Archiv der Kategorie 'Tierversuche'

Weshalb wir gegen Tierversuche sind

Unser Redebeitrag bei der gestrigen Demonstration gegen Affenversuche:

Wir, die Antispeziesistische Aktion Tübingen, sind eine Gruppe von Menschen aus der Tübinger Linken. Als Schwerpunkt unserer politischen Arbeit haben wir die Kritik am Speziesismus gewählt – dem Ausbeutungsverhältnis gegenüber Tieren und jeder Ideologie, die dieses legitimiert und verschleiert. Weshalb? Wir finden, es ist an der Zeit, die Forderung nach gesellschaftlicher Befreiung und nach einem Ende von Ausbeutung nicht länger auf die Menschen zu beschränken, denn damit trifft man eine willkürliche Auswahl aus dem Kreis leidensfähiger Wesen, der weit über die menschliche Spezies hinausreicht. Wir sind damit keineswegs die ersten; wir sehen uns in einer langen linken Tradition von Ansätzen für die Befreiung von Mensch und Tier. Die Bewegung zur Befreiung der Tiere sieht ihre Forderungen traditionell als logische Fortsetzung und Konsequenz der großen emanzipatorischen Imperative. Die Geschichte zeigt, dass diejenigen Menschen, die sich organisierten, um eine Verbesserung der elenden Situation der Tiere in der menschlichen Gesellschaft zu bewirken, durchweg auch Teil anderer Befreiungskämpfe waren: Sie stritten etwa gegen monarchistische Willkürherrschaft, für Menschenrechte, gegen die Sklaverei, für die Emanzipation der Frauen, für die Belange der lohnabhängigen Massen oder waren im antifaschistischen Widerstand aktiv. Aber sie gingen weiter, für sie war klar: Befreiung hört nicht beim Menschen auf. Im Gegensatz zu vielen visionären Kämpferinnen und Kämpfern früherer Generationen wären wir heute in der Lage, den Gedanken der Tierbefreiung zur gesellschaftlichen Wirklichkeit zu machen, denn die Ausbeutung von Tieren ist auf dem technischen Stand unserer Gesellschaft objektiv unnötig geworden. Dennoch wird sie fortgesetzt und sogar zum industriell rationalisierten, durchorganisierten System gesteigert.

Die kapitalistische Gesellschaft gleicht einer riesigen Aktiengesellschaft zur Ausbeutung der Natur; diese findet ihren sinnfälligsten Ausdruck im Herrschaftsverhältnis gegenüber den Tieren. Das Mensch-Natur- und das Mensch-Tier-Verhältnis der westlichen Kultur, das im Zuge der Europäisierung der Erde dominant geworden ist, ist ein in seinem Ursprung patriarchales, und ist durch und durch von Herrschaft geprägt. Die Philosophen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno drücken dies in ihrer Schrift Dialektik der Aufklärung folgendermaßen aus: „Was die Menschen von der Natur lernen wollen, ist, sie anzuwenden, um sie und die Menschen vollends zu beherrschen. Nichts anderes gilt.“ Die disqualifizierte Natur wird zum chaotischen Stoff bloßer Einteilung: Sie wird von der menschlichen Vernunft, die zum bloßen Instrument der Herrschaft degradiert worden ist, geordnet, kategorisiert, eingeteilt, um sie besser beherrschen und ausbeuten zu können. Andere Tiere treten der menschlichen Wahrnehmung zunehmend weniger als Individuen, als vielmehr nur noch als bloße Vertreter ihrer Gattung gegenüber. So geht etwa das Versuchstier „verkannt als bloßes Exemplar durch die Passion des Laboratoriums“, wie Adorno und Horkheimer schreiben.

