Archiv der Kategorie 'Tierfabriken'

Haft für Boehringer-Gegnerin

Nachdem Boehringer Ingelheim die zunächst favorisierten Standorte Tübingen und Reutlingen aufgegeben hatte – „Aus der Traum“ schrieb damals die Lokalzeitung „Schwäbisches Tagblatt“1 –, errichtete der Pharmakonzern sein europäisches Forschungslabor für Tier-Impfstoffe in Hannover.
Sobald der genaue Standort bekannt geworden war, kam es zu massiven Protesten von Seiten der Tierbefreiungsbewegung, u.a. zu einer Besetzung des Baugeländes. Nun wurde eine Aktivistin, der vorgeworfen worden war, das Baugelände zusammen mit anderen Menschen besetzt zu haben, wegen „Hausfriedensbruch“ verurteilt; sie muss ab dem 4. Januar 2013 eine 20tägige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Hildesheim antreten.
20 Tage Haft für eine Aktivistin, weil sie Widerstand geleistet hat gegen einen Konzern, der mit seinem seit Ende September 2012 offiziell eröffneten Versuchslabor nun auf grausame Weise auf die Optimierung der Massentierhaltung hinarbeitet.
Wo sich kilometerlange Straßen quer durch den Amazonasregenwald ziehen, um etwa das Soja, das als Futtermittel in der Tierhaltung verwendet wird, zu transportieren, wo Lebensräume vernichtet, die Umwelt vergiftet und Lebewesen nur als verbrauchbare Ressource angesehen werden, dort muss es Widerstand geben! Und wo ein Mensch die verheerenden Folgen von Tierausbeutung und Umweltzerstörung aufzeigt und deswegen ins Gefängnis gesperrt wird, muss es Solidarität geben!

Vor dem Haftantritt am 4. Januar 2013 wird es in Hannover ab 12 Uhr eine Aktion geben.
Mehr Informationen: boehringerbesetzung.blogsport.de.

Schreibt der Gefangenen:

Isabell Jahnke
JVA Vechta für Frauen
Abteilung Hildesheim
Godehardsplatz 7
31134 Hildesheim

  1. Boehringer kommt nicht nach Reutlingen, „Schwäbisches Tagblatt“, 12.10.2007. Als Gründe gab das Unternehmen u.a. „das politische Umfeld, die öffentliche Akzeptanz“ an.[zurück]

Erneuter Mastanlagenbrand

Heute morgen sind im niedersächsischen Meppen drei von zehn Ställen auf dem Gelände einer Hühnermast-Anlage niedergebrannt. Die Feuerwehr konnte die Ställe nicht retten. Morgen sollten rund 63.000 Küken auf einer Fläche von insgesamt 3.000 Quadratmetern eingesetzt werden. Die Polizei hat die Gebäude beschlagnahmt. Sie geht von Brandstiftung aus. Sie schätzt den Schaden auf mehr als eine Million Euro.

„Tief betroffen“ reagiert die deutsche Geflügelwirtschaft: „Ich bin zutiefst erschüttert und entsetzt“, sagt Wilhelm Hoffrogge, Vorsitzender der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Er verurteilt den vermuteten Anschlag aufs Schärfste: „Dies ist ein krimineller und feiger Akt, der mit einer legitimen gesellschaftlichen Auseinandersetzung überhaupt nichts mehr zu tun hat.“ Acht Wochen vor der niedersächsischen Landtagswahl sieht Hoffrogge jetzt auch die Politik in der Pflicht. Gerade weil die Nutztierhaltung ein zentrales Thema im niedersächsischen Wahlkampf darstelle, sei ein klares Bekenntnis aller politischen Strömungen vonnöten: „Alle politischen Parteien müssen sich von kriminellen Anschlägen deutlich distanzieren!“, stellt Hoffrogge die Erwartungshaltung der Geflügelwirtschaft dar. Dies gelte auch und besonders für erklärte Gegner der intensiven Tierhaltung aus der politischen Fraktion der Grünen auf Landes- und Bundesebene. Hoffrogge betont: „Wir als Geflügelhalter wollen einen vernünftigen Dialog und suchen ihn sogar, wir haben überhaupt nichts gegen eine in der Sache harte Auseinandersetzung!“ Bei Brandstiftung seien die Grenzen eines legitimen Diskurses jedoch deutlich überschritten worden: „So darf es nicht weitergehen, alle gesellschaftlichen Kräfte müssen jetzt mehr denn je den sachlichen Dialog suchen und der Polemik und der Gewalt entgegenwirken.“

Bereits im letzten Jahr gab es in Niedersachsen eine Serie von Brandanschlägen auf sich im Bau befindliche Hühnermastanlagen. Es brannte in Sprötze, bei Vechelde, in Mehrum und in Schnega. Am 12. Dezember 2011 gab es dazu einen Zeitungsartikel in der Tageszeitung junge Welt.

