Archiv der Kategorie 'Pelz'

Demobericht: Frankfurt Pelzfrei 2012

„Es hat gelebt, geamtet so wie wir, Pelz ist ein Stück ermordetes Tier.“ Eine klassische der vielen Parolen, die auf der diesjährigen Demo Frankfurt-Pelzfrei gerufen wurden. Rund 600 TeilnehmerInnen hatten sich nach unseren Schätzungen letzten Samstag auf der größten Antispe-Demo im deutschsprachigen Raum versammelt. Das sind zwar weniger als im letzten Jahr, als ca. 1000 Menschen gegen die Pelzindustrie demonstrierten, aber wie in jedem Jahr fand sich auch in diesem vor allem der politische Antispe-Flügel der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung auf der Demo ein, was wohl in erster Linie auf die Mobilisierung zu einem „Total Liberation Black Block“ (TLBB) durch die Vegane Antifa Süd (VAS) und dem Antifaschistischen Tierbefreiungskollektiv Aachen (Atiko) zurückzuführen ist, die unter dem Motto „Gegen Pelzhandel, Herrschaft und Ausbeutung!“ zu einem schwarzen Block auf der Demo aufgerufen hatten. Auch wenn die Blockbildung an der Spitze der Demo wegen der massiven Polizeipräsenz und den strengen Auflagen schwierig war, schlug sich diese Mobilisierung einerseits gut sichtbar im mehrheitlich schwarzen Kleidungsstil und den vielen Antifa-, Antispe- und schwarzroten Flaggen nieder, wurde andererseits aber auch in Redebeiträgen und Parolen hörbar. So gab es einen Beitrag einer Antifa-Gruppe, der auf Nazis und rechte Tierfreunde aufmerksam machte, was auf der Demo durch Parolen wie „Alerta Antifaschista“ oder „Antispe und Antifa – zusammen sind wir unschlagbar“ bestärkte, dass es eine gemeinsame Front gegen Rechts gibt.

Ein anderer Redebeitrag stellte den Kampf gegen den Kapitalismus als notwendig für die Tierbefreiungsbewegung heraus, weil diesem System die Verwertung von Mensch, Tier und Natur innewohne, und nur ein systemüberwindender Kampf erfolgreich Tiere befreien könne. Vor allem diese Forderung fand sich in der Demo mit den immer wiederkehrenden Parolen „Menschen und Tiere sind kein Kapital“ und „A-, Anti-, Anticapitalista“ breite Unterstützung. Auf der Demo waren keinerlei als sexistisch oder rassistisch/antisemitisch kritisierten Organisationen wie Peta oder das Universelle Leben vertreten.
Der Demonstrationszug marschierte über mehrere Stunden durch die Stadt und belagerte für jeweils kurze Zeit die anliegenden pelzverkaufenden Kaufhäuser und Pelzgeschäfte, aber auch Burger King, McDonalds, Metzgereien und Lederwarengeschäfte. Durch kurze Beiträge, die in regelmäßigen Abständen und bei der Abschlusskundgebung vom Lautsprecherwagen erklangen, wurden die TeilnehmerInnen über den aktuellen Stand der seit 2001 existierenden und relativ erfolgreichen Offensive gegen die Pelzindustrie informiert. So wurde etwa auf den Pelzapplikationsverkauf von Galeria Kaufhof eingegangen – der Warenhausbetreiber hatte jeweils in den Jahren 2005 und 2010 ein Ende seines Pelzhandels versprochen, war 2011 allerdings erneut mit Pelzapplikationen aufgewartet. Die Polizei, die mit mehreren Dutzend Kastenwägen angereist war, schützte die Geschäfte mit Gittern und teilweise mit Schildern. Dennoch blieb die Demo weitgehend friedlich, es wurde kein Farbbeutel geworfen und es ging unseres Wissens nach auch keine einzige Scheibe zu Bruch.

Vor und nach der Demonstration bestand die Möglichkeit, verschiedene Info- und Verkaufsstände von Tierbefreiungsgruppen, Veganversänden und ähnlichen Gruppen zu besuchen, wie der Tierrechtsinitiative Rhein-Main (TIRM), Roots of Compassion (ROC) und der Kreaktivisten.
Im seit 1983 besetzten Haus AU in Rödelheim fand dann die Afterparty mit einer drei Gerichte umfassenden Volxküche und drei Musikern aus der Tierbefreiungsbewegung statt. Erst trat der Rapper Albino auf, der in seinen Texten außer Antispeziesismus viele weitere linkspolitischen Themen behandelt; er stellte sein neues Album vor. Sein in einem Flyer, der auf der Demo umherging, kritisiertes Lied gegen Antideutsche, „Falsches Spiel“, fand beim Publikum, mit Ausnahme eines Gasts, der unter „Zionismus“-Grölen den Raum verließ, viel Zuspruch. Der Liedermacher Faulenza unterhielt das Publikum mit seinen lustigen und emotionalen Liedern über Themen wie Mäuse, welche Häuser besetzen, Veganismus oder freie Liebe – seine Musik kann unter „faulenza.blogsport.de“ kostenlos heruntergeladen werden. Er gab schließlich einige Lieder in der ungewöhnlichen Kombi mit Albino zum Besten, wo dieser auf seine Gitarrenakkorde rappte. Schließlich brachte Trashedy das Publikum mit seiner lauten Elektro-Punk-Rock‘n'Roll-Mischung zum Tanzen.