Die Autoren der Dialektik der Aufklärung, die viel Einfluss etwa auf die Studentenbewegung und damit auf die Neuen Sozialen Bewegungen hatten, analysieren, dass der Mensch im Prozess seiner Befreiung das Schicksal mit der übrigen Welt teilt. So ist die Geschichte der Anstrengungen des Menschen, die Natur zu beherrschen, auch die Geschichte der Herrschaft des Menschen über den Menschen. In die Sphäre des Natürlichen, die es zu beherrschen gilt, fallen nicht nur die Tiere, sondern traditionell auch die zu beherrschende Frau und der zu unterjochende Fremde: Sexismus, Rassismus und Speziesismus hängen untrennbar miteinander zusammen und bedürfen einer gemeinsamen Lösung. Eine befreite Gesellschaft zu erreichen, ohne auch die Tiere zu befreien, ist deshalb ein Widerspruch in sich. Tatsächlich ist Tierbefreiung Voraussetzung und Resultat menschlicher Befreiung. Aus diesem Grund kämpfen wir gegen jegliche Tierausbeutung, die im Tierexperiment mit ihren grausamsten Ausdruck findet.
Die Abgrenzung zu anderen Tieren war besonders wichtig für das Heraustreten des Menschen aus der Natur: „Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich in der Unterscheidung vom Tier aus“, heißt es in der Dialektik der Aufklärung. Mit solcher Beharrlichkeit und Einstimmigkeit sei dieser Gegensatz „von allen Vorvorderen des bürgerlichen Denkens“ immer wieder bestätigt worden, dass dieser Gegensatz wie nur wenige weitere Ideen bis heute zum Grundbestand der westlichen Anthropologie geworden sei. Diejenigen, die die Ablösung der Beobachtung freilebender Tiere durch das Laborexperiment vorgenommen haben, haben diesen Gegensatz „bloß scheinbar vergessen“. In Wahrheit aber bestärken sie ihn – denn das Tierexperiment vermag weder etwas über das Tier in Freiheit, noch etwas über den Menschen an sich auszusagen; tatsächlich offenbart diese Praxis vor allem, wie sehr der Mensch im Kapitalismus sich selbst und der Natur entfremdet wurde.

Horkheimer und Adorno schreiben über Tierexperimentatoren: „Daß sie auf die Menschen dieselben Formen und Resultate anwenden, die sie, entfesselt, in ihren scheußlichen physiologischen Laboratorien wehrlosen Tieren abzwingen, bekundet den Unterschied auf besonders abgefeimte Art. Der Schluß, den sie aus verstümmelten Tierleibern ziehen, paßt nicht auf das Tier in Freiheit, sondern auf den Menschen heute. Er bekundet, indem er sich am Tier vergeht, daß er, und nur er in der ganzen Schöpfung, freiwillig so mechanisch, blind und automatisch funktioniert, wie die Zuckungen der gefesselten Opfer, die der Fachmann sich zunutze macht. […] Dem Menschen gehört die Vernunft, die unbarmherzig abläuft; das Tier, aus dem er den blutigen Schluß zieht, hat nur das unvernünftige Entsetzen, den Trieb zur Flucht, die ihm abgeschnitten ist. […] Dem blutigen Zweck der Herrschaft ist die Kreatur nur Material. […] Die Menschen sind einander und der Natur so radikal entfremdet, daß sie nur noch wissen, wozu sie sich brauchen und was sie sich antun. Jeder ist ein Faktor, das Subjekt oder Objekt irgendeiner Praxis, etwas mit dem man rechnet oder nicht mehr rechnen muß.“
Wir danken euch, dass wir heute mit euch und eurem Protest „rechnen“ konnten. Wir hoffen, dass wir euch mit diesem Einblick in unsere Theorie zeigen konnten, weshalb es für uns unabdingbar ist, die Befreiung der Tiere nicht unabhängig von jener des Menschen zu betrachten und andersherum. Tierexperimente sind ein Ausdruck einer Form von Herrschaft, die uns alle verletzt – diese Praxis ist Teil unserer Unfreiheit, da sie dazu beiträgt, unser Verhältnis zu den Tieren und jenes zu anderen Menschen zu verstümmeln. Sie gehört deshalb, ohne Wenn und Aber, abgeschafft.