Lohndumping im „Schlachthof Europas“

Wie ein Artikel in der Tageszeitung junge Welt heute berichtet, erzielt die Fleischindustrie ihre billigen Preise offensichtlich nicht nur mit Hilfe von staatlichen Subventionen, sondern auch durch massives Lohndumping. Kaum zu glauben: Mitten in Deutschland, das inzwischen zum „Schlachthof Europas“ geworden ist, gibt es Arbeitsverträge, in denen Monatslöhne von 176 Euro festgeschrieben sind.

Zum jW-Artikel.

Wieder Brandanschlag auf Hähnchenmastanlage

Erneut ist in Niedersachsen ein Brandanschlag auf eine im Bau befindliche Hähnchenmastanlage verübt worden. Ziel war diesmal ein Gebäude in Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Wie gestern Abend NDR 1 Niedersachsen berichtete, geht die Polizei davon aus, dass das Feuer aus politischen Motiven gelegt wurde und prüft mögliche Zusammenhänge mit ähnlichen Bränden in Niedersachsen. Bislang brannte es in Sprötze, bei Vechelde und in Mehrum. – Die TäterInnen benutzten offenbar Brandbeschleuniger. Der Schaden an dem Gebäude beträgt mehrere zehntausend Euro. 40.000 Tiere sollten demnächst in der Anlage untergebracht werden.
Ein weiterer Bericht findet sich auf agrarheute.com.

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Ergänzung, 12. Dezember: Artikel in der Tageszeitung „junge Welt“: Mastanlagen abgefackelt

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BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand in Mehrum

Vechelde
Bild: Brennende Anlage in Alvesse bei Vechelde (16. Juli). Inzwischen ist der zweite Stall in Betrieb gegangen; es werden dort nun 42.000 Tiere gemästet.

In der Nacht zum 8. Oktober ist erneut ein noch im Bau befindliches Stallgebäude angezündet worden, dieses Mal in Hohenhameln-Mehrum im Landkreis Peine (Niedersachsen). Erst in der Nacht zum 16. Juli war bei Vechelde, ebenfalls im im Landkreis Peine und nur 30 Kilomenter von Mehrum entfernt, eine andere kurz vor der Inbetriebnahme stehende Geflügelmastanlage fast vollständig niedergebrannt worden (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage; zum BekennerInnenschreiben). Diese geplante Mastanlage sollte ein Zulieferbetrieb für den Schlachthof Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Die Schlachtfabrik kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils ca. 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. Auch in Sprötze ist ein Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Am 27. Juni dieses Jahres wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage auf brutale Art angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen).
Am 28. September berichtete die Peiner Allgemeine Zeitung, dass die Ermittlungen zum Brand bei Vechelde auf der Stelle treten. Inzwischen unterstützte Interpol die Ermittlungen der örtlichen Polizei. Auf Anfrage der FDP legte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) im September Zahlen vor, die einen deutlichen Anstieg solcher Taten in den vergangenen Jahren belegen. Niedersachsens Landesregierung sieht zudem „enge Verbindungen zum Linksextremismus“. Wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtete, teilen die Ermittler „die Szene in drei Gruppen ein: Tierschützern gehe es um artgerechtes Leben ohne unnötiges Leiden, Tierrechtler und Tierbefreier räumten den Tieren dagegen unveräußerliche Rechte und Anerkennung als gleichberechtigte Wesen ein. Dabei gebe es vor allem bei den Tierrechtlern Bezüge zur linksextremistischen Szene. Durch diese Überschneidungen werden diese auch für den Verfassungsschutz interessant. Nach Einschätzung der Behörde bewegt sich die Zahl solcher Aktivisten ‚im unteren zweistelligen Bereich‘.“
Heute nun wurde auf linksunten.indymedia ein BekennerInnenschreiben zum Brand in Mehrum veröffentlicht. Es lautet:

wir sind wütend! tiere werden ausgebeutet, eingesperrt, gequält und ermordet. deshalb haben wir in der nacht auf den 8. oktober feuer an dem im bau befindlichen hühnermaststall bei mehrum gelegt. dass massentierhaltung mit tierquälerei verbunden ist, wissen die meisten menschen. uns ist wichtig, dass die verwerflichkeit von nutztierhaltung an sich erkannt und gegen diese direkt vorgegangen wird. wir müssen uns aus der ohnmacht befreien, die uns durch legalitätsdenken auferlegt wird. aktiver widerstand ist wichtig, möglich und nötig. allen landwirt_innen raten wir: finger weg von mastanlagen! sie brennen leicht ab… für die befreiung aller tiere. alf (animal liberation front)