Bild: Trashedy in Aktion

Eine der Aufrufenden zum TLBB, die VAS, bewertete die Demo in einem Artikel auf linksunten.indymedia heute insgesamt positiv, auch wenn Enttäuschung über die versuchte und offenbar wenig gelungene Verknüpfung von Antifa- mit Antispe-Strukturen zu bemerken ist: „Offenbar scheint in der Tierrechtsszene auch ein geringes Interesse an einer solcher Verknüpfung zu bestehen“. Dass mit 600 TeilnehmerInnen die Demo im Vergleich zum Vorjahr (mit damals 1000 TeilnehmerInnen) relativ schwach besucht war, erklärt sich die VAS hauptsächlich so:

1) Durch die groß beworbene Demonstration in der Woche davor (M31) – auch in Frankfurt – mit ca. 6000 Teilnehmer_Innen, die durch die vielen Festnahmen, wie auch die gewaltsamen Ausschreitungen auf sich aufmerksam machen konnte, waren viele Aktivist_Innen wohl nicht motiviert eine Woche später noch einmal sich auf den, für viele z.T. weiten Weg nach Frankfurt zu machen. 2) Darüber hinaus haben die Oster-Feiertage, der gleichzeitig stattfindende Protest gegen den Naziaufmarsch in Stolberg und das vorausgesagte schlechte Wetter wohl nicht zum Erfolg der Demo beigetragen.

Kreative Aktion gegen Pelz

„Tübingen für Tiere“ hat am Samstag eine kreative Aktion gegen den Verkauf von Echtpelz-Produkten beim Tübinger Modehaus Zinser und anderen Tübinger Geschäften1 durchgeführt. Der Verein hofft, mit seiner Aktion zur Aufklärung darüber, mit welchem Leid die Produktion von Pelz für die betroffenen Tiere verbunden ist, beigetragen zu haben und bittet darum, die Geschäftsleitung von Mode Zinser sowie weiteren Modeboutiquen zum Verzicht auf Echtpelzartikel aufzufordern.
Hier geht es zum Bericht des „Schwäbischen Tagblatts“ über die Aktion.

  1. vgl. Offener Brief an Mode Zinser u.a. [zurück]

Aktion gegen Max Mara in Stuttgart: BekennerInnenschreiben der ALF

Heute wurde u.a. auf linksunten.indymdedia.org folgendes anonyme BekennerInnenschreiben veröffentlicht:

Max Mara kaputtmachen!

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni wurden bei Max Mara in der Stuttgarter Innenstadt die Schlösser verklebt, die Scheiben mit Steinen beworfen und folgende Botschaft hinterlassen: ‚Pelz = Mord! ALF‘.

Der Max Mara Konzern ist das derzeitige Ziel der weltweiten Kampagne der Offensive gegen die Pelzindustrie (http://offensive-gegen-die-pelzindustrie.net).

Max Mara weigert sich weiterhin aus dem tierausbeuterischen Geschäft der Pelzindustrie auszusteigen. Ein Ausstieg ist daher nur durch wirtschaftlichen Schaden und somit durch Direkte Aktionen zu erreichen. Dies wurde bereits bei vorherigen Kampagnenzielen wie ESCADA, P&C, Galeria Kaufhof und 11 Weiteren deutlich.

Entgegen der Innenstadt, die auf den Großteil der Passant_innen groß, hell, glitzernd und zum Konsum einladend wirkt, haben Repressionen das Ziel, Aktivist_innen handlungsunfähig zu machen, sozial auszugrenzen und soziale Bewegungen zu spalten.

Diese Aktion ist als Antwort auf die alltägliche Repression zu verstehen (http://totalliberation.blogsport.de) .

Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt sowie Repression sind Teile des kapitalistischen Systems, das sich vor kurzem in Form des G8- Gipfels zeigte.

Wir wollen uns nicht einschüchtern lassen!

Gegen Ausbeutung und Repression!

ALF

„Schwäbisches Tagblatt“: Zensur für Zinser

„Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.“ – Kurt Tucholsky.