Mehr Fotos von der Demonstration auf unserer Facebook-Seite.

Ein Video von der Demonstration gibt es hier.

Wir haben die Antispeziesistische Aktion Tübingen im Jahr 2007 gegründet, um unserem Anliegen, die Befreiung von Mensch und Tier voranzutreiben, effektiveren Ausdruck zu geben. Wir beteiligen uns nicht nur seit 2009 an der Kampagne gegen die Tübinger Affenversuche, sondern arbeiten auch an der linken Theorie der Tierbefreiung und auf eine größere Organisierung der Tierbefreiungsbewegung hin. Ein Buch zum Thema, geschrieben von einem unserer Aktivisten, erscheint in Kürze.

Wenn ihr Interesse daran habt, bei unserer Gruppe mitzumachen, kommt zum offenen Treffen am Donnerstag, 16. Mai 2013, um 19 Uhr im Infoladen im Keller der Schellingstraße 6.

Ankündigung: Demonstration gegen Affenversuche

„Der Schluß, den sie aus den verstümmelten Tierleibern ziehen, paßt nicht auf das Tier in Freiheit, sondern auf den Menschen heute. Er bekundet, indem er sich am Tier vergeht, daß er, und nur er in der ganzen Schöpfung, freiwillig so mechanisch, blind und automatisch funktioniert, wie die Zuckungen der gefesselten Opfer, die der Fachmann sich zunutze macht. Der Professor am Seziertisch definiert sie wissenschaftlich als Reflexe, der Mantiker am Altar hatte sie als Zeichen seiner Götter ausposaunt. Dem Menschen gehört die Vernunft, die unbarmherzig abläuft; das Tier, aus dem er den blutigen Schluß zieht, hat nur das unvernünftige Entsetzen, den Trieb zur Flucht, die ihm abgeschnitten ist. […] Dem blutigen Zweck der Herrschaft ist die Kreatur nur Material. […] Die Menschen sind einander und der Natur so radikal entfremdet, daß sie nur noch wissen, wozu sie sich brauchen und was sie sich antun. Jeder ist ein Faktor, das Subjekt oder Objekt irgendeiner Praxis, etwas mit dem man rechnet oder nicht mehr rechnen muß.“
– Max Horkheimer, Theodor W. Adorno.

4. Mai 2013: Demonstration gegen Primatenversuche:

In nur einer Stadt in Baden-Württemberg werden Tierversuche mit Primaten betrieben, aber das gleich an drei Instituten: In Tübingen. Es handelt sich um invasive Hirnforschung; dabei werden Rhesusaffen durch ein Bohrloch im Schädel Elektroden ins Gehirn geführt. Sie werden täglich stundenlang fixiert, ohne den Kopf bewegen zu können. Durch Wasserentzug werden sie gezwungen, Aufgaben an einem Bildschirm zu lösen, wodurch die Forscher sich Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns erhoffen. Seit 2009 ist mit der Kampagne „Stoppt Affenversuche in Tübingen!“ einiges dagegen unternommen worden: Mahnwachen, kreative Aktionen und Großdemonstrationen in Tübingen und Stuttgart, 60.000 Unterschriften gegen die Versuche wurden gesammelt. Schließlich nahm die grüne Partei die Forderung nach dem Ende der Versuche in ihr Wahlprogramm zur Landtagswahl 2011 auf. Jetzt geht es darum, diese Forderungen gegenüber der Tierversuchslobby durchzusetzen, die im Moment mit allen Mitteln versucht, die Landesregierung am Verbot der Versuche zu hindern. Gerade jetzt gilt es, ein deutliches Zeichen zu setzen, um den drohenden Bruch des Wahlversprechens zu verhindern!

Samstag, 4. Mai 2013: Große Demonstration gegen die Affenversuche in Tübingen. Ab 11 Uhr Infostände auf dem Marktplatz, ab 12 Uhr Demonstration durch die Innenstadt!