Größte Geflügel-Schlachtfabrik Europas nimmt Betrieb auf

In Wietze bei Celle entsteht Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik, wo täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden sollen. Seit das Bauvorhaben bekannt ist, gibt es massiven Widerstand. Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). In Sprötze ist der Maststall einer geplanten Zulieferfabrik für Wietze vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Am 27. Juni wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage brutal angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen). Bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) ist in der Nacht auf den 16. Juli eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage und BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand bei Vechelde). In Großmunzel bei Wunstorf (Region Hannover) wurde im August abermals ein Bauplatz für eine geplante Mastanlage besetzt (vgl. Erneute Besetzung eines Mastanlagen-Bauplatzes).
Die Schlachtfabrik in Wietze kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten.
Bereits letzten Freitag soll es nun in Wiezte aber bereits Probeschlachtungen gegeben haben. Seit heute ist der Schlachthof in Betrieb. Der Widerstand und die Proteste der letzten Jahre aber haben Spuren hinterlassen: Geschlachtet wird vorerst in nur einer Schicht pro Tag auf einer Schlachtlinie – die Anlage musste in Betrieb gehen, obwohl noch immer die Zulieferer fehlen. Es musste heimlich, quasi ohne Ankündigung, eine kümmerliche halbe Bauruine eröffnet werden, die auf Dauer in dieser Form alles andere als wirtschaftlich ist. Zumindest solange die Hühner fehlen. Die Suche nach Agroindustriellen, die bereit sind, Mastbetriebe für Wietze zu übernehmen, geht also umso krampfhafter weiter.
Im Klartext heißt das: Werden auch in Zukunft weiter genug Mastanlagen verhindert, wird auch der Schlachthof in Wietze ein Verlustgeschäft bleiben. Lasst uns diesen Pyrrussieg der Agrarindustrie zum dankbaren Anlass nehmen, dem taumelndem Riesen endgültig die Luft abzuschneiden!

Schlachtfabriken verhindern!

NDR-Bericht zur Eröffnung mit Video des Fernsehbeitrages

Erneute Besetzung eines Mastanlagen-Bauplatzes


„11:50 Eben sind frische Infos von der Besetzung eingetroffen: Die Bullen stehen immer noch am Feld, und warten angeblich auf das SEK und dann würde geräumt werden.“ – stopmunzelmast.blogsport.de.

In Großmunzel bei Wunstorf (Region Hannover) wurde in der letzten Nacht abermals ein Bauplatz für eine geplante Mastanlage besetzt. Die Mastanlage soll ein Zulieferbetrieb für den geplanten Schlachtbetrieb in Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Die Schlachtfabrik befindet sich zur Zeit in Bau und kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. In Sprötze ist der Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Am 27. Juni wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage brutal angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen). Bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) ist in der Nacht auf den 16. Juli eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage und BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand bei Vechelde).

* Blog der Besetzung: stopmunzelmast.blogsport.de

* E-Mail-Kontakt: stopmunzelmast@riseup.net

* Kontakthandy: 0152 / 316816478

* Wietze-Widerstand: antiindustryfarm.blogsport.de

* Indymedia-Bericht: Mastanlagenbauplatz bei Hannover besetzt

BekennerInnenschreiben zum Mastanlagenbrand bei Vechelde

In der Nacht zum 16. Juli war bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten (vgl. Brand in Hähnchenmastanlage). Heute ist bei der Polizei eine E-Mail eingegangen, die mit „Bekenner_innenschreiben zum Mastanlagenbrand Alvesse“ überschrieben ist. „Zehn Tage nach dem Brand in einer Hähnchenmastanlage im Kreis Peine haben sich radikale Tierschützer zu dem Brand bekannt“, berichtete daraufhin die Allgemeine Zeitung Uelzen. „Die Ermittler in Salzgitter bestätigten am Montag den Eingang eines Bekennerschreibens. Polizei und Staatsanwaltschaft überprüfen nun die entsprechende E-Mail“, heißt es in dem Artikel weiter. Auch auf linksunten.indymedia wurde das Schreiben heute veröffentlicht. Es lautet:

Wir haben in der Nacht zum 16.07.11 eine Hähnchenmastanlage zwischen Alvesse und Üfingen in Brand gesetzt. Legaler Protest, sowie eine Besetzung der Baufläche konnten den Bau der Anlage nicht stoppen, weswegen wir uns für diese Aktionsform entschieden haben, um die Inbetriebnahme direkt zu verhindern.