Das „linksliberale“ TAGBLATT ist weithin bekannt für seine angeblich demokratische Leserbriefkultur; die Leserbriefseite wird stolz „Das Sprachrohr des Bürgers“ genannt. Wenn man täglich die eng bedruckte Seite überfliegt und auf allerlei Anmerkungen nicht nur zur Berichterstattung der Zeitung, sondern zu allen möglichen aktuellen Ereignissen stößt – und sei es in Gedichtform in schwäbischer Mundart –, macht es den Anschein, dass alles veröffentlicht wird. Dafür ist das TAGBLATT überregional bekannt. Doch dieser Schein trügt.
Nachdem das TAGBLATT bereits in der Vergangenheit sowohl zum allgemeinen Thema Tierhaltung als auch über unsere spezielle Arbeit falsche Berichterstattung leistete und Leserbriefe, die darauf aufmerksam machten, ignorierte oder sinnentstellend kürzte (hier ist der entsprechende Beitrag, „Zum Zensur-Zirkus mit dem Schwäbischen Tagblatt“, einsehbar), scheint sich dieser ganze „Zirkus“ nun zu wiederholen.
Am 5. November erschien im TAGBLATT der Artikel „Fell ist Fell“ (einsehbar hier (bei den Kommentaren)). Danach gingen ein Leserbrief von uns und zahlreiche weitere von Einzelpersonen an die Zeitung, in denen auf verschiedene Umstände aufmerksam gemacht wurde: Fakt ist zunächst, dass das TAGBLATT im Artikel falsche Informationen verbreitet hat – hier ist hauptsächlich der Umstand zu nennen, dass wir, die Antispeziesistische Aktion Tübingen, zwar einen Offenen Brief an Mode Zinser u.a. verfasst und diesen – einmalig – an Zinser und die anderen Geschäfte geschickt haben, die Online-Petition, aufgrund derer die Geschäfte nun offensichtlich eine Vielzahl von Mails erreichen, wurde aber unabhängig von uns eingerichtet. Im Artikel des TAGBLATTs aber heißt es über „Ladeninhaberinnen“: „Sie bekommen Mails von der „Antispeziesistischen Aktion Tübingen (AAT)“. In denen werden sie aufgefordert, keine Pelze zu verkaufen.“ – Gravierender finden wir allerdings den Umstand, der sich in der Wortwahl „Ladeninhaberinnen“ bereits andeutet – denn der Inhaber von Mode Zinser ist ja keine Frau: Im Artikel wird das Modehaus Zinser mit keinem Wort erwähnt – dabei handelt es sich bei Zinser um den Hauptadressaten unseres Offenen Briefes!
Wer den Artikel liest, bekommt den Eindruck, wir würden massenhaft Mails an einige kleine Tübinger Boutiquen schicken, welche lediglich, wie es im TAGBLATT heißt, wenige „Kleidungsstücke mit Pelzkrägelchen“ verkaufen. Dabei beschränkte sich unser Protest bislang, wie bereits erwähnt, auf die einmalige Sendung unseres Offenen Briefes an die betreffenden Unternehmen – in dem Brief, der hier auf unserer Internetpräsenz veröffentlicht wurde, sind natürlich auch die Mailadressen der Geschäfte genannt, was offensichtlich viele Menschen dazu bewegt hat, sich in eigener Initiative an diese zu wenden. Dies begrüßen wir natürlich – zu schreiben, alle diese Mails würden von uns stammen, ist aber schlicht unwahr. Unser Protest richtete sich außerdem von Anfang an nicht in erster Linie gegen kleine Einzelhandelsgeschäfte, sondern vor allem gegen das größte Modehaus Tübingens, Mode Zinser, wo, wie im Offenen Brief im Einzelnen dargestellt, eine Vielzahl von Kleidungsstücken mit „Pelz“ verkauft werden, u.a. Mäntel, die komplett aus „Pelz“ bestehen. Einen ersten Leserbrief zum Thema, den wir bereits im Oktober ans TAGBLATT schickten und der sich gegen den Pelzverkauf bei Zinser aussprach, wollte die Zeitung nicht veröffentlichen – als Begründung nannte die Redaktion in einer Mail an uns:


Ihren Leserbrief können wir so nicht veröffentlichen. Sie stellen Mode Zinser hier in einer Art an den Pranger, dass es aussieht, als wäre es das einzige Haus, das Echtpelze verkauft. Es gibt jedoch mit Sicherheit noch viele andere Geschäfte in Tübingen, die echtes Fell anbieten. Wenden Sie sich doch bitte direkt an den Geschäftsführer Herr Graul oder recherchieren Sie die Angebotslage genauer.

Daraufhin schickten wir erneut einen Leserbrief ans TAGBLATT; dieses Mal wurden weitere Geschäfte, die in Tübingen „Pelz“ verkaufen, genannt:


Dieser offene Brief richtet sich an Tübingens größtes Modehaus, Mode Zinser, sowie an Tübinger Boutiquen wie Pur Pur, St. Tropez, Bellababs, Marbello und Gossip, Erika Frommelt GmbH, Le Amiche und Hot Couture. Sie alle verkaufen Kleidung mit „Pelz“. Wir möchten Sie bitten, sich über dessen Produktionsbedingungen zu informieren – z.B. unter http://offensive-gegen-die-pelzindustrie.net/wordpress/pelzindustrie/. Zur Herstellung von „Pelz“ müssen Gewalthandlungen begangen werden; diese sind systematische Praxis der Pelzindustrie. Gewalt gegen Tiere aber ist nicht ästhetisch. „Pelz“ ist die abgezogene Haut eines geschundenen Tieres – diese Tatsache wird von einem bestimmten KonsumentInnenkreis, innerhalb dessen Pelz als „Luxus“ gilt, noch immer in Kauf genommen. Dabei ist die Ablehnung von Echtpelz längst gesellschaftlicher Konsens; Unternehmen, die an dessen Verkauf festhalten, müssen mit Protesten einer aufgeklärten Zivilgesellschaft rechnen. Der Verkauf von Echtpelzen kann weder mit unternehmerischer Freiheit noch mit jener der KonsumentInnen begründet werden – dies bedeutete Willkür statt Freiheit und Ignoranz gegenüber dem Leben betroffener Individuen. Als Teil der Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) wenden wir uns an Sie. Seit die OGPI im Jahr 2000 mit dem strategischen Campaigning gegen den Pelzverkauf begonnen hat, haben zahlreiche Modehäuser den Verkauf von Echthaarfellen beendet – zuletzt, vor ein paar Tagen erst, Escada. Wir möchten Sie bitten, es ihnen gleichzutun; die Beendigung des Pelzverkaufs stellt für uns eine notwendige Mindestanforderung an Unternehmen dar! – Vollständiger Brief: asatue.blogsport.de.

Doch auch diesen Leserbrief druckte das TAGBLATT nicht ab, stattdessen wurde uns nun mitgeteilt, die Zeitung wolle lieber „etwas Redaktionelles“ zum Thema machen – was mit dem Artikel „Fell ist Fell“ ja auch geschah. Auffällig dabei ist, neben der unvorteilhaften Darstellung unserer Gruppe, die wir inzwischen vom TAGBLATT ja leider gewohnt sind, dass unser Anliegen in der Darstellung des TAGBLATTs in unzulässiger Art und Weise verkehrt wird: Der Hauptadressat unseres Offenen Briefes, Mode Zinser, wird von der Zeitung einfach verschwiegen! Es liegt auf der Hand, dass für den freien Mitarbeiter, der den Artikel geschrieben hat, die Vorgabe gegolten hat, das Modehaus, welches ein großer Anzeigenkunde des TAGBLATTs ist, im Artikel nicht zu nennen.