Deutschlandfunk über Tübinger Primatenexperimente

tierversuchsstadt
Im April 2011 veränderte die Animal Liberation Front die Ortsschilder Tübingens: „Tierversuchsstadt Tübingen“: BekennerInnenschreiben der ALF.

Der Deutschlandfunk berichtet über die Tübinger Primatenexperimente: Das Tübinger Zentrum für integrative Neurowissenschaften, CIN, habe in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit erfahren: Immer wieder hätten Landespolitiker der Forschungseinrichtung einen Besuch abgestattet – in der Hoffnung, danach besser einschätzen zu können, wie sie zu den Tierversuchen stehen, die dort gemacht werden.
In ihrem Wahlprogramm zur Landtagswahl 2011 hatten die Grünen in Baden-Württemberg ein Ende der Primatenversuche gefordert. Reinhold Pix, der tierschutzpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, bleibt auch bei dieser Forderung: „Das heißt, dass ich diese Art von Tierversuchen an Primaten in der Neurokognitionsforschung aus ethischen Gründen ablehne und dass mein Ziel es ist, den Ausstieg aus dieser Grundlagenforschung voran zu treiben.“ Boris Palmer, Tübingens grüner Oberbürgermeister, sieht das anders: „Ich habe mich vor Ort davon überzeugt, dass diese Versuche medizinisch sehr wertvoll sind, dass sie Menschen Heilung in Aussicht stellen und auch schon Therapien hervorgebracht haben und dass die Affen nach bestem Wissen und Gewissen dort untergebracht sind. Deswegen kann ich die Kritik an diesen Affenversuchen nicht nachvollziehen.“ – Palmer hat sich längst an die Experimentatorenlobby verkauft – diese sei, nach seinen eigenen Angaben, die er uns gegenüber 2011 gemacht hat, auf ihn „zugekommen“. Daran gedacht, sich auch mit ExpertInnen der Gegenseite zu unterhalten, etwa mit jemandem von Ärzte gegen Tierversuche e.V., hat er nie (vgl. unseren Artikel Boris Palmer: „Affenversuche und Legebatterien sind legitim!).
Auch das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium und das Wissenschaftsministerium stehen beim Thema Affenversuche auf verschiedenen Seiten: Der grüne Landwirtschaftsminister Alexander Bonde will sie möglichst abschaffen. Die grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer schützt eher die Forschungsfreiheit. Beide lehnen ein Interview zu dem Thema ab.
Cornelie Jäger, die Landestierschutzbeauftragte, gibt dem Deutschlandfunk gegenüber an, sie wolle im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums versuchen, eine für alle gangbare Lösung zu finden. Dabei sei ihr eines klar: „Im Augenblick besteht nicht die Möglichkeit, diese Tierversuche einfach zu unterbinden.“ Sie hofft aber, die Affenversuche langfristig beenden zu können. Mit der Tierschutzbeauftragten befinden wir uns deshalb zur Zeit in Gesprächen, nachdem sie von sich aus mit diesem Wunsch auf uns zugekommen ist.
Der Deutschlandfunk kommt zum Schluss: „Welche Schritte die Grünen in der Landesregierung in den nächsten Monaten und Jahren vorschlagen und wie sich der Koalitionspartner SPD dazu stellt, ist bundesweit von Interesse. Denn das Tübinger Forschungszentrum ist die größte von insgesamt sechs universitären Einrichtungen, die an den Gehirnen von Affen forschen – und ein Grund, warum Tübingen Eliteuni geworden ist.“
Seit 2009 ist mit der Kampagne Stoppt Affenversuche in Tübingen!“ einiges gegen die Experimente unternommen worden: Mahnwachen und Großdemonstrationen in Tübingen, kreative Aktionen, 60.000 Unterschriften gegen die Versuche wurden gesammelt. Sicher ist es dem politischen Druck, den wir damit aufgebaut haben, zu verdanken, dass die grüne Partei die Forderung nach dem Ende der Versuche in ihr Wahlprogramm aufgenommen hat. Jetzt geht es darum, diese Forderungen gegenüber der Experimentatorenlobby durchzusetzen, die im Moment mit allen Mitteln versucht, die Landesregierung am Verbot der Versuche zu hindern. Gerade jetzt gilt es, ein deutliches Zeichen zu setzen, um den drohenden Bruch des Wahlversprechens zu verhindern! Am 4. Mai werden wir deshalb zusammen mit anderen Organisationen wieder eine Großdemonstration gegen die Versuche in Tübingen durchführen. Weitere Informationen folgen bald!