Diese Mastanlage ist nur eine von vielen Institutionen, zu deren Verhinderung Sachbeschädigung notwendig und legitim ist. Wir haben uns für dieses Ziel entschieden, weil die Haltung und Tötung von Individuen und die ökologischen und sozialen Folgen – von Gen-Soja-Anbau mit Totalherbiziden und Regenwaldabholzung über Grundwasserverseuchung zu subventionierten Hähnchenteil-Exporten – verhindert werden sollte.

Es ist normal, dass die demokratisch legitimierten Stellvertreter_innen Entscheidungen so treffen, dass Privilegierte möglichst viel Geld verdienen können, anstatt dass die Betroffenen miteinander Individuallösungen koordinieren können.

Wir finden direkte Aktionen wie z.B. die von uns durchgeführte auch an anderen Orten, die der Emanzipation im Wege stehen, z.B. wo Tiere (Mensch=Säugetier) verdinglicht werden, sehr zu begrüssen. Dabei sollte stets reflektiert werden, welche Aktionsform angemessen ist und wie Verletzungen von Lebewesen möglichst ausgeschlossen werden können.

Präzise gegen die Gesamtscheisse, widerständig voran!

Brand in Hähnchenmastanlage


Bei Vechelde im Landkreis Peine (Niedersachsen) ist in der Nacht eine kurz vor der Inbetriebnahme stehende Hähnchenmastanlage in Brand geraten. Rund 100 Feuerwehrleute waren in der Nacht vor Ort. Menschen und Tiere wurden bei dem Brand nicht verletzt. Einer der beiden 1600 Quadratmeter großen Ställe brannte fast vollständig nieder, den benachbarten zweiten Stall konnte die Feuerwehr sichern. Es entstand ein Sachschaden von rund einer halben Million Euro. Die Brandursache ist noch unklar, es könne sich um einen technischen Defekt, aber auch um Brandstiftung handeln. Der betroffene Landwirt Christoph Gerecke sprach am Sonntag von einem „Terroranschlag“, von „Vandalismus“, von „Hetze“ und „radikalen Terroristen“. Auch Regina Will, Sprecherin der Bürgerinitiative Üfingen/Alvesse gegen die Hähnchenmastanlagen, geht eher nicht von einem technischen Defekt aus.
Die geplante Mastanlage soll ein Zulieferbetrieb für den Schlachthof Wietze werden. In Wietze bei Celle soll Europas größte Geflügel-Schlachtfabrik errichtet und täglich eine halbe Million „Hähnchen“ geschlachtet werden. Im Sommer 2010 wurde das Baugelände in Wietze während knapp drei Monaten besetzt gehalten (vgl. Erklärung des Tierbefreiungskongresses 2010). Die Schlachtfabrik befindet sich zur Zeit in Bau und kann nur dann vollkommen in Betrieb genommen werden, wenn es genügend Zulieferbetriebe gibt. Zur Belieferung müssen in der Region ca. 420 Mastfabriken mit jeweils 40.000 Tieren errichtet werden. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten. In Sprötze ist der Maststall vor seiner Inbetriebnahme im Juli 2010 abgebrannt worden (vgl. Solidaritätskampagne für die Beschuldigten des Mastanlagenbrands in Sprötze). Erst am 27. Juni wurde ein von TierbefreiungsaktivistInnen besetzt gehaltenes Gelände in Teplingen (Wendland), auf dem ebenfalls ein Zulieferbetrieb für Wietze errichtet werden soll, von den Eigentümern der entstehenden Mastanlage brutal angegriffen (vgl. Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen).

Mahnwache gegen konservative Gewalt, Solidemo mit Teplingen-Besetzung

In Tübingen haben sich am Abend trotz Regen Menschen eingefunden, um spontan gegen die rücksichtslose Gewalt von Agrarindustriellen gegen die BesetzerInnen der geplanten Mastanlage (s. Bericht Besetzte Mastanlagen-Baustelle brutal angegriffen) zu demonstrieren.
Auf Flugblättern wurde darauf hingewiesen, wie der Bauplatzbesitzer mit anderen Agrarindustriellen mit Traktoren über die Zelte der BesetzerInnen fuhr, ohne zu prüfen, ob sich darin jemand befand. Auch der Tripod, auf dem sich in acht Metern Höhe ein Zelt befand, wurde ohne Prüfung vom Besitzer und seinen HelferInnen umgeworfen.
Besonders erschreckend fanden einige Demonstrierende, dass die Polizei die Angreifer ohne Personalienaufnahme gehen ließ und selbst die BesetzerInnen attakierte.
Etwa eine Stunde lang wurde demonstriert und geflyert. Auch VertreterInnen der Antispeziesistischen Aktion Tübingen gaben ihrem Protest Ausdruck.




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