„Text gelöscht“: Auch im „Tagblatt-Forum“ auf www.tagblatt.de wird zensiert.

Eine Richtigstellung, die wir, erneut als Leserbrief, ans TAGBLATT sandten, wurde nicht abgedruckt, sondern schlicht ignoriert – wir erhielten nicht einmal mehr eine Nachricht darüber, aus welchen Gründen die Zeitung den Brief nicht veröffentlichte.
Wie wir nun erfahren haben, sind in den letzten Wochen neben unserem Brief noch weitere Leserbriefe, welche von Einzelpersonen als Reaktion auf den Artikel „Fell ist Fell“ ans TAGBLATT geschickt worden sind, einfach igenoriert worden – auch diesen Personen wurden bislang keinerlei Gründe genannt, weshalb ihre Briefe nicht abgedruckt wurden! Wie wir aber inzwischen wissen, haben mehrere dieser Personen in ihren Briefen die Vermutung geäußert, die Zeitung wolle Mode Zinser als großen Anzeigenkunden schützen!
Der einzige Leserbrief, den das TAGBLATT zum Thema abgedruckt hat, ist jener von Tina Schrade aus Rottenburg (hier online einsehbar), die uns nun informierte:


Das Tagblatt ignoriert beharrlich Leserbriefe zum Thema Tierschutz. Meiner ist nur erschienen, weil ich dreimal angerufen und zweimal geschrieben habe. Außerdem ist er so gekürzt worden, dass vom eigentlichen Inhalt nicht mehr viel übrig war. Daraufhin habe ich das Tagblatt gekündigt.

Mehrere Briefe zur Thematik, welche sie ans TAGBLATT gesandt habe, seien in den letzten beiden Jahren nicht gedruckt worden, so Frau Schrade weiter.
Der Journalist Ernst Probst sagte einmal: „Die Verfasser von Leserbriefen in Zeitungen und Zeitschriften sind oft mutiger in ihren Aussagen als die Journalisten. Kein Wunder: Sie müssen keinen Verleger, keinen Chefredakteur, keine Lobby und keine Anzeigenkunden fürchten.“
Wir halten das Vorgehen des TAGBLATTs dennoch für äußerst fragwürdig und unprofessionell. Wir erwarten eine Stellungnahme und den Abdruck der Leserbriefe. Ansonsten werden wir versuchen, über den Presserat eine Richtigstellung zu erwirken. Alle, die ähnliche Probleme mit der Zeitung haben – denn ein solches Vorgehen scheint System zu haben –, bitten wir, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Eine Beschwerde beim Presserat ist auf einfachem Wege über ein Online-Formular möglich.

Stuttgart Pelzfrei/Weltvegantag

Samstag, 30.10., 13 Uhr, Stuttgart, Schlossplatz:

Stuttgart pelzfrei!

Treffpunkt zur gemeinsamen Fahrt nach Stuttgart:
11.20 Uhr, Tübingen Hauptbahnhof.

Montag, 1.11., ab 11 Uhr, Tübingen, Holzmarkt:
Aktion zum Weltvegantag: Vegane Verköstigung, Filme, Informationen.

ESCADA beendet Pelzhandel

ESCADA Campaign

Nur ein Tag nach der Veröffentlichung unseres Offenen Briefes, in dem wir das größte Modehaus Tübingens und einige Tübinger Boutiquen bitten, auf den Verkauf von Echtpelz zu verzichten, gibt der Modekonzern ESCADA, der seit 2007 Ziel der Escada-Campaign war, bekannt, den Echtpelzverkauf komplett aufzugeben. Als Teil der OGPI haben auch wir im Rahmen der Kampagne seit 2007 lokal vor allem vor den Escada-Filialen in Metzingen und in Stuttgart demonstriert, überregional bei der Teilnahme an Veranstaltungen wie beispielsweise „Wiesbaden Pelzfrei“ am 19. Januar 2008 oder der Antispe-Großdemo am 15. November 2008 in Berlin, die unter dem Motto „Animal Liberation! Escada aus dem Pelzhandel kicken!“ stand.
Nachdem ESCADA im Juni angekündigt hatte, „keine Zuchtpelze mehr“ zu verwenden, wird der Luxusgüterkonzern ab Januar 2011 komplett auf die Verwendung von Echtpelz verzichten. Eine entsprechende Mitteilung wurde in der Branchenkreisen verbreitet. Im Wortlaut heißt es: „Mit der Frühjahr/Sommer 2011 Kollektion, die ab Januar 2011 in den Geschäften erhältlich sein wird, verwendet ESCADA keine Pelze mehr. Nachdem ESCADA bereits mit der Prefall 2010 Kollektion, die ab Mai dieses Jahres verkauft wurde, keine Zucht- bzw. Edelpelze mehr eingesetzt hatte, verzichtet das Unternehmen nun komplett auf Pelze, also auch auf Kaninchen und Karakul. Diese Entscheidung ist unbefristet.“
ESCADA war seit Oktober 2007 Ziel einer Tierrechts- und Tierbefreiungskampagne des Global Network Against the Fur Industry. Die Kampagne richtete sich gegen den Verkauf von Echtpelzwaren. Der Modekonzern hatte bereits im Juni angekündigt, ab der Herbstsaion 2010 auf die Verwendung von „Zuchtpelzen“ zu verzichten. Auf Nachfragen, welche Fellarten diese „Pelzfreiheit“ einschließe, reagierte der Konzern ausweichend oder gar nicht. Klar wurde jedoch bald: Felle bestimmter Tierarten, wie z.B. Kaninchenpelze, sollten weiterhin Teil der Kollektionen des Münchner Unternehmens sein. Die Escada-Campaign rief daraufhin zu einer Wiederaufnahme der Proteste und zu einem internationalen Aktionswochenende gegen den Pelzverkauf des Unternehmens vom 15. bis 17. Oktober auf. Zahlreiche Gruppen weltweit hatten bereits Aktionen angekündigt und gefordert, dass das Unternehmen alle Fellarten, einschließlich Kaninchen- und Karakulfelle, aus dem Sortiment nimmt. Mit der Entscheidung, auch auf die Verwendung von Kaninchenfell und das von der Pelzindustrie verarbeitete persische Lammfell (Karakul) zu verzichten, sieht die Escada-Campaign die Forderungen an das Unternehmen als vollständig erfüllt und die Kampagne als erfolgreich beendet an. Es wird daher dazu aufgerufen, die geplanten Proteste am Aktionswochenende und in den kommenden Wochen einzustellen. Escada-Campaign und Global Network Against the Fur Industry danken allen, die sich in der Vergangenheit mit Aktionen an der Kampagne beteiligt haben oder diese anderweitig unterstützt haben.
Wir, die Antispeziesistische Aktion Tübingen, hoffen, dass wir auf lokaler Ebene genauso erfolgreich sein werden und die Tübinger Modehäuser davon überzeugen können, fortan keine Echtpelzprodukte mehr zu führen.