Zum Bericht des Deutschlandfunks: Wissenshunger versus Affendurst.

SWR über Tübinger Affenversuche


„Symbolbild“ des SWR. Das Fotografieren der Tübinger Affen ist nicht erlaubt: Die Experimentatoren fürchten, dass die Tiere „in einem unglücklichen Moment abgelichtet“ würden und so „ein falsches Bild“ entstünde…

Das SWR-Radio berichtet über die Tübinger Affenversuche. Im Beitrag heißt es: „Welche Schritte die Grünen in der Landesregierung vorschlagen und wie sich der Koalitionspartner SPD dazu stellt, ist bundesweit von Interesse, denn das Tübinger Forschungszentrum ist das größte von insgesamt sechs universitären Einrichtungen, die an den Gehirnen von Affen forschen und ein Grund, warum Tübingen Elite-Uni geworden ist.“
Die Grünen haben in ihrem Programm zur Landtagswahl, die im März 2011 stattfand, die Abschaffung der Affenversuche gefordert. Sie werden ihr Wahlversprechen wohl brechen. Auch innerhalb der Partei ist die Forderung umstritten – der grüne Oberbürgermeister Tübingens etwa, Boris Palmer, spricht sich für die Versuche aus. Der Koalitionspartner SPD ist kürzlich vor der Experimentatoren-Lobby eingeknickt (vgl. den Artikel vom 21. Dezember).

Zum SWR-Bericht.

Haft für Boehringer-Gegnerin

Nachdem Boehringer Ingelheim die zunächst favorisierten Standorte Tübingen und Reutlingen aufgegeben hatte – „Aus der Traum“ schrieb damals die Lokalzeitung „Schwäbisches Tagblatt“1 –, errichtete der Pharmakonzern sein europäisches Forschungslabor für Tier-Impfstoffe in Hannover.
Sobald der genaue Standort bekannt geworden war, kam es zu massiven Protesten von Seiten der Tierbefreiungsbewegung, u.a. zu einer Besetzung des Baugeländes. Nun wurde eine Aktivistin, der vorgeworfen worden war, das Baugelände zusammen mit anderen Menschen besetzt zu haben, wegen „Hausfriedensbruch“ verurteilt; sie muss ab dem 4. Januar 2013 eine 20tägige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Hildesheim antreten.
20 Tage Haft für eine Aktivistin, weil sie Widerstand geleistet hat gegen einen Konzern, der mit seinem seit Ende September 2012 offiziell eröffneten Versuchslabor nun auf grausame Weise auf die Optimierung der Massentierhaltung hinarbeitet.
Wo sich kilometerlange Straßen quer durch den Amazonasregenwald ziehen, um etwa das Soja, das als Futtermittel in der Tierhaltung verwendet wird, zu transportieren, wo Lebensräume vernichtet, die Umwelt vergiftet und Lebewesen nur als verbrauchbare Ressource angesehen werden, dort muss es Widerstand geben! Und wo ein Mensch die verheerenden Folgen von Tierausbeutung und Umweltzerstörung aufzeigt und deswegen ins Gefängnis gesperrt wird, muss es Solidarität geben!

Vor dem Haftantritt am 4. Januar 2013 wird es in Hannover ab 12 Uhr eine Aktion geben.
Mehr Informationen: boehringerbesetzung.blogsport.de.

