Liter Wasser benötigt – vier Mal mehr als für dieselbe Menge Reis. Gleichzeitig sorgt die Fleischindustrie für übersäuerte Böden und verschmutzt das Grundwasser. Auch die Zerstörung des Regenwaldes ist der Tierindustrie geschuldet. Über 40% des südamerikanischen Urwaldes wurde für die Nutztierhaltung gerodet, 22 Millionen Hektar Land dient dem monokulturellen Sojaanbau, wovon über 80% zu Tierfutter verarbeitet wird.

Der Hitzesommer dieses Jahres hat uns spüren lassen, wohin die Reise geht, wenn sich die Erde in Folge des kapitalismusgemachten Klimawandels stetig erwärmt. Wir steuern auf eine unumkehrbare Vernichtung der natürlichen Grundlagen menschlichen und nicht-menschlichen Lebens zu. Die Fleischproduktion trägt dazu entschieden bei, wenn wir sie nicht endlich stoppen.

Fleischindustrie enteignen, Kapitalismus abschaffen!

Die Bosse der Fleischindustrie werden nicht freiwillig auf ihre Profite verzichten und somit die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur weiter auf die Spitze treiben. Solange die Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten sind und ihrer privaten Bereicherung dienen, wird das Schlachten kein Ende nehmen. Wir fordern deshalb die Enteignung der Fleischindustrie, ihre Überführung in eine vegane Lebensmittelproduktion unter gesellschaftlicher Kontrolle sowie die Entwicklung und Gewährleistung von Umschulungsprogrammen und alternativen Arbeitsplätzen für die betroffenen Lohnabhängigen. Ausserdem fordern wir einen sofortigen Stopp aller Subventionen, welche die Fleischindustrie vom Schweizer Staat jährlich erhält.

Schliesst euch dem Protest an! Gemeinsam gegen die Fleischindustrie!
Schluss mit dem Profit auf Kosten von Mensch, Tier und Natur!

Zürich, 13.10.2018
Tierrechtsgruppe Zürich, Bündnis Marxismus und Tierbefreiung

Einen Demo-Bericht gibt es auf der Website der Tierrechtsgruppe Zürich.

Demonstration: Hambi bleibt!

Heute fand in Tübingen eine von Ende Gelände Tübingen organisierte Solidaritätsdemonstration für die Aktivisten im Hambacher Forst statt, an der auch wir teilgenommen haben.

Der Aufruf lautete:

Es ist nicht zu fassen: um uns herum brennen Wälder und Böschungen, Ernten verdorren, Wissenschaftler*innen warnen eindringlicher denn je, dass der Erde eine Heißzeit droht. Doch RWE beharrt stur darauf, dass es „zwingend erforderlich“ sei, den Hambacher Forst weiter zu roden, um weiter die klimaschädliche Braunkohle zu verbrennen. Damit wollen sie noch nicht einmal warten, bis die Verhandlungen in der Kohleausstiegsverzögerungs-Kommission abgeschlossen sind. Für diesen Kurs bekommt der Stromriese Rückendeckung der NRW-Landesregierung, die seit Wochen massive und gewaltvolle Polizeieinsätze gegen die Klimaschützer*innen im Hambacher Forst ermöglicht. Doch die Klimagerechtigkeits-Bewegung lässt sich nicht einschüchtern.

Wir sind kraftvoll, vielfältig und entschlossen, weiter gemeinsam für den Erhalt des Hambacher Forst zu kämpfen! Der Protest soll nicht nur im Wald selbst, sondern auch darüber hinausgetragen werden. Wir rufen zur Solidaritätskundgebung zum Erhalt des Hambacher Forstes auf. Anschließend wird es im Epplehaus eine „Hambi-Versammlung“ geben, auf dieser werden aktuelle Informationen aus und um dem Hambacher Wald geteilt.

Das Schwäbische Tagblatt Tübingen berichtet: „Die Demonstration begann um 18 Uhr und führte die Unterstützer der Baumbesetzer vom Tübinger Marktplatz über das Lustnauer Tor bis zum Epplehaus. Der Protest galt dem Energiekonzern RWE, der den Wald in Nordrhein-Westfalen roden will, um Platz für den Braunkohleabbau zu schaffen. Zu der Solidaritätskundgebung hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufgerufen. Organisiert wurde die Versammlung von ‚Ende Gelände Tübingen‘, das sich für den Kohleausstieg einsetzt. Im Anschluss gab es eine ‚Hambi-Vollversammlung‘ im Jugendzentrum, um aktuelle Informationen aus und um den Hambacher Wald zu teilen und darüber zu diskutieren, was in Tübingen noch getan werden kann, um Solidarität mit den Baumschützern zu zeigen, und wie die Unterstützer sich koordinieren können, um im Rheinland gegen die Rodung des Hambacher Forstes vorzugehen.“

Climate March in Tübingen

Heute fand unter dem Motto „System change, not climate change“ der Tübinger Climate March statt.

Die 23. UN-Weltklimakonferenz (COP23) wird vom 6. bis 17. November in Bonn unter Schirmherrschaft der FidschiInseln ausgetragen. Die COP23 ist die wichtigste globale Klimakonferenz, etwa 20.000 Teilnehmer aus den 193 UN-Mitgliedstaaten werden dort über den weltweiten Klimavertrag verhandeln. Die Zeit drängt. Schon heute zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels, Wassermassen auf der einen Seite, Wasserknappheit auf der anderen. Schätzungen gehen von 300 Millionen Menschen aus, die bereits jetzt unter der Erderwärmung leiden. Um die Erderwärmung einzuschränken, wurde sich 2015 bei der COP21 in Paris in einem neuen Klimavertrag darauf geeinigt, die Erderwärmung auf unter 2°C zu beschränken. Dies ist jedoch eine große Herausforderung, und bei der COP23 sollen hierzu die Details ausgehandelt werden. Die Differenzen zwischen den Regierungen sind groß, insbesondere einige Regierungen des globalen Nordens zeigen sich wenig kompromissbereit. Auch Deutschland wird das Klimaziel für das Jahr 2020, den Treibhausgasausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken, deutlich verfehlen.

Wir fordern einen gerechten Weltklimavertrag, der den Bedürfnissen aller Menschen gerecht wird. Zusammen sagen wir: System change, not climate change.

Mehr Fotos gibt es auf unserer Facebook-Seite.

Ein Zeitungsartikel über die Demonstration findet sich hier. Leider unerwähnt bleibt in dem Artikel der Redebeitrag von Act for Animals, in dem gesagt wurde, dass die Produktion von Tierprodukten mit der größte Erzeuger von schädlichen Klimagasen ist. Wie eine Studie der Universität Wien zeigte, verursacht die Produktion eines Kilogramms Rindfleischs dieselben Treibhausgas-Emissionen wie eine Autofahrt von 1600 Kilometern. Laut dem World Watch Institute ist die Produktion tierischer Nahrungsmittel für über die Hälfte der weltweit von Menschen zu verantwortbaren Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die UNO hat hinsichtlich des Klimawandels daher schon 2010 festgestellt: „Eine wirkliche Verringerung der Auswirkungen wäre nur mit einer grundsätzlichen, weltweiten Ernährungsumstellung möglich, weg von Tierprodukten.“




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