Offener Brief an Mode Zinser u.a.

Mode Zinser Tübingen
– Geschäftsleitung –
Karlstr. 5-9
72072 Tübingen

Sehr geehrter Herr Graul,

dieser offene Brief richtet sich an Sie als Tübingens größtes Modehaus, sowie an Tübinger Boutiquen wie Pur Pur, St. Tropez, Bellababs, Marbello/Gossip, Erika Frommelt GmbH, Le Amiche und Hot Couture.1 Sie alle verkaufen Kleidung mit „Pelz“.
In Ihrem Geschäft haben wir Anfang dieses Monats Jacken und Mäntel mit „Pelz“-Besatz vorgefunden. Folgende von Ihnen angebotene Marken haben entweder einen „Racoon-“ – wohl einen vom Marderhund, der von der Pelzindustrie verschleiernd als „Waschbär“ bezeichnet wird –, oder einen von Kaninchen stammenden Besatz oder bestehen komplett aus Kaninchenfell: Napapijri, Milestone, Cinque, Blacky Dress, St. Emile, Airfield, Boss.
Wir möchten Sie bitten, sich über die Bedingungen, unter welchen „Pelz“ produziert wird, zu informieren. Zwei Texte mit kurzen Informationen zu Marderhund und Kaninchen legen wir bei. Fotos, welche zeigen, unter welchen Bedingungen in der Pelzindustrie Kaninchen gehalten und geschlachtet werden, finden Sie unter der Internetadresse http://www.rabbitfur.org/d/resources.htm.

Zur Herstellung von „Pelz“ müssen Gewalthandlungen begangen werden; diese sind systematische Praxis und keine Ausnahmeerscheinung der Pelzindustrie. Die Gefangenschaft und Tötung tierlicher Individuen verletzt und zerstört, unabhängig von der Art der „Haltung“ und Tötung, die betroffenen Individuen. Auch die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften oder von der Pelzwirtschaft selbst aufgestellter Regeln (z.B. der Verweis auf bestimmte selbst erstellte Zertifikate) können diese Tatsache nicht ändern. Solche Hinweise sind lediglich ein Versuch, die KonsumentInnen zu täuschen und das mit der „Produktion“ von Pelz notwendigerweise verbundene Leid tierlicher Individuen, deren Haut zur Ware gemacht wird, zu verschleiern. Gewalt gegen Tiere ist nicht ästhetisch. „Pelz“ ist die abgezogene Haut eines geschundenen Tieres – diese Tatsache wird von einem bestimmten KonsumentInnenkreis, innerhalb dessen „Pelz“ als „Luxus“ gilt, noch immer in Kauf genommen.
Dabei ist die Ablehnung von Echtpelz und der damit einhergehenden Gewalt gegen Tiere längst gesellschaftlicher Konsens; verbunden damit ist die Ächtung von Unternehmen, welche sich durch den Verkauf von Echtfellprodukten am tausendfachen Mord fühlender Individuen beteiligen.

Unternehmen, die am Verkauf von Echtpelzen festhalten, müssen heute mit der Unzufriedenheit und mit Protesten einer aufgeklärten Zivilgesellschaft gegenüber dieser Unternehmenspolitik rechnen.
Aus dieser gesellschaftskritischen Sicht stellt die Beendigung des Pelzverkaufs eine notwendige Mindestanforderung an Unternehmen dar. Die Respektierung der körperlichen Integrität und Freiheit tierlicher Individuen liegt außerhalb des Ermessensspielraums jedes Einzelnen und ist somit keine Frage persönlicher Entscheidung oder des persönlichen Geschmacks, sondern ein unverzichtbarer Grundsatz einer freien und solidarischen Gesellschaft. Der Verkauf von Echtpelzen kann somit weder mit unternehmerischer Freiheit noch mit der Wahlfreiheit der KonsumentInnen begründet werden, denn dies würde Willkür statt Freiheit und Ignoranz gegenüber dem Leben betroffener tierlicher Individuen bedeuten.