Schreibt der Gefangenen:

Isabell Jahnke
JVA Vechta für Frauen
Abteilung Hildesheim
Godehardsplatz 7
31134 Hildesheim

  1. Boehringer kommt nicht nach Reutlingen, „Schwäbisches Tagblatt“, 12.10.2007. Als Gründe gab das Unternehmen u.a. „das politische Umfeld, die öffentliche Akzeptanz“ an.[zurück]

SPD knickt vor Tierexperimentatoren-Lobby ein


Im Gespräch: (von links) Hans-Peter Thier vom Hertie Institut, Uni-Rektor Bernd Engler, SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Claus Schmiedel und die Tübinger SPD-Landtagsabgeordnete Rita Haller-Haid. Foto: Martin Schreier, GEA. Das Fotografieren der Affen ist nicht erlaubt: Professor Thier befürchtet, dass die Tiere „in einem unglücklichen Moment abgelichtet“ würden und so „ein falsches Bild“ entstünde.

Wie der Reutlinger Generalanzeiger heute berichtet, knickt die baden-württembergische SPD vor der Tierexperimentatoren-Lobby ein und bricht den Koalitionsvertrag mit den Grünen. Damit rückt ein im Wahlprogramm der Grünen versprochenes Ende der Affenversuche noch weiter in die Ferne.
Nach einem Gespräch mit Forschern vom Hertie Institut für klinische Hirnforschung in Tübingen, einem der drei Institute, an denen Versuche mit Primaten durchgeführt werden, sagte Claus Schmiedel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag: „Die SPD-Fraktion im Landtag ist überzeugt, dass die Forschung und Wissenschaft nicht ohne Tierversuche auskommt“. Wo Versuche mit Primaten „unerlässlich“ seien, müssten sie durchgeführt werden.
Weiter heißt es im Artikel:

Zuvor hatten die Wissenschaftler dem SPD-Politiker und seiner Kollegin Rita Haller-Haid einen Einblick in einzelne Labor- und Käfigräume mit Primaten gewährt. Wie sensibel und kontrovers das Thema Tierversuche ist, zeigt sich auch im Kleinen. Fotografieren ist dort nicht erlaubt. Der Neurowissenschaftler Professor Hans-Peter Thier befürchtet, dass die Tiere in einem unglücklichen Moment abgelichtet würden und so ein falsches Bild entstünde.
Allerdings bekamen die Politiker ohnehin kaum Tiere zu sehen – und wenn, nur aus größerer Entfernung durch ein kleines Fenster in einer Tür.
Angesprochen auf den Koalitionsvertrag zitiert SPD-Mann Schmiedel lediglich, dass darin vereinbart wurde, die Zahl der Tierversuche zu verringern. Doch das ist nicht alles. Die Vereinbarung, sich »für ein Verbandsklagerecht für staatlich anerkannte Tierschutzverbände« einzusetzen, lässt er unerwähnt, obwohl gerade das Verbandsklagerecht der zentrale Anlass für das Gespräch mit den Wissenschaftlern war. […] Die Tübinger Universität sei nicht zuletzt wegen der auf Tierversuchen basierenden Forschung zur Excellenz-Uni aufgestiegen. In der Universitätsstadt arbeiten etwa 200 bis 300 Forscher in vier Institutionen (am Max Planck Institut für biologische Kybernetik, im Fachbereich Biologie der Universität, am Hertie Institut sowie im Zentrum für Integrative Neurowissenschaften) mit 60 bis 80 Primaten. Für Wissenschaftler, deren Arbeit von Tierversuchen abhängt, ist die mögliche Einführung des Verbandsklagerechts also ein bedrohliches Szenario.
Thier hält ein Verbandsklagerecht für unnötig. Sonst entstünde ein zu hoher bürokratischer Aufwand. Tierversuche durchliefen jetzt schon ein langes Genehmigungsverfahren, in das auch eine Ethikkommission einbezogen sei.
Der Ansicht ist auch SPD-Mann Schmiedel. Seine Sorge ist, dass die Grünen als Koalitionspartner dem Thema zu einseitig und dogmatisch gegenüberstünden. Deshalb will er mit ihnen erneut das Gespräch suchen.