Marderhund, lebendig gehäutet.

Als Teil der Offensive gegen die Pelzindustrie (OGPI) wenden wir uns deshalb heute an Sie. Die Offensive gegen die Pelzindustrie ist ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen und Einzelpersonen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Pelzhandel in all seinen Erscheinungsformen abzuschaffen (Pelzverkaufstopp in einzelnen Waren- und Modehäusern, Schließung von Pelzläden und sog. Pelztierfarmen, gesetzliches Verbot der Pelztierhaltung) und somit die Gewalt, die von diesem gegenüber Tieren ausgeübt wird, endgültig zu beenden. Seit die Offensive gegen die Pelzindustrie im Jahre 2000 mit dem strategischen Campaigning gegen den Pelzverkauf einzelner Modehäuser begonnen hat, haben unter anderem folgende Unternehmen im Angesicht der massiven Proteste den Verkauf von Echthaarfellen/Tierpelzen beendet:

2001: Otto-Versand,
2002: Karstadt-Quelle AG,
Nerzfarm Roßberger (geschlossen),
2003: C&A,
2006: Peek & Cloppenburg, Appelrath-Cüpper, Schöps, Turek, Kaufhof,
2007: Adler Modemärkte, Gerry Weber Sinn Leffers, Bonita,
2008: Globetrotter, Vögele,
2009: BiBA.

Zuletzt hat Escada als Reaktion auf permanente Proteste angekündigt, auf den Verkauf von Zuchtpelz zu verzichten. Teilweise haben diese Unternehmen den unbefristeten Verzicht auf Echtpelze in ihren Code of Conduct aufgenommen und sich damit zur notwendigen unternehmerischen Verantwortung gegenüber Tieren bekannt.
Wir möchten Sie bitten, es ihnen gleichzutun und ebenfalls auf den Verkauf von Echtpelz in Zukunft zu verzichten.

Mit freundlichen Grüßen,

Antispeziesistische Aktion Tübingen und die gesamte Offensive gegen die Pelzindustrie.

Antispeziesistische Aktion Tübingen
c/o Infoladen
Schellingstr. 6, 72072 Tübingen
asatue.blogsport.de

Offensive gegen die Pelzindustrie
c/o Tommy Weißbecker Haus
Wilhelmstraße 9, 10963 Berlin
offensive-gegen-die-pelzindustrie.net

  1. Modehaus Zinser GmbH & CO. KG, Friedrichstraße 6, 72072 Tübingen, E-Mail: contact@mode-zinser.de, Tel.: 07071-1520;
    Pur Pur, Metzgergasse 4, 72070 Tübingen, Inh. Hannelore Birlinger, Tel.: 07071-550138;
    Designer-Boutique St. Tropez, Froschgasse 5, 72070 Tübingen, E-Mail: st.tropezdesign@yahoo.de, Tel.: 07071-6895070;
    Bellababs, Markgasse 4, 72070 Tübingen, Inh.: Rainer Tondera, Tel.: 07071-21238;
    Marbello/Gossip Modeboutique, Neue Str. 16/17, 72070 Tübingen, E-Mail: monicaberglund@web.de, Tel.: 07071-928449;
    Boutique Erika Frommlet GmbH, Lammhofpassage, Hirschgasse 13, 72070 Tübingen, Tel.: 07071-23010;
    LE AMICHE, Marktgasse 3, 72070 Tübingen, E-Mail: katjaleamiche@web.de, Tel.: 07071-252612;
    Hot Couture, Lange Gasse 38, E-Mail: hot.couture@t-online.de, Tel.: 07071-550579. [zurück]

Stellungnahme der OGPI

Aktionstag

§278 – Schluss mit der Kriminalisierung legitimen Protests gegen die Ausbeutung der Tiere! Stellungnahme der Offensive gegen die Pelzindustrie zum Prozessauftakt gegen 13 AktivistInnen der Tierbefreiungsbewegung in Österreich

Während auf den Pelzfarmen unzählige Tiere gefangen gehalten werden, um aus ihren Fellen „Pelz“ zu verarbeiten, ihr Leben von den Nutzenkalkülen der Pelzindustrie bestimmt ist und Modekonzerne weiter munter den Auftrag zum Töten geben, wird denjenigen der Prozess gemacht, die ihre Stimme gegen die Ausbeutung und Tötung nicht-menschlicher Individuen erheben. Es sind nicht die sogenannten Pelzfarmer und die Profiteure der Pelzindustrie, sondern es sind 13 Tierschutz- und TierbefreiungsaktivistInnen, die ab März 2010 auf der Anklagebank sitzen. Im Mittelpunkt des mehrmonatigen Verfahrens steht nicht die Verfolgung einzelner Straftaten, sondern die Vorstellungen und Handlungsstrategien der TierbefreierInnen selbst. Kriminalisiert wird das Aufbegehren gegen eine mörderische Ideologie und Praxis, die Tiere im Akkord tötet. Der Vorwurf der Bildung einer Kriminellen Organisation nach §278a StGB ist unverhohlener Ausdruck von politischer Strafjustiz. Die Angeklagten verdienen nicht die Verurteilung, sondern unsere Solidarität.

Die Befreiung der Tiere als Perspektive
Die Nutzung von Tieren gilt den meisten Menschen als ihr gutes Recht. Dabei ist es keineswegs naturgegeben, dass Tiere auf den Status von verwertbaren Ressourcen reduziert werden, sondern ein Ergebnis politischer und sozialer Auseinandersetzungen. Während diejenigen, die an der Ausbeutung profitieren, jede Erinnerung an tierliche Bedürfnisse und Interessen zugunsten ihres Herrschaftsanspruchs delegitimieren, versuchen die TierbefreierInnen den Schreien der Tiere Gehör zu verschaffen. Sie fordern die Befreiung der Tiere, nicht nur aus den Käfigen, sondern auch aus der ihnen zugewiesenen Stellung in der Gesellschaft. Folgerichtig setzen sie sich für die Abschaffung jedweder Form der Nutzung und Ausbeutung von Tieren ein und verleihen ihren Überzeugungen nicht nur über Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch über Proteste und Kampagnen Ausdruck.
Die Zusammenarbeit und das planmäßige Vorgehen von TierbefreierInnen im Rahmen von Kampagnen hat sich in der Vergangenheit als erfolgreiche kollektive Handlungsstrategie erwiesen. Es gibt etwa nach unzähligen erfolgreich beendeten Kampagnen in Deutschland und Österreich kaum noch Modehäuser, die Echtpelz vertreiben. Allem Gerede um eine vermeintliche Wiederkehr von „Pelz“ zum Trotz sinken die Absatzzahlen kontinuierlich, die Pelzindustrie selbst steht vor dem Zusammenbruch. Dass genau zu einem Zeitpunkt, an dem TierbefreierInnen über die Veränderung von Konsumgewohnheiten hinaus Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse nehmen, nun eine der heftigsten Repressionswellen einsetzt, ist alles andere als ein Zufall. Vielmehr ist das Verfahren ein deutlicher Ausdruck davon, dass das Geflecht von Polizei, Staatsschutz und Staatsanwaltschaft gewillt ist, ihre Vorstellungen von zulässigen Meinungsäußerungen, Organisationsversuchen und politischen Handlungsmöglichkeiten mit aller Macht durchzusetzen.
Die Offensive gegen die Pelzindustrie hat seit Jahren immer wieder zu Kampagnen gegen Warenhauskonzerne und Bekleidungsunternehmen aufgerufen und sieht in dem Verfahren nicht nur einen Versuch eine erfolgreiche Strategie der Tierbefreiungsbewegung zu kriminalisieren, sondern einen Versuch eine aktive soziale Bewegung zu zerschlagen.

Staatliche Repression als Reaktion
Im gegenwärtigen Verfahren nach §278a geht es nicht vorrangig um die Beteiligung an einzelnen Straftaten, sondern jedwede politische Betätigung wird in Anklageschrift und Beweisführung moniert, ob es sich um Kundgebungen vor Modehäusern, Recherchen bei Tierausbeutungsbetrieben, die Vernetzung mit anderen AktivistInnen oder die Planung und Durchführung von Kampagnen gegen die Pelzindustrie und Tierversuchsunternehmen handelt. Den 13 angeklagten Tierschutz- und TierbefreiungsaktivistInnen, denen ab März 2010 ein mehrmonatiger Prozess bevor steht, wird vorgeworfen, eine Kriminelle Organisation gegründet zu haben, die über Jahre hinweg Einfluss auf politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse genommen haben soll. Um den abstrakten Anschuldigungen Nachdruck zu verleihen, wird ein Zusammenhang von legalen Demonstrationen, Aktionen des Zivilen Ungehorsams und illegalisierten Protesten konstruiert und das Gespenst einer von terroristischen Handlungslogiken inspirierten Tierbefreiungsbewegung heraufbeschworen. Dass die Anschuldigungen tatsächlich nebulös bleiben und die Beweisführung fadenscheinig daher kommt, ist dabei nicht etwa auf Unfähigkeit der Ermittlungsbehörden zurückzuführen, sondern Ausdruck einer gezielten Kriminalisierung politischer Arbeit.
Im Zuge der Ermittlungen kam es bereits zur jahrelangen Bespitzelung von AktivistInnen weit über den Kreis der Beschuldigten hinaus. Die ErmittlerInnen schreckten dabei auch nicht davor zurück private Telefongespräche abzuhören, Kameras und Wanzen in und um Wohnräume zu installieren oder Computer und Konten heimlich auszuspähen. Ihren Höhepunkt erreichte die Repression mit der Verhaftung von 10 Angeklagten und einer breit angelegten Durchsuchungsaktion von Wohn- und Vereinsräumen im Mai 2008. Um das Großaufgebot moderner Sicherheitstechnologien und die anmaßenden Angriffe auf die Freiheitsrechte der Betroffenen zu legitimieren, bedurfte es auch des strafrechtlich alles andere als unumstrittenen Paragraphen 278a. Nur hierdurch konnte die Eingriffschwelle für das repressive Vorgehen derart vorverlagert werden, dass jegliche politische Betätigung Anlass der Verfolgung durch Polizei, Staatsschutz und Staatsanwaltschaft bot.
Von der Repressionswelle betroffen sind nicht nur die Angeklagten selbst, sondern alle Organisationsformen der TierbefreierInnen. Jede politische Initiative für eine Änderung des gegenwärtigen Mensch-Tier-Verhältnis wird in die Nähe organisiert-krimineller Strukturen gerückt, AktivistInnen unter Generalverdacht gestellt.

Solidarität mit den TierbefreierInnen als Antwort
Dem entgegen unterstreichen wir mit aller Deutlichkeit: Anmaßend sind nicht die Forderungen die Gewalt gegen Tiere zu beenden, sondern die Delegitimierung des Protests durch Polizei, Staatsschutz und Justiz. Unerträglich sind nicht die Proteste, Kampagnen und vereinzelte illegalisierte Aktionen, sondern der Verfügungsanspruch über Tiere, der in letzter Konsequenz in die Gefangenhaltung und Tötung unzähliger nicht-menschlicher Individuen führt. Proteste gegen diejenigen Bedingungen, die in die Vernutzung und Vernichtung von Tieren führen, sind nicht kriminell sondern unabdingbare Notwendigkeit, um das gegenwärtige Mensch-Tier-Verhältnis zu verändern.
Im diesem Sinne solidarisieren wir uns mit den Angeklagten. Wir fordern die sofortige und unbedingte Einstellung des §278a-Verfahrens.

Offensive gegen die Pelzindustrie

UnterstützerInnen:

AG gegen Tierversuche Universität Bielefeld | Antispeziesistische Aktion/Bündnis gegen Tierausbeutung Tübingen | Antispeziesistische Offensive Göttingen | Basisgruppe Tierrechte, Wien | Berliner-Tierrechts-Aktion (BerTA) | die tierbefreier e.V. | die tierbefreier e.V. – Ortsgruppe Hamburg | die tierbefreier e.V. – Ortsgruppe Hameln | die tierbefreier e.V. – Ortsgruppe Bonn | die Tierfreunde e.V. | free animal e.V. | Hamburg Vegan | Karlsruhe Vegan | Kieler Initiative für Tierbefreiung | Initiative gegen die Pelztierfarm Schirmer und Partner, Rochlitz/Sachsen | Menschen für Tierrechte Würzburg | Nandu | Regensburg TierrechteAktiv e.V. | Stiftung Hof Butenland – Lebenshof für Tiere | Teens 4 Animals | Tierbefreiung-Hamburg.org | Tierbefreiungs-Soli-Vokü Hamburg | Tierrechts-Aktion-Nord (TAN) | Tierrechtsaktion Chemnitz-Erzgebirge | Tierrechtsaktion Ulm | Tierrechts AG Mainz | Tierrechts Bewegung Flensburg | Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan | Tierrechtsgruppe Bonn | Tierrechtsgruppe Dresden | Tierrechtsgruppe Giessen | Tierrechtsinititiative Mühlheim an der Ruhr | Tierversuchsgegner München | Venga – vegane Hochschulgruppe Universität Bielefeld | What’s inside, Tierrechtsgruppe Sauerland

Aliberation Ireland | AIP – Atacca l’industria della pelliccia, Italy | Anima – foreningen for alle dyrs rettigheder, Denmark | Djuren Rätt, Sweden | Escada-Campaign (int.) | CAFT UK – Coalition to Abolish the Fur Trade | CAFT Ireland | Loomade Nimel, Estonia | National Animal Rights Association Ireland | Nettverk for dyrs frihet, Norway | Oikeutta Elaimille, Finland | Respect voor Dieren, Netherlands | SHAC – Stop Hundigton Animal Cruelty (int.) | Speak Campaigns, UK | Win Animal Rights, USA

Weitere Informationen:

* Offensive gegen die Pelzindustrie
* Aktuelle Infos, Aufrufe, Termine und Unterstützungsmöglichkeiten finden sich auf den Webseiten der Soli-Gruppen:
http://antirep2008.lnxnt.org (UnterstützerInnengruppe Österreich)
http://antirep278a.blogsport.de (UnterstützerInnengruppe Deutschland)

Großdemonstration und globaler Aktionstag:

* Großdemonstration in Wien am 27.02.2010: In Wien ist für den 27. Februar eine Großdemonstration unter dem Motto “Smash §278ff – Getroffen hat es einige, gemeint sind wir alle” angekündigt (Aufruf).
* Globaler Aktionstag am 02.03.2010: Für den 02. März, dem ersten Verhandlungstag, wird in einem mehrsprachigen Aufruf weltweit zu Protesten vor österreichischen Botschaften und Konsulaten aufgerufen. Damit soll den Repressionsbehörden deutlich gemacht werden, dass die Versuche eine politische Bewegung zu kriminalisieren auf entschiedenen Widerspruch treffen (Aufruf: Deutsch, English, Русский, Español).

Finanzielle Unterstützung:

* Neben öffentlichen Solidaritätsbekundungen sind die Angeklagten vor allem auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Hierfür stehen mehrere Solikonten bereit.

* Spendenkonto Deutschland:
Rote Hilfe e.V.
Kto-Nr: 191100462
BLZ: 44010046
Zweck: § 278a
* Spendenkonto Österreich:
Grünalternative Jugend Wien
Kto-Nr. 01910815873
BLZ: 14000
Zweck: Antirep2008
IBAN: AT451400001910815837
BIC: BAWAATWW

Stuttgart Pelzfrei/Weltvegantag

Am 1. November ist Weltvegantag – ein Grund für die Antispeziesistische Aktion und das Tierrechtstreffen Tübingen, an diesem Tag eine Veranstaltung auf dem Holzmarkt zu machen, um über das Thema umfassend zu informieren und zu diskutieren. Zwischen 11 und 19 Uhr werden Filme gezeigt und vegane Verköstigungen angeboten werden. Alle Interessierten sind eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen, sich zu informieren und mit uns zu diskutieren.
Außerdem gibt es für interessierte TübingerInnen bereits am Tag zuvor, dem 31. Oktober, einen gemeinsamen Treffpunkt zur Fahrt nach Stuttgart, wo ab 13 Uhr die Demonstration „Stuttgart Pelzfrei“ stattfindet. Treffpunkt für TübingerInnen, die gemeinsam mit anderen Tübinger AktivistInnen der Tierbefreiungsbewegung mit dem Zug nach Stuttgart fahren wollen, ist der Hauptbahnhof Tübingen, 10.45 Uhr.




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