Zum Artikel: Reutlinger Generalanzeiger: SPD unterstützt Tierversuche

Boris Palmer: Tiere sind für den Menschen da

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer macht sich einmal mehr im Sinne der Experimentatoren-Lobby für die Tübinger Affenversuche stark. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er gestern u.a.: „Es geht um Forschung, die Menschen mit schweren Krankheiten helfen kann. Das rechtfertigt auch Tierversuche. So wie die Ernährung von Menschen nach Auffassung der großen Mehrheit der Menschheit auf das Schlachten von Tieren rechtfertigt.“
Auch uns gegenüber hat er bereits vor einem Jahr die Versuche an Primaten, die in Tübingen an drei Instituten durchgeführt werden, mit derselben Argumentation verteidigt: Boris Palmer: „Affenversuche und Legebatterien sind legitim!“

Gegenuni in Gründung

Erstes Treffen am Freitag, 26. Oktober 2012, 18 bis 20 Uhr, Keller 4HP Autenriethstrasse 15 (Südstadt, quert zur Hechingerstrasse bei Haltestelle „Loretto“).

„Ohne Zugangsbeschränkungen, ohne Elite und Exzellenz, ohne Tierversuche, Militarisierung und Ökonomisierung, wollen wir hier besprechen, wie eine andere Bildung, ein anderes Leben möglich ist. Bringt Eure Ideen mit und lasst das Humankapital zuhause…“

Alternativer Dies Universitatis

Donnerstag, 18.10., ab 17 Uhr, Tübingen, Clubhaus (Wilhelmstr. 30):

Alternativer Dies Universitatis 2012.

Das Bild des „offiziellen“ und von der Unileitung ausgerichteten „Dies Universitatis“ ist durch Studenten-Verbindungen und Burschenschaften geprägt, die sich jedes Jahr gewohnheitsmäßig über das Verbot des Farbentragens in der Universität hinwegsetzen. Auf dem AlDi dagegen gibt es Infostände und Workshops verschiedener (nicht nur) politischer Gruppen, die den neuen ErstsemesterInnen ein Bild von der Vielfalt der in Tübingen aktiven Gruppen vermitteln wollen.
Den verbindungskritischen Reader „Mitbewohner gesucht“ des „AK Clubhausia“ gibt es hier.
Auch die Antispeziesistische Aktion Tübingen wird wieder mit einem Infostand vertreten sein. Außerdem behandeln wir im Rahmen des Vortrags über Universitäts- und Wissenschaftskritik, bei dem u.a. auch die Militärforschung an der Universität Tübingen thematisiert werden wird, das Thema Tierversuche und vor allem die Versuche an Primaten, die in Tübingen an drei Instituten betrieben werden, und gegen die wir seit dem Jahr 2009 die Kampagne Stoppt Affenversuche in Tübingen! betreiben.

Weitere Informationen:

Universität Tübingen: Militärforschung und Tierversuche

jW-Artikel Ringvorlesung mit Militärs in Tübingen

Ungekürzte Fassung des Artikels

„Frontal 21″ über „Tübinger Opfer der Forschung“

Grün-rote Landesregierung bricht Wahlversprechen – Baden-Württemberg hält an Experimenten mit Primaten fest

Statement gegen Tierversuche beim Tübinger HipHop-OpenAir

Zum dritten Mal fand gestern das „Platz für Rabatz“-HipHop-OpenAir auf dem Sternplatz in der Tübinger Südstadt statt. Vor den Konzerten bestand u.a. die Möglichkeit sich an Sprühwänden auszuprobieren – hier haben wir ein Statement gegen die Tübinger Affenversuche gesetzt